Kurz gesagt: Zu den Schäden durch Zähnepressen gehören Schmelzabnutzung, verkürzte und abgeflachte Zähne, feine Risse und abgebrochene Höcker, Brüche an Füllungen und Kronen sowie Empfindlichkeit gegenüber Kälte und Wärme. Auch implantatgetragener Zahnersatz kann betroffen sein. Die Versorgung kann mit Füllungen, Kronen oder einem umfassenden Plan erfolgen; zuvor werden die Zähne jedoch mit Methoden wie einer individuell angefertigten Aufbissschiene geschützt. Das Ausmaß des Schadens und die geeignete Methode werden bei der Untersuchung festgelegt.
Die Schäden durch Zähnepressen sammeln sich meist über Jahre unbemerkt an. Wenn die Kiefermuskeln im Schlaf oder tagsüber die Zähne kräftig aufeinanderdrücken, entsteht eine Belastung, die viel länger anhält und intensiver ist als beim normalen Kauen. Diese Belastung kann den Zahnschmelz abtragen, feine Risse in den Zähnen verursachen, Füllungen und Kronen strapazieren und die Empfindlichkeit gegenüber Kälte und Wärme erhöhen. In diesem Beitrag gehen wir einzeln auf die Schäden ein, die Zähnepressen an den Zähnen verursachen kann, und erläutern in groben Zügen, mit welchen Methoden abgenutzte Zähne versorgt werden können. Zu den Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten lesen Sie auch unseren Beitrag Zähnepressen (Bruxismus): Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten.
Welche Schäden verursacht Zähnepressen an den Zähnen?
Die wichtigsten Schäden durch Zähnepressen sind Schmelzabnutzung, Risse und Brüche, gebrochene Füllungen oder Kronen, empfindliche Zähne und Substanzverlust im Bereich des Zahnhalses. Welche dieser Folgen im Vordergrund stehen, ist individuell verschieden und hängt von der Intensität und Dauer des Pressens, der Bisslage und den vorhandenen Versorgungen im Mund ab.
An einem normalen Tag berühren sich die Zähne nur beim Kauen und Schlucken kurz. Bei Menschen, die mit den Zähnen pressen, kann dieser Kontakt dagegen minutenlang andauern, und die ausgeübte Kraft kann deutlich über der Kaukraft liegen. Die Zähne halten dieser Belastung eine Zeit lang stand; wiederholte Überbeanspruchung führt jedoch mit der Zeit zu einer strukturellen Ermüdung. Häufige Erscheinungsbilder sind:
- Schmelzabnutzung: Abgeflachte Schneidekanten, glänzende, flache Bereiche auf den Kauflächen der Backenzähne.
- Risse und Brüche: Risse im Zahnschmelz, abgebrochene Höcker, in fortgeschrittenen Fällen Risse, die bis in Richtung Zahnwurzel reichen.
- Probleme mit Versorgungen: Abgebrochene Ränder an Füllungen, Risse in der Keramik von Kronen, wiederholtes Herausfallen.
- Empfindlichkeit: Freiliegendes Dentin durch abgenutzten Zahnschmelz und kurzes Ziehen bei Kälte, Wärme oder Süßem.
- Belastung des Zahnhalteapparats: Leichte Lockerung der Zähne, Empfindlichkeit am Zahnfleischrand; beim Zahnfleischrückgang kann Pressen nicht allein, sondern zusammen mit anderen Faktoren eine Rolle spielen.
Da manche dieser Zeichen auch andere Ursachen haben können, wird bei der Untersuchung festgestellt, was die eigentliche Ursache ist.
Abnutzung: Warum werden Zähne kürzer und flacher?
Zahnabnutzung ist das allmähliche Dünnerwerden des Zahnschmelzes durch ständige Reibung und Druck der gegenüberliegenden Zähne. Da Zähnepressen meist zusammen mit Knirschbewegungen auftritt, wirken Unter- und Oberkieferzähne wie Schleifpapier gegeneinander. Die Folge: Die Schneidekanten der Frontzähne werden kürzer und flacher und wirken manchmal dünn und brüchig; die Spitzen der Eckzähne stumpfen ab.
