Kurz gesagt: Zähnepressen kann bei manchen Menschen zu Kopfschmerzen beitragen, insbesondere zu einem morgendlichen Druckgefühl an den Schläfen und zu Schmerzen vor dem Ohr. Der Grund ist die Überlastung der ständig arbeitenden Kaumuskulatur und des Kiefergelenks direkt vor dem Ohr. Doch nicht jeder Kopf- oder Ohrenschmerz geht auf Zähnepressen zurück; bei plötzlichen, heftigen Schmerzen, neurologischen Symptomen, Fieber oder Hörverlust ist eine neurologische bzw. HNO-ärztliche Abklärung notwendig.
Wenn Sie beim Aufwachen ein Ziehen an den Schläfen, Müdigkeit im Kiefer oder ein Völlegefühl vor dem Ohr spüren, kann das mit unbewusstem Zähnepressen in der Nacht zusammenhängen. Der Zusammenhang zwischen Zähnepressen und Kopfschmerzen ist in der Zahnmedizin und in Schmerzambulanzen ein häufig besprochenes Thema, denn die Kaumuskulatur arbeitet in einem großen Bereich, der von der Seitenfläche des Schädels über die Region direkt vor dem Ohr bis zum Nacken reicht. In diesem Beitrag gehen wir darauf ein, wie sich Zähnepressen im Kopf-, Schläfen-, Ohr- und Nackenbereich bemerkbar machen kann, in welchen Fällen eine andere Fachrichtung aufgesucht werden sollte und welche maßvollen Schritte zur Linderung der Schmerzen möglich sind.
Verursacht Zähnepressen Kopfschmerzen?
Ja, Zähnepressen kann bei manchen Menschen zu Kopfschmerzen beitragen; doch nicht jeder Kopfschmerz hat seinen Ursprung im Zähnepressen. Werden die Zähne lange und kräftig aufeinandergedrückt, findet die Kaumuskulatur keine Gelegenheit zur Erholung. Im ermüdeten Muskelgewebe können druckempfindliche Punkte entstehen, die den Schmerz nicht nur an Ort und Stelle, sondern auch ausstrahlend in die umliegenden Regionen spürbar machen. Deshalb empfindet man den Schmerz nicht im Kiefer, sondern an der Seite des Kopfes oder an der Stirn.
Kopfschmerzen, die mit Zähnepressen einhergehen, zeigen meist folgende Merkmale:
- Sie sind nach dem Aufwachen ausgeprägt und können im Tagesverlauf nachlassen oder umgekehrt am Ende eines stressigen Arbeitstages zunehmen.
- Sie fühlen sich weniger pochend an, sondern eher wie Druck, Enge oder ein umschließendes Band.
- Begleitend können Druckempfindlichkeit der Kiefermuskeln und Müdigkeit beim Öffnen des Mundes auftreten.
- Gleichzeitig können Befunde wie morgendlich empfindliche Zähne, Bissspuren an der Wangeninnenseite oder ein wellenförmiger Zungenrand vorliegen.
Dieses Bild allein ergibt keine Diagnose. Ob der Schmerz vom Kiefer ausgeht, wird bei der Untersuchung durch die Beurteilung von Muskulatur und Kiefergelenk festgestellt. Ausführlichere Informationen zu den allgemeinen Ursachen von Zähnepressen und den Behandlungsmöglichkeiten finden Sie in unserem Beitrag Zähnepressen (Bruxismus): Ursachen und Behandlung.
Der Zusammenhang zwischen Schmerzen an Schläfe und Stirn und der Kaumuskulatur
Ein erheblicher Teil der Schmerzen an der Schläfe kann mit einer Ermüdung des Kaumuskels zusammenhängen, der als Schläfenmuskel (Musculus temporalis) bezeichnet wird. Dieser fächerförmige Muskel bedeckt die Seitenfläche des Schädels und hebt den Unterkiefer an, sodass sich die Zähne schließen. Wenn wiederholte Pressbewegungen in der Nacht diesen Muskel ständig beanspruchen, kann morgens ein Schwere- oder Druckgefühl an den Schläfen entstehen. Schläfenschmerzen durch Zähnepressen sind daher eine häufig geschilderte Beschwerde.
Der Kaumuskel Masseter an der Wange vor dem Ohrläppchen gehört zu den kräftigsten Muskeln des Körpers. Arbeitet er übermäßig, können ein Völlegefühl im unteren Gesichtsbereich, Verkrampfungen im Kiefer und zeitweise Schmerzen auftreten, die in die Augenregion oder zur Stirn ausstrahlen. Bei diesem als kieferbedingter Kopfschmerz bezeichneten Zustand vermuten Betroffene das Problem oft im Kopf; die eigentliche Quelle ist jedoch die ständig angespannte Kaumuskulatur.
Hier gibt es eine wichtige Unterscheidung: Auch primäre Kopfschmerzen wie Spannungskopfschmerz und Migräne können in ähnlichen Bereichen auftreten. Zähnepressen kann einer der Faktoren sein, die diese Schmerzen auslösen oder verstärken, ersetzt sie aber nicht als Ursache. Deshalb kann die Beurteilung in vielen Fällen die gemeinsame Sicht von Zahnärztin bzw. Zahnarzt und anderen beteiligten Ärztinnen und Ärzten erfordern.
