Ein Bracket ist das kleine Verbindungsteil, das bei der Zahnspangenbehandlung auf die Zahnoberfläche geklebt wird und den Bogendraht (den dünnen Draht, der die Zähne führt) hält. Die wichtigsten Bracket-Typen sind Metall-, Keramik-, Saphir- (transparente), selbstligierende und linguale Brackets (die auf die Innenseite der Zähne geklebt werden). Alle erfüllen dieselbe Grundaufgabe: die Kraft des Bogendrahts auf den Zahn zu übertragen. Die Unterschiede liegen bei Aussehen, Haltbarkeit, Komfort, Hygiene und Kosten sowie darin, für welchen Fall sie sich eignen. Diese Seite beschreibt jeden Typ verständlich, erklärt das Ankleben und Entfernen und geht ehrlich auf das Verhältnis zum Aligner ein.
Diese Informationen sind allgemeiner Natur; die Entscheidung für Sie wird erst nach der Untersuchung getroffen.
Was ist ein Bracket, und wozu dient es bei der Zahnspange?
Eine feste Zahnspange besteht aus drei Hauptteilen: dem Bracket, das auf den Zahn geklebt wird, dem Bogendraht, der durch die Nuten der Brackets läuft, und dem Befestigungssystem, das den Draht im Bracket hält (ein kleiner Gummiring oder die eigene Klappe des Brackets). Während der Draht versucht, seine ursprüngliche Form wieder einzunehmen, übt er eine leichte, anhaltende Kraft auf die Zähne aus; der Knochen um den Zahn baut sich als Antwort auf diese Kraft um, und der Zahn wandert langsam. Zu den Drahtarten finden Sie Informationen auf der Seite kieferorthopädische Drähte (Bogendraht). Winkel und Position der Nut am Bracket sind ein wichtiges Detail, das die endgültige Stellung des Zahns bestimmt; deshalb ist die korrekte Platzierung des Brackets für die Qualität der Behandlung entscheidend.
Welche Bracket-Arten gibt es?
Die folgende Tabelle fasst den allgemeinen Rahmen zusammen. Einzelheiten finden Sie in den nächsten Abschnitten.
| Typ | Aussehen | Stärke | Worauf zu achten ist |
|---|---|---|---|
| Metall | Auffällig, glänzend | Haltbar, seit vielen Jahren weit verbreitet | Fällt bei hohen ästhetischen Ansprüchen auf |
| Keramik | Nahe an der Zahnfarbe | Weniger auffällig | Empfindlicher als Metall, das Ligaturgummi kann sich verfärben |
| Saphir (transparent) | Sehr durchsichtig | Spiegelt die Zahnfarbe wider, verfärbungsresistent | Beim Entfernen ist Sorgfalt nötig, Auswahl und Kostenunterschied möglich |
| Selbstligierend | Aus Metall oder Keramik möglich | Kein Gummiring nötig, Reinigung kann einfacher sein | Eine deutliche Verkürzung der Behandlungsdauer ist nicht belegt |
| Lingual | Von außen unsichtbar | Ästhetisch, Vorderseite bleibt sauber | Zungenkontakt, Gewöhnung beim Sprechen, nicht für jeden Fall geeignet |
Wie sind Metall-Brackets?
Metall-Brackets bestehen meist aus Edelstahl und sind der Typ, der in der Kieferorthopädie am längsten verwendet wird. Sie sind haltbar, brechen nach dem Ankleben selten und eignen sich in den meisten Fällen auch für anspruchsvolle Zahnbewegungen. Ihr größter Nachteil ist, dass sie auffallen; heute gibt es allerdings kleinere und flachere Bauformen. Bei Kindern und Jugendlichen werden sie häufig gewählt, wenn die Bruchgefahr hoch ist. Wer eine Nickelallergie hat, sollte dies unbedingt bei der Untersuchung angeben; in solchen Fällen werden alternative Materialien erwogen.
Wie sind Keramik- und Saphir-Brackets (transparent)?
Keramik-Brackets fallen weniger auf, weil sie nahe an der Zahnfarbe liegen. Saphir-Brackets sind sehr durchsichtig, da sie aus einem einzigen Kristall bestehen, und spiegeln die Farbe des darunterliegenden Zahns wider. Keramikvarianten sind etwas empfindlicher als Metall, und die Ligaturgummis können sich durch färbende Lebensmittel wie Tee oder Kaffee gelb verfärben; deshalb werden sie bei den Kontrollen erneuert. Auch beim Entfernen wird sorgfältiger gearbeitet. Mehr Informationen finden Sie auf der Seite Keramik-Zahnspange und im Beitrag Porzellan-(Keramik-)Zahnspange. Zu den Unterschieden zwischen Saphir- und selbstligierenden Brackets ist auch dieser Vergleichsbeitrag hilfreich.