Zahnschmelz ist das härteste Gewebe des Körpers, erneuert sich jedoch nicht. Wird die Schmelzschicht dünner, liegt das darunterliegende Dentin frei. Da Dentin weicher ist als Schmelz, kann sich die Abnutzung ab der freiliegenden Stelle beschleunigen, und an der Oberfläche können kleine, schalenförmige Mulden entstehen. Kommen chemische Faktoren wie säurehaltige Getränke, häufiges Erbrechen oder Reflux hinzu, wird der Schmelz noch empfindlicher und die mechanische Abnutzung erleichtert; deshalb fragt die Zahnärztin bzw. der Zahnarzt bei der Beurteilung der Abnutzung auch nach Ernährungsgewohnheiten und dem allgemeinen Gesundheitszustand.
Bei fortgeschrittener Abnutzung werden die Zähne kürzer, sodass auch ästhetische Veränderungen auffallen können, etwa eine leichte Verkürzung des unteren Gesichtsdrittels oder dass die Zähne beim Lächeln weniger sichtbar sind. Wie weit die Abnutzung fortgeschritten ist und ob sie noch aktiv fortschreitet, wird durch die zahnärztliche Untersuchung und bei Bedarf durch den Vergleich von im Zeitverlauf angefertigten Abdrücken oder Fotos beurteilt.
Risse, abgebrochene Zähne und gebrochene Füllungen
Zähnepressen kann Schäden verursachen, die von kaum sichtbaren feinen Rissen in den Zähnen bis hin zu abgebrochenen Füllungen und Zahnteilen reichen. Vor allem Zähne mit großen Füllungen oder nach einer Wurzelkanalbehandlung sind dieser Belastung stärker ausgesetzt, da weniger Zahnsubstanz übrig ist.
Ein angebrochener Zahn macht sich oft durch unklare Beschwerden bemerkbar: ein plötzlicher, stechender Schmerz beim Beißen auf etwas Hartes oder beim Loslassen des Bisses; kurzzeitige Kälteempfindlichkeit; Schwierigkeiten, genau zu bestimmen, von welchem Zahn der Schmerz ausgeht. Schreitet der Riss fort, kann ein Höcker des Zahns abbrechen. Bei tiefen Rissen, die in Richtung Wurzel verlaufen, kann der Erhalt des Zahns schwierig werden; deshalb ist eine frühe Abklärung wichtig.
Bei Füllungen zeigt sich ein ähnliches Bild. Kleine Absplitterungen an den Rändern von Kompositfüllungen, das Abbrechen eines Teils der Füllung oder die Notwendigkeit, am selben Zahn immer wieder Füllungen zu erneuern, können als indirekte Zeichen für Pressen gelten. In einem solchen Fall ist es möglicherweise keine dauerhafte Lösung, nur die Füllung zu erneuern, solange das zugrunde liegende Belastungsproblem fortbesteht.
Empfindlichkeit und Abnutzung am Zahnhals
Empfindliche Zähne gehören zu den am häufigsten bemerkten Folgen von Zähnepressen und hängen meist mit dünner gewordenem Schmelz oder freiliegenden Zahnhälsen zusammen. Im Dentin verlaufen mikroskopisch kleine Kanälchen bis zum Nerv; wenn Schmelz oder Zahnfleisch diesen Bereich nicht mehr bedecken, gelangen Reize wie Kälte, Wärme, Süßes oder Zähneputzen leichter zum Nerv.
