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Gaumen- und Kieferenge

Kiefererweiterung: Für wen, in welchem Alter und wie?

Ein schmaler Oberkiefer beeinflusst sowohl die Zahnstellung als auch das Zubeißen. Auf dieser Seite erfahren Sie, in welchen Fällen eine Kiefererweiterung geplant wird, wie das Alter die Methode verändert und was Sie während der Behandlung erwartet.

Schematische Darstellung einer am Oberkiefergaumen eingesetzten Dehnapparatur

Kurze Antwort

Die Kiefererweiterung soll einen schmalen Oberkiefer verbreitern, um einen seitlichen Kreuzbiss zu korrigieren und den Zähnen Platz zu verschaffen. Bei Kindern im Wachstum lässt sich die Naht in der Gaumenmitte meist mit einer festsitzenden Dehnapparatur öffnen. Da diese Naht nach der Pubertät verknöchert, kommen dann minischraubengestützte (MARPE) oder chirurgisch unterstützte Methoden infrage; welche geeignet ist, wird durch Untersuchung und Bildgebung bestimmt.

  • HauptzielSeitlicher Kreuzbiss und schmaler Gaumen
  • EntscheidendAlter und Reife der Gaumennaht
  • Aktive PhaseMeist einige Wochen
  • HaltephaseMeist einige Monate, danach Retention
Auf dieser Seite 6
  1. In welchen Fällen ist eine Kiefererweiterung nötig?
  2. Wie verändert das Alter die Methode der Kiefererweiterung?
  3. Wie verläuft die Kiefererweiterung Schritt für Schritt?
  4. Was spürt man während der Behandlung und welche Risiken gibt es?
  5. Auf welche Fragen sollten Sie vor der Entscheidung Antworten suchen?
  6. Wie erfolgt die Beurteilung in der Praxis?

Die Kiefererweiterung ist eine kieferorthopädische Behandlung, die einen in der Breite zu schmalen Oberkiefer (Maxilla) erweitert, damit obere und untere Zähne im Seitenzahnbereich richtig aufeinandertreffen, und die den Zähnen Platz verschafft. Welche Methode gewählt wird, bestimmen vor allem zwei Faktoren: das Alter des Patienten und wie weit die Knochennaht in der Mitte des Gaumens (Sutura palatina mediana) bereits verknöchert ist. Bei Kindern im Wachstum ist diese Naht nachgiebig und lässt sich mit einer festsitzenden Dehnapparatur meist öffnen. Mit fortschreitender Pubertät wird die Naht fester; bei Erwachsenen werden eine minischraubengestützte Erweiterung, eine chirurgisch unterstützte Erweiterung oder eine begrenzte Erweiterung, die nur die Zahnstellung verändert, in Betracht gezogen. Allgemeine Informationen zu den Bestandteilen und zur Funktionsweise der Apparatur finden Sie in unserem Beitrag zur Dehnapparatur; diese Seite konzentriert sich dagegen auf die Behandlungsentscheidung und den Ablauf.

In welchen Fällen ist eine Kiefererweiterung nötig?

Die Entscheidung für eine Erweiterung beruht nicht auf einem einzelnen Anzeichen, sondern wird anhand von intraoraler Untersuchung, Modellanalyse und bei Bedarf Bildgebung getroffen. Die häufigsten Gründe sind:

  • Seitlicher Kreuzbiss: Die oberen Seitenzähne schließen auf der Innenseite statt auf der Außenseite der unteren Seitenzähne. Er kann ein- oder beidseitig auftreten. Einzelheiten finden Sie auf unserer Seite zum Kreuzbiss.
  • Seitliches Abgleiten des Unterkiefers beim Zubeißen: Wegen des schmalen Oberkiefers passen die Zähne nicht richtig aufeinander, und der Unterkiefer gleitet beim Schließen zur Seite. Da dies bei Kindern über längere Zeit zu einer Gesichtsasymmetrie beitragen kann, wird eine frühe Behandlung empfohlen.
  • Engstand bei schmalem, hohem Gaumen: Liegt der Platzmangel an der Enge des Kiefers, kann eine Erweiterung die Notwendigkeit einer Zahnextraktion verringern. Nicht jeder Engstand lässt sich so lösen; das Kippen der Zähne nach außen hat Grenzen.
  • Eckzähne mit dem Risiko einer Verlagerung: In einem schmalen Kiefer finden die oberen Eckzähne (Canini) mitunter keinen Durchbruchsweg. Bei manchen Kindern hilft die Erweiterung, diesen Zähnen Platz zu verschaffen.
  • Als Teil der Behandlung einer Oberkieferrücklage: Bei Kindern mit Klasse-III-Neigung kann die Erweiterung zusammen mit einer Gesichtsmaske geplant werden.