Was sind selbstligierende Brackets?
Bei selbstligierenden Brackets ist eine kleine Klappe oder ein Clip, der den Draht hält, in das Bracket integriert; ein zusätzlicher Gummiring ist nicht nötig. Sie können aus Metall oder Keramik bestehen. Manche Patienten empfinden die Reinigung dieses Systems als leichter, und weil bei den Kontrollen kein Ligaturgummi gewechselt werden muss, kann der Ablauf schneller gehen. Wissenschaftliche Untersuchungen haben dagegen nicht eindeutig gezeigt, dass diese Brackets die Gesamtbehandlungsdauer oder das Ergebnis deutlich verbessern. Die Wahl hängt also meist mit den Arbeitsgewohnheiten der Ärztin sowie mit Komfort und Hygienevorlieben zusammen; es wäre nicht richtig, sich allein wegen der Erwartung „geht schneller“ zu entscheiden.
Wie funktionieren linguale Brackets (an der Zahninnenseite)?
Linguale Brackets werden auf die zur Zunge zeigende Seite der Zähne geklebt und sind deshalb von außen nicht sichtbar. Häufig werden sie für jede Patientin und jeden Patienten individuell im Labor angefertigt. In den ersten Tagen kann es zu Reizungen der Zunge und einer vorübergehenden Gewöhnungszeit beim Sprechen kommen. Behandlung und Kontrollen können länger dauern als bei außen angebrachten Drähten; nicht jede Ärztin wendet diese Technik an, und sie ist nicht für jeden Fall geeignet. Einzelheiten finden Sie auf der Seite linguale Zahnspange und im Beitrag unsichtbare Zahnspange (linguale Kieferorthopädie).
Wie werden Brackets angeklebt?
Das Ankleben erfolgt in der Regel in einer einzigen Sitzung; bei den meisten Personen sind die Zähne danach leicht empfindlich. Der Ablauf sieht allgemein so aus:
- Vorbereitung: Die Zähne werden gereinigt, poliert und getrocknet. Lippen und Wangen werden mit einem speziellen Hilfsmittel abgehalten.
- Oberflächenbehandlung: Die Zahnoberfläche wird leicht aufgeraut und ein Haftvermittler aufgetragen; er sorgt dafür, dass das Bracket hält.
- Platzierung: Die Brackets werden an der geplanten Position mit einem speziellen Kleber auf die Zähne gesetzt; überschüssiger Kleber wird entfernt.
- Aushärtung: Der Kleber wird mit einem speziellen Licht ausgehärtet.
- Draht einsetzen: Der Bogendraht wird in die Bracketnuten eingelegt und befestigt.
An den hinteren Backenzähnen wird manchmal statt eines aufgeklebten Röhrchens ein ringförmiges Molarenband verwendet; für Bänder können vorher kleine Separatoren zwischen die Zähne gesetzt werden, die für einige Tage ein leichtes Druckgefühl verursachen. Eine Schritt-für-Schritt-Beschreibung finden Sie im Beitrag wie wird eine Zahnspange eingesetzt.
Welches Bracket passt zu welcher Patientin bzw. welchem Patienten?
Es gibt nicht das eine richtige Bracket; die Wahl richtet sich nach den folgenden Faktoren:
- Schwierigkeit des Falls: Bei Fällen mit großer Zahnbewegung, mit Extraktionen oder chirurgischer Unterstützung steht die Haltbarkeit im Vordergrund.
- Ästhetische Erwartung: Wer aus sozialen oder beruflichen Gründen nicht möchte, dass die Spange auffällt, erwägt Keramik-, Saphir- oder linguale Optionen.
- Alter und Gebrauch: Bei Kindern und Jugendlichen werden Bruchgefahr und mögliche Nachlässigkeit berücksichtigt; bei Erwachsenen steht oft die Ästhetik im Vordergrund.
- Allergie und Empfindlichkeit: Metallallergie, Empfindlichkeit von Zunge oder Lippen.
- Hygienegewohnheiten: Ein leicht zu reinigendes System ist besonders bei Zahnfleischproblemen wichtig.
- Budget und Dauer: Die Kosten werden nach Untersuchung und Planung schriftlich mitgeteilt; allgemeine Informationen finden Sie auf der Seite Kosten einer Zahnspange.
Zum üblichen Behandlungsablauf und zu weiteren Optionen bietet die Seite Zahnspangen-Behandlung einen allgemeinen Rahmen. Zu den farbigen Gummis, die die Behandlung begleiten, finden Sie Informationen auf der Seite Farben der Zahnspange.