Verursacht Zähnepressen Ohrenschmerzen und ein Druckgefühl im Ohr?
Zähnepressen kann Schmerzen oder ein Druckgefühl im Ohr verursachen, da das Kiefergelenk direkt vor dem Gehörgang liegt. Schmerzen, die bei Überlastung des Kiefergelenks (Temporomandibulargelenk, TMG) und der umgebenden Muskulatur entstehen, können sich anfühlen, als kämen sie aus dem Ohr. Bei Beschwerden, die als Ohrenschmerzen durch Zähnepressen beschrieben werden, finden sich häufig folgende Befunde:
- Ein Ziehen vor dem Ohr, das vor allem beim Kauen oder Gähnen zunimmt
- Ein Gefühl von Verstopfung oder Druck im Ohr
- Klick-, Knack- oder Reibegeräusche im Gelenk beim Öffnen und Schließen des Mundes
- Bei manchen Menschen ein Ohrgeräusch (Tinnitus), das in stressigen Phasen deutlicher wird
Bestehen diese Beschwerden trotz unauffälligem Ohrbefund fort, kann eine Untersuchung von Kiefergelenk und Kaumuskulatur sinnvoll sein. Unser Beitrag Behandlung von Kiefergelenkbeschwerden und Methoden zur Entlastung des Kiefergelenks, den wir für Menschen mit Beschwerden im Kiefergelenk verfasst haben, behandelt das Thema ausführlicher.
Andererseits gehören auch Ohrentzündungen, Entzündungen des äußeren Gehörgangs und Probleme mit der Ohrtrompete (Eustachische Röhre) zu den häufigsten Ursachen für Ohrenschmerzen. Bei Ausfluss aus dem Ohr, Fieber, vermindertem Hörvermögen oder plötzlich einsetzenden Ohrgeräuschen sollte zunächst eine Hals-Nasen-Ohren-Ärztin bzw. ein HNO-Arzt aufgesucht werden.
Hängen Verspannungen in Nacken und Schultern damit zusammen?
Verspannungen in Nacken und Schultern treten häufig zusammen mit Zähnepressen auf, und diese Bereiche können sich gegenseitig beeinflussen. Kiefer-, Kopf- und Nackenmuskulatur arbeiten wie eine Kette; spannt sich ein Glied an, können die anderen zusätzliche Last übernehmen, um das Gleichgewicht zu halten. Nackenschmerzen durch Zähnepressen haben meist nicht nur eine Ursache: Wenn langes, nach vorn gebeugtes Sitzen vor dem Bildschirm, das Einklemmen des Telefons zwischen Schulter und Ohr, Schlafen in Bauchlage und unbemerktes Zähnepressen im Laufe des Tages zusammenkommen, kann sich im Nacken und in den Schultern ein anhaltendes Steifheitsgefühl entwickeln.
Wer bemerkt, dass er bei der Schreibtischarbeit tagsüber mit den Zähnen presst, sollte auch Arbeitsorganisation und Sitzhaltung überprüfen; das ist mindestens ebenso wichtig wie Maßnahmen, die auf den Kiefer abzielen. Den Bildschirm auf Augenhöhe bringen, in regelmäßigen Abständen aufstehen und die Schultern lockern sowie im Tagesverlauf die Ruheposition des Kiefers überprüfen kann helfen, diese Kette zu entlasten.
Bei welchen Kopfschmerzen sollte man eine andere Ärztin bzw. einen anderen Arzt aufsuchen?
Manche Kopfschmerzen lassen sich nicht mit Zähnepressen erklären und sollten ohne Verzögerung in der entsprechenden Fachrichtung abgeklärt werden. Liegt eine der folgenden Situationen vor, sollten Sie sich vor oder zusätzlich zum Zahnarztbesuch an die passende Stelle wenden, etwa an die Neurologie, die HNO-Heilkunde oder die Notaufnahme:
- Plötzlich einsetzende Kopfschmerzen, die Sie als die stärksten Ihres Lebens beschreiben würden
- Sehstörungen, Sprachschwierigkeiten, Taubheitsgefühl oder Kraftverlust im Gesicht, in Armen oder Beinen
- Kopfschmerzen zusammen mit Fieber und Nackensteifigkeit
- Schmerzen, die nach einer Kopfverletzung beginnen oder zunehmend stärker werden
- Plötzlicher Hörverlust, Ausfluss aus dem Ohr oder starker Schwindel
- Kopfschmerzen, die nach dem fünfzigsten Lebensjahr erstmals auftreten und einen anderen Charakter haben
Diese Symptome hängen nicht mit Zähnepressen zusammen und erfordern eine gesonderte Abklärung. Die zahnärztliche Untersuchung hilft, den kieferbedingten Anteil zu verstehen, nachdem andere Ursachen ausgeschlossen oder gemeinsam betrachtet wurden. Für Entscheidungen zu Medikamenten, einschließlich Schmerzmitteln, wenden Sie sich unbedingt an Ihre Ärztin bzw. Ihren Arzt; unsere Beiträge enthalten keine Medikamentenempfehlungen.