In der Praxis wird fast immer der Oberkiefer erweitert. Da es in der Mitte des Unterkiefers keine Naht gibt, die sich öffnen ließe, ist dort keine knöcherne Erweiterung möglich; die unteren Zähne können nur in begrenztem Maß nach außen bewegt werden. Bei Kindern mit Mundatmung oder Schnarchen wurde berichtet, dass die Erweiterung die Nasenatmung beeinflussen kann; dieser Effekt ist jedoch individuell verschieden, und eine Erweiterung gilt für sich allein nicht als Behandlung einer Schlafapnoe. Bei solchen Beschwerden ist auch eine Beurteilung durch eine HNO-Ärztin erforderlich.

Wie verändert das Alter die Methode der Kiefererweiterung?

Die Gaumennaht ist bei der Geburt breit, wird im Laufe des Wachstums zunehmend verzahnt und beginnt nach der Pubertät zu verknöchern. Dieser Prozess ist von Mensch zu Mensch sehr verschieden; bei zwei gleichaltrigen Jugendlichen kann sich die Naht beim einen leicht öffnen lassen, beim anderen nicht. Bei Mädchen setzt die Reifung meist früher ein. Das kalendarische Alter ist daher nur ein grober Anhaltspunkt; bei Jugendlichen und Erwachsenen kann der Zustand der Naht bei Bedarf mit einer dreidimensionalen Bildgebung (DVT/CBCT) beurteilt werden.

Vorgehen bei der Kiefererweiterung nach Alter (allgemeiner Rahmen)

LebensphaseGaumennahtHäufig erwogene Methoden
Kindheit (etwa 6–11 Jahre)Meist nachgiebigFestsitzende Dehnapparatur, langsame Dehnapparatur, in geeigneten Fällen dentale Bogenerweiterung
Jugend (etwa 12–16 Jahre)Verknöcherung kann begonnen haben, individuell verschiedenFestsitzende Apparatur oder minischraubengestützte Apparatur
ErwachsenenalterWeitgehend verknöchertMARPE, chirurgisch unterstützte Erweiterung (SARPE), begrenzte dentale Erweiterung

Die Altersangaben sind Näherungswerte. Die Methode wird nach Untersuchung und bei Bedarf Bildgebung festgelegt.

In der Kindheit (etwa 6–11 Jahre)

In dieser Phase ist die Naht noch nachgiebig. Festsitzende Dehnapparaturen, die mit Bändern an den Zähnen befestigt werden (Typ Hyrax oder Haas), oder Apparaturen mit langsamer, kontinuierlicher Kraft (wie die Quad-Helix) können eine knöcherne Erweiterung bewirken. In geeigneten Fällen kann auch eine dentale Bogenerweiterung mit dem für das Wechselgebiss entwickelten Invisalign First eine Option sein; der Aligner ist jedoch keine Apparatur, die die Naht öffnet.

In der Jugend (etwa 12–16 Jahre)

In dieser Phase ist das Ergebnis am schwersten vorherzusagen. Bei manchen Jugendlichen reicht die klassische festsitzende Apparatur noch aus, bei anderen wird die Kraft nicht ausreichend auf den Knochen übertragen, und die Zähne kippen zur Seite. In diesem Fall können minischraubengestützte Apparaturen bevorzugt werden.

Im Erwachsenenalter

Da die Naht weitgehend verknöchert ist, kippt eine klassische Apparatur meist die Zähne, ohne den Knochen zu trennen. Die Optionen sind MARPE (minischraubengestützte Erweiterung), eine zusammen mit einer Kieferchirurgie durchgeführte chirurgisch unterstützte Erweiterung (SARPE) und – bei leichter Enge – eine begrenzte Erweiterung, die nur die Zahnstellung verändert.

Wie verläuft die Kiefererweiterung Schritt für Schritt?