Am Zahnhals, nahe dem Zahnfleisch, können keilförmige Defekte sichtbar werden. Man geht davon aus, dass bei der Entstehung solcher Läsionen kräftiges Putzen, säurehaltige Ernährung und die Spannung, die sich beim Zähnepressen im Zahnhalsbereich aufbaut, zusammenwirken können. Sie lassen sich also meist nicht auf eine einzige Ursache zurückführen. Ähnlich verhält es sich beim Zahnfleischrückgang: Zähnepressen kann das Bild zusammen mit Faktoren wie Zahnfleischerkrankungen und falscher Putztechnik verschlimmern, wird aber nicht als alleinige Erklärung angesehen.
Zur Verringerung der Empfindlichkeit helfen oft Zahnpasten für empfindliche Zähne, eine Zahnbürste mit weichen Borsten und die richtige Putztechnik. In Bereichen mit deutlichem Substanzverlust kann die Zahnärztin bzw. der Zahnarzt schützende Anwendungen oder das Abdecken der Oberfläche mit einer Füllung empfehlen. Welcher Weg geeignet ist, wird bei der Untersuchung festgelegt.
Werden Kronen und Implantate durch Zähnepressen beeinträchtigt?
Ja, auch Kronen und implantatgetragener Zahnersatz können durch Zähnepressen beeinträchtigt werden; in mancher Hinsicht sind sie sogar weniger geschützt als natürliche Zähne. Das parodontale Ligament, das die Wurzel natürlicher Zähne umgibt, dämpft die Kraft bis zu einem gewissen Grad und macht den Druck spürbar. Implantate sind dagegen direkt im Knochen verankert, sodass dieser Mechanismus aus Elastizität und Rückmeldung begrenzt ist.
Bei Menschen, die mit den Zähnen pressen, können Brüche oder Risse in Keramikkronen, gelockerte Kronen oder Brücken, gelockerte Implantatschrauben und Abnutzung an Prothesenteilen häufiger auftreten. Besteht bei einer Patientin oder einem Patienten, bei der bzw. dem Kronen, Brücken oder Implantate geplant sind, der Verdacht auf Pressen, berücksichtigt die Zahnärztin bzw. der Zahnarzt dies bei der Materialwahl, der Einstellung des Bisses und dem Einsatz einer Schutzschiene nach der Behandlung. Auch um die Lebensdauer vorhandener Versorgungen zu erhalten, sind regelmäßige Kontrollen wichtig.
Wie werden abgenutzte Zähne versorgt?
Abgenutzte oder abgebrochene Zähne können je nach Ausmaß des Schadens mit Füllungen, Kronen oder einem umfassenderen restaurativen Plan versorgt werden; der erste Schritt ist jedoch immer, die durch das Pressen entstehende Belastung unter Kontrolle zu bringen. Versorgungen, die angefertigt werden, während das Pressen anhält, sind derselben Kraft ausgesetzt und können vorzeitig verschleißen.
Zuerst schützen
In der Schutzphase ist die individuell angefertigte Aufbissschiene die am häufigsten eingesetzte Methode. Die Schiene verhindert, dass die Zähne direkt aneinanderreiben, und hilft so, die Abnutzung zu verlangsamen und Versorgungen zu schützen; die Gewohnheit des Pressens beseitigt sie allein jedoch nicht. Ausführliche Informationen zu Schienenarten finden Sie in unserem Beitrag Schienen gegen Zähnepressen: hart, weich und Splint, zur Anwendung in unserer Praxis auf unserer Seite Aufbissschiene. Tägliche Anwendung und Wirkung der Schiene beschreibt unser Beitrag Tragen einer Aufbissschiene, die Reinigung der Beitrag Wie trägt und reinigt man eine Aufbissschiene?.
Versorgungsmöglichkeiten
- Kompositfüllung und Bonding: Bei leichter bis mittlerer Abnutzung können verkürzte Schneidekanten und kleine Absplitterungen mit zahnfarbenem Material neu aufgebaut werden.
- Inlay/Onlay: Bei Backenzähnen mit Höckerverlust, die aber keine vollständige Überkronung erfordern, können im Labor angefertigte Teilrestaurationen gewählt werden.