Wie werden Brackets entfernt, und was passiert danach?
Ist das Behandlungsziel erreicht, werden die Brackets mit einer speziellen Zange entfernt, ohne den Zahn zu belasten. Kleberreste auf dem Zahn werden mit feinen Instrumenten entfernt und die Zahnoberfläche poliert. Bei den meisten Personen hinterlässt der Vorgang nur ein leichtes Unbehagen; sagen Sie Ihrer Ärztin Bescheid, wenn Sie empfindlich sind. Anschließend wird ein Retainer angefertigt, um die neue Position der Zähne zu halten; wird dieser Schritt ausgelassen, neigen die Zähne dazu, in ihre alte Stellung zurückzuwandern. Zur Retention finden Sie Informationen auf der Seite Retainer und im Beitrag was nach dem Entfernen der Zahnspange passiert.
Wie sollte die Mundhygiene mit Brackets aussehen?
Die Umgebung der Brackets begünstigt Plaque-Ansammlungen (Bakterienbelag). Bei ungenügender Reinigung können eine Zahnfleischentzündung und weiße Flecken um die Brackets auf der Zahnoberfläche (Schmelzdemineralisation) entstehen; diese Flecken können nach Behandlungsende bleiben. Praktische Empfehlungen:
- Nach jeder Mahlzeit Zähne putzen; die Bereiche oberhalb und unterhalb des Brackets sowie den Zahnfleischrand jeweils einzeln reinigen.
- Mit Interdentalbürsten und Zahnseide-Einfädlern unter dem Draht und zwischen den Zähnen reinigen.
- Fluoridhaltige Zahnpasta verwenden; je nach Empfehlung der Ärztin fluoridhaltige Mundspülung oder Schutzanwendungen.
- Klebrige, harte und sehr zuckerhaltige Speisen meiden; das senkt das Risiko für abgelöste Brackets und für Karies.
- Regelmäßige Zahnsteinentfernung und Einhalten der Kontrolltermine.
Zur Produktauswahl und Anwendung finden Sie Informationen auf der Seite Pflegeprodukte für die Zahnspange.
Was tun, wenn Brackets abplatzen oder der Draht sticht?
Ein abgelöstes Bracket oder ein Draht, der in die Wange sticht, kommt relativ häufig vor und ist meist kein Notfall. Auf das stechende Drahtende kann Zahnspangenwachs aufgetragen werden. Werfen Sie das abgelöste Bracket nicht weg, sondern bewahren Sie es für die Kontrolle auf und rufen Sie die Praxis an. Zu diesen Situationen finden Sie Informationen im Beitrag Notfälle bei der Zahnspange; setzen Sie sich aber vor jeder Entscheidung unbedingt mit der Praxis in Verbindung.
Ist statt Brackets auch ein Aligner möglich?
Beim Aligner gibt es weder Brackets noch Draht; stattdessen werden herausnehmbare Aligner verwendet, die in kleinen Schritten voranschreiten. Wo nötig, geben kleine zahnfarbene Attachments (auf die Zahnoberfläche geklebte Haltepunkte) dem Aligner Halt. In den meisten leichten und mittelschweren Fällen kann der Aligner ausreichen; bei ausgeprägten Rotationen, anspruchsvoller Bewegung retinierter Zähne oder deutlichen skelettalen Problemen können Draht und Brackets besser vorhersehbar sein. In manchen Fällen können beide Ansätze auch kombiniert werden: Beispielsweise werden nur an einigen Zähnen Brackets angebracht und danach mit Alignern fortgefahren. Was infrage kommt, wird bei der Untersuchung anhand der Unterlagen bestimmt. Zum Vergleich finden Sie Informationen auf der Seite Aligner oder Zahnspange und im Beitrag Arten der kieferorthopädischen Behandlung.
Wie wird bei der Untersuchung das Bracket ausgewählt?
In der Funda Sarıkaya Zahnpoliklinik beurteilt die Fachzahnärztin für Kieferorthopädie Funda Pekyılmaz Sarıkaya bei der Erstuntersuchung gemeinsam Ihre Zähne, Ihren Biss und Ihre Erwartungen; in der Praxis wird auch das Invisalign-System angewendet. Welche Behandlung für Sie geeignet ist, wird nach der Erstellung der Unterlagen besprochen. Die Praxis befindet sich im Park Oran Ofis in Çankaya Oran und ist Montag bis Samstag von 09:00 bis 20:00 Uhr geöffnet. Für einen Termin können Sie die Nummer 0312 911 60 36 anrufen.