  1. Untersuchung und Unterlagen: Intraoralscan oder Abdruck, Fotos, Panoramaröntgen und bei Bedarf ein Fernröntgenseitenbild oder eine DVT werden angefertigt. In dieser Phase wird unterschieden, ob die Enge knöchern oder nur dental bedingt ist.
  2. Herstellung und Einsetzen der Apparatur: Die Apparatur wird individuell angefertigt und mit Bändern oder Minischrauben an den Backenzähnen befestigt. Das Einsetzen dauert bei den meisten Patienten nicht lange.
  3. Aktivierungsphase: Die Schraube in der Mitte der Apparatur wird mit dem von der Ärztin ausgehändigten Schlüssel nach ihrem Zeitplan zu Hause oder in der Praxis gedreht. Diese aktive Phase dauert meist einige Wochen und wird engmaschig kontrolliert. Die Schraube darf nicht weiter gedreht werden als von der Ärztin festgelegt.
  4. Lücke zwischen den Frontzähnen: Öffnet sich die Naht, entsteht eine Lücke zwischen den oberen Frontzähnen. Das ist ein zu erwartendes Zeichen; sie schließt sich in den folgenden Wochen teilweise von selbst, der Rest wird in einer späteren Behandlungsphase geschlossen.
  5. Haltephase: Nach Abschluss der Erweiterung bleibt die Apparatur passiv einige Monate im Mund, oft drei bis sechs Monate. In dieser Zeit bildet sich im geöffneten Bereich neuer Knochen.
  6. Folgephase und Retention: Nach dem Entfernen der Apparatur wird eine Retentionsapparatur verwendet, um die gewonnene Breite zu halten; zum Ausrichten der Zähne geht es bei den meisten Patienten mit Zahnspange oder Alignern weiter. Warum sich die Breite wieder verringern kann, erklären wir ausführlich in unserem Beitrag zu Retention und Rezidiv.

Was spürt man während der Behandlung und welche Risiken gibt es?

In den ersten Tagen der Aktivierung ist ein Druckgefühl an der Nasenwurzel, an den Wangenknochen und an den Zähnen verbreitet; es lässt meist innerhalb weniger Tage nach. Ein einfaches, von der Ärztin empfohlenes Schmerzmittel reicht bei den meisten Patienten aus. Leichtes Lispeln beim Sprechen und Speisereste unter der Apparatur sind in den ersten ein, zwei Wochen häufig. Folgende mögliche Probleme sollten beachtet werden:

  • Seitliches Kippen der Zähne: Trennt sich der Knochen nicht ausreichend, bleibt die Erweiterung dental; das erhöht das Risiko einer erneuten Verengung.
  • Zahnfleisch und Knochen: Bei dünnem Zahnfleisch kann die Bewegung der Zähne nach außen zu Zahnfleischrückgang führen. Dieses Risiko ist bei Erwachsenen bedeutsamer.
  • Lockerung oder Bruch der Apparatur: Harte und klebrige Speisen können dazu führen, dass sich Bänder lockern.
  • Erneute Verengung (Rezidiv): Wird die Retention vernachlässigt, kann ein Teil der gewonnenen Breite verloren gehen.
  • Naht öffnet sich nicht: Besonders bei Jugendlichen und Erwachsenen öffnet sich die Naht mit einer klassischen Apparatur unter Umständen nicht; dann wird der Plan geändert.

Bei länger anhaltenden starken Schmerzen, deutlicher Schwellung, einer Schraube, die sich nicht drehen lässt, oder einer wackelnden Apparatur sollten Sie die Praxis informieren, ohne den Kontrolltermin abzuwarten.

Auf welche Fragen sollten Sie vor der Entscheidung Antworten suchen?

Die Kiefererweiterung ist ein Schritt, der die gesamte weitere kieferorthopädische Behandlung beeinflusst. Klare Antworten auf folgende Fragen bei der Untersuchung erleichtern Ihre Entscheidung:

  • Ist die Enge knöchern bedingt oder liegt sie nur an nach innen geneigten Zähnen?
  • Reicht je nach Alter und Zustand der Naht eine klassische Apparatur aus, oder ist eine Unterstützung durch Minischrauben oder eine Operation nötig?
  • Welche Behandlungsphase ist nach der Erweiterung geplant, und wie lange wird die Gesamtdauer voraussichtlich sein?
  • Lassen Zahnfleisch- und Knochendicke eine Bewegung der Zähne nach außen zu?
  • Ist es bei Kindern sinnvoller, sofort zu beginnen oder zunächst zu beobachten und abzuwarten?

Bei Kindern ist die Erweiterung häufig Teil eines Plans zur kieferorthopädischen Frühbehandlung. Bei Erwachsenen ist es wichtig, die Grenzen der Erweiterung zu kennen; inwieweit Aligner oder Zahnspange die Skelettstruktur verändern können, haben wir auf dieser Seite behandelt. Weitere in der Praxis verwendete Apparaturen finden Sie auf der Seite Kieferorthopädische Apparaturen.

Wie erfolgt die Beurteilung in der Praxis?