Was kann man tun, um die Schmerzen zu lindern?
Bei Schmerzen im Kopf- und Ohrbereich, die mit Zähnepressen zusammenhängen, geht es darum, die Kaumuskulatur zu entlasten und die Zähne zu schützen. Welche Methode geeignet ist, wird bei der Untersuchung festgelegt; im Allgemeinen werden jedoch folgende Schritte besprochen:
- Bewusstsein und Ruheposition: Wenn tagsüber die Lippen geschlossen sind, die Zähne leicht auseinanderstehen und die Zunge am Gaumen liegt, entspannen sich die Kiefermuskeln. Kleine Erinnerungen im Handy können helfen, sich diese Gewohnheit anzueignen.
- Schlaf und anregende Substanzen: Feste Schlafenszeiten, weniger koffeinhaltige Getränke am Abend und der Verzicht auf Bildschirme vor dem Schlafengehen können bei manchen Menschen das nächtliche Pressen verringern.
- Sanfte Lockerung und Wärme: Einfache Kieferübungen, die Ihre Zahnärztin bzw. Ihr Zahnarzt für geeignet hält, und warme Kompressen können helfen, die Verspannung der Muskeln zu lösen. Nehmen die Schmerzen zu, sollten die Übungen pausiert werden.
- Aufbissschiene (Splint): Eine harte, nach Abdruck angefertigte Schiene schützt die Zähne vor Abnutzung und kann bei manchen Patientinnen und Patienten dazu beitragen, die Muskelbelastung auszugleichen. Wie die Schiene funktioniert und wie lange sie getragen wird, erklären wir im Beitrag Was ist eine Schienentherapie und wie viele Monate dauert sie?.
- Weitere Möglichkeiten: In manchen Fällen können nach ärztlicher Beurteilung zusätzliche Anwendungen zur Muskelentspannung in Frage kommen. Den Unterschied zwischen diesen Optionen finden Sie in unserem Beitrag Botox oder Schiene bei Zähnepressen?.
Keine Methode führt allein bei allen Menschen zum gleichen Ergebnis. In den meisten Fällen werden Verhaltensänderungen und eine Schutzschiene gemeinsam eingesetzt, und der Bedarf wird bei Kontrolluntersuchungen neu beurteilt. Wer einen Zusammenhang zwischen morgendlichen Kopfschmerzen und Zähnepressen vermutet, erleichtert die Untersuchung, indem er notiert, wann die Beschwerden begonnen haben und zu welchen Tageszeiten sie zunehmen.
Untersuchung bei Kieferbeschwerden und Zähnepressen in Ankara
Wenn Beschwerden wie wiederkehrende Schmerzen an der Schläfe, vor dem Ohr oder im Kiefer, morgendlich empfindliche Zähne oder Gelenkgeräusche beim Öffnen des Mundes seit einigen Wochen bestehen, ist eine zahnärztliche Abklärung hilfreich. In unserer Praxis im Park Oran Ofis in Oran, Çankaya, werden Abnutzungsspuren an den Zähnen, die Kaumuskulatur und das Kiefergelenk untersucht; bei Bedarf überweisen wir Sie an die entsprechende Fachrichtung. Für Termine und Anfahrtsinformationen nutzen Sie bitte unsere Kontaktseite.
Häufig gestellte Fragen
Verursacht Zähnepressen jeden Tag Kopfschmerzen?
Nicht bei allen. Bei manchen Menschen kann Zähnepressen zu morgendlichen, drückenden Schmerzen an den Schläfen beitragen, andere haben überhaupt keine Kopfschmerzen. Häufigkeit und Ursache der Schmerzen werden bei der Untersuchung beurteilt.
Woran erkenne ich, dass Ohrenschmerzen vom Zähnepressen kommen?
Wenn der Ohrbefund unauffällig ist, die Schmerzen aber beim Kauen, Gähnen oder nach dem Aufwachen zunehmen, kommen Kiefergelenk und Kaumuskulatur in Betracht. Bei Ausfluss aus dem Ohr, Fieber oder Hörverlust sollte zunächst eine HNO-Ärztin bzw. ein HNO-Arzt aufgesucht werden.
Beseitigt eine Aufbissschiene Kopfschmerzen?
Die Hauptaufgabe einer Aufbissschiene ist es, die Zähne vor Abnutzung zu schützen und zum Ausgleich der Muskelbelastung beizutragen. Bei manchen Menschen lassen morgendliche Schmerzen nach, das Ergebnis ist jedoch von Person zu Person verschieden und wird im Rahmen der ärztlichen Kontrolle beurteilt.
An welche Fachrichtung sollte ich mich bei Schmerzen durch Zähnepressen wenden?
Bei Beschwerden, die von Kiefer, Schläfe und Zähnen ausgehen, ist eine zahnärztliche Untersuchung ein geeigneter Anfang. Bei plötzlichen, heftigen Kopfschmerzen, neurologischen Symptomen oder Hörverlust sollte die entsprechende Fachrichtung wie Neurologie oder HNO aufgesucht werden.