- Krone: Bei erheblichem Substanzverlust, tiefen Rissen oder geschwächten, wurzelkanalbehandelten Zähnen kann eine Krone in Betracht gezogen werden, um den Zahn vollständig zu umfassen und zu schützen.
- Umfassende restaurative Planung: Bei fortgeschrittener Abnutzung an vielen Zähnen kann ein schrittweiser Plan notwendig sein, bei dem Bisshöhe und Kieferrelation gemeinsam beurteilt werden.
Konzentrieren Zahnstellung und Bissfehlstellung die Abnutzung auf bestimmte Zähne, kann vor der restaurativen Behandlung auch eine kieferorthopädische Abklärung in Frage kommen. Einen Eindruck dazu vermittelt unser Beitrag Zähnepressen und kieferorthopädische Behandlung. Behandlungsmöglichkeiten und Kosten werden nach Untersuchung und Planung schriftlich mitgeteilt.
Abklärung von Zahnabnutzung in Ankara
Wenn Sie verkürzte Zähne, raue oder abgebrochene Kanten, häufig herausfallende Füllungen, plötzliche stechende Schmerzen beim Beißen oder neu aufgetretene Kälteempfindlichkeit bemerken, ist es ratsam, eine Abklärung vornehmen zu lassen, bevor der Schaden fortschreitet. In unserer Poliklinik im Park Oran Ofis in Oran, Çankaya, werden bei der Untersuchung die Verteilung der Abnutzung, der Zustand vorhandener Füllungen und Kronen sowie die Befunde an der Kiefermuskulatur gemeinsam beurteilt; die für Sie geeignete Reihenfolge von Schutz und Versorgung besprechen wir gemeinsam. Für einen Termin erreichen Sie uns über unsere Kontaktseite.
Häufig gestellte Fragen
Schadet Zähnepressen den Zähnen wirklich?
Langjähriges und starkes Zähnepressen kann zu Abnutzung, Rissen und gebrochenen Füllungen führen. Bei leichtem und gelegentlichem Pressen ist möglicherweise kein deutlicher Schaden zu sehen. Ob und in welchem Ausmaß ein Schaden vorliegt, wird bei der Untersuchung festgestellt.
Erneuert sich abgenutzter Zahnschmelz?
Nein, verlorener Zahnschmelz erneuert sich nicht. Das Fortschreiten der Abnutzung lässt sich mit Schutzmaßnahmen wie einer Aufbissschiene verlangsamen; verlorene Substanz kann bei Bedarf mit restaurativen Methoden wie Füllungen oder Kronen ersetzt werden.
Verursacht Zähnepressen Zahnfleischrückgang?
Zähnepressen wird nicht als alleinige Ursache für Zahnfleischrückgang angesehen; zusammen mit Faktoren wie Zahnfleischerkrankungen, kräftigem Putzen und der Zahnstellung kann es das Bild verschlimmern. Die Ursache des Rückgangs wird durch eine Untersuchung von Zahnfleisch und Zähnen beurteilt.
Was sollte man tun, wenn man Implantate hat und mit den Zähnen presst?
Da Implantate Kräfte nicht wie natürliche Zähne dämpfen können, können sie durch Pressen beeinträchtigt werden. Die Zahnärztin bzw. der Zahnarzt kontrolliert die Einstellung des Bisses und prüft in der Regel den Einsatz einer nächtlichen Schutzschiene. Regelmäßige Kontrollen helfen, Probleme wie gelockerte Schrauben frühzeitig zu erkennen.
Muss das Pressen behandelt werden, bevor abgenutzte Zähne versorgt werden?
In den meisten Fällen wird zuerst die durch das Pressen entstehende Belastung unter Kontrolle gebracht; andernfalls können auch neue Füllungen oder Kronen durch dieselbe Kraft vorzeitig verschleißen. Bei einem akuten Bruch wird zunächst dieser Zahn geschützt, danach wird der dauerhafte Plan erstellt.