In der Funda Sarıkaya Zahnpoliklinik beurteilt die Fachzahnärztin für Kieferorthopädie Funda Pekyılmaz Sarıkaya die Kieferenge. Beim ersten Gespräch werden Bissbeziehung, Gaumenform, Zahnfleischzustand und Wachstumsphase gemeinsam betrachtet; nach Erstellung der notwendigen Unterlagen werden Methode, voraussichtliche Dauer und Kosten schriftlich mitgeteilt. Die Praxis befindet sich im Park Oran Ofis in Oran; Termine werden Montag–Samstag von 09:00 bis 20:00 Uhr vergeben.

Mehr zu Invisalign auf unserer Schwesterseite ankarainvisalign.com

Häufige Fragen

Bis zu welchem Alter ist eine Gaumennahterweiterung möglich?

Eine feste Altersgrenze gibt es nicht, die Methode hängt jedoch vom Alter ab. Da die Gaumennaht im Kindesalter noch nachgiebig ist, gelingt eine knöcherne Erweiterung mit einer klassischen festsitzenden Apparatur meist gut. Nach der Pubertät beginnt die Naht zu verknöchern; bei Erwachsenen kommen eine minischraubengestützte (MARPE) oder eine chirurgisch unterstützte Erweiterung in Betracht. Bei leichter Enge kann auch eine begrenzte Erweiterung ausreichen, die nur die Zahnstellung verändert.

Tut eine Gaumennahterweiterung weh?

In den ersten Tagen der Aktivierung ist ein Druckgefühl an der Nasenwurzel, den Wangenknochen und den Zähnen häufig; es lässt in der Regel innerhalb weniger Tage nach. Bei den meisten Patienten reicht ein einfaches, ärztlich empfohlenes Schmerzmittel. Lang anhaltende starke Schmerzen, Schwellungen oder eine gelockerte Apparatur sind nicht normal; in diesem Fall sollten Sie die Praxis informieren.

Schließt sich die Lücke zwischen den Schneidezähnen nach der Gaumennahterweiterung?

Ja. Öffnet sich die Gaumennaht, ist eine Lücke zwischen den oberen Schneidezähnen ein erwartetes Zeichen dafür, dass sich der Knochen getrennt hat. Diese Lücke verkleinert sich in den folgenden Wochen teilweise von selbst; der Rest wird meist in der nächsten Behandlungsphase mit einer festen Zahnspange oder mit Alignern geschlossen.

Wie lange bleibt die Gaumennahterweiterungsapparatur im Mund?

Die aktive Erweiterungsphase dauert meist einige Wochen. Danach bleibt die Apparatur passiv noch einige Monate, oft drei bis sechs Monate, im Mund, damit sich im geöffneten Bereich neuer Knochen bilden kann. Die Gesamtdauer hängt vom Alter, der verwendeten Apparatur und der anschließend geplanten Behandlung ab; sie wird bei der Untersuchung individuell genannt.

Kann man den Unterkiefer erweitern?

Da es in der Mitte des Unterkiefers keine Knochennaht gibt, die geöffnet werden könnte, ist im Unterkiefer keine knöcherne Erweiterung möglich. Die unteren Zähne können nur begrenzt nach außen bewegt werden. Deshalb wird die Erweiterung in Behandlungsplänen meist im Oberkiefer durchgeführt, und die unteren Zähne werden an die neue Breite des Oberkiefers angepasst.

Kann man den Kiefer mit Alignern erweitern?

Aligner können den Zahnbogen dental erweitern, indem sie die Zähne nach außen bewegen; sie öffnen jedoch nicht die Gaumennaht. Bei leichter Enge oder bei geeigneten Kindern im Wechselgebiss kann dieser Ansatz ausreichen. Bei ausgeprägter knöcherner Enge können eine festsitzende Erweiterungsapparatur oder minischraubengestützte Methoden nötig sein.

Information und Untersuchung in Ankara

Für eine persönliche Einschätzung zu Kiefererweiterung: Für wen, in welchem Alter und wie? können Sie einen Untersuchungstermin in der Zahnpoliklinik Funda Sarıkaya vereinbaren.

Die Poliklinik liegt im Park Oran Ofis, Oran, Çankaya, Ankara – neben der Panora Mall, gegenüber der One Tower Mall.

Angeboten werden Kieferorthopädie, Invisalign-Aligner, digitaler iTero-Intraoralscan und allgemeine Zahnmedizin.

Praxis
Funda Sarıkaya Zahnpoliklinik
Adresse
Park Oran Ofis, Laden Nr. 70, Kudüs Cd., Oran, Çankaya / Ankara
Orientierung
Neben der Panora Mall, gegenüber der One Tower Mall
Öffnungszeiten
Montag–Samstag 09:00–20:00
Telefon
+90 312 911 60 36
Sprachen
Türkisch, Englisch, Deutsch, Russisch

Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Untersuchung oder Diagnose.

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