Kurze Antwort: Karies bei Kindern lässt sich weitgehend verhindern, indem man zuckerhaltige Speisen und Getränke seltener anbietet, ab dem ersten Zahn zweimal täglich mit fluoridhaltiger Zahnpasta putzt, eine altersgerechte Zahnpastamenge verwendet, geeignete Zähne versiegeln und auf zahnärztliche Empfehlung Fluoridlack auftragen lässt und regelmäßig zur zahnärztlichen Kontrolle geht. Wichtig ist auch, nachts keine Milch und keinen Fruchtsaft aus der Nuckelflasche zu geben.
Karies ist eine der häufigsten chronischen Erkrankungen im Kindesalter – zugleich aber auch eine der am leichtesten vermeidbaren. Karies, die an Milchzähnen beginnt, kann zu Schmerzen, Infektionen sowie Ess- und Schlafproblemen führen; ein früher Zahnverlust kann zudem die Stellung der bleibenden Zähne beeinflussen. Um das Risiko von Karies bei Kindern zu senken, braucht es keine aufwendigen oder komplizierten Methoden. Richtige Ernährungsgewohnheiten, regelmäßiges Zähneputzen, Fluorid und rechtzeitige zahnärztliche Kontrollen bieten in den meisten Fällen ausreichenden Schutz.
In diesem Ratgeber haben wir an einem Ort zusammengefasst, warum Karies bei Kindern so häufig ist und welche Schritte Familien zu Hause und in der Praxis unternehmen können.
Warum ist Karies bei Kindern so häufig?
Der Hauptgrund für die Häufigkeit von Karies bei Kindern ist, dass der Zahnschmelz der Milchzähne dünner ist als der bleibender Zähne und häufiger Kontakt mit zuckerhaltigen Lebensmitteln diese dünne Oberfläche schneller angreift. Die Bakterien im Mund nutzen Zucker zur Säurebildung; diese Säure führt zu Mineralverlust an der Zahnoberfläche, und mit der Zeit entsteht Karies.
Es gibt weitere Faktoren, die Kinder anfälliger machen:
- Die Fähigkeit zum Zähneputzen ist noch nicht ausgereift
- Häufiges Naschen und zuckerhaltige Getränke über den Tag verteilt
- Milch, Fruchtsaft oder gesüßte Getränke aus der Nuckelflasche in der Nacht
- Tiefe Furchen der frisch durchgebrochenen bleibenden Backenzähne
- Kariesverursachende Bakterien können von den Eltern auf das Kind übertragen werden, zum Beispiel durch einen gemeinsam benutzten Löffel
An Milchzähnen schreitet Karies manchmal sehr schnell voran und zeigt sich im Anfangsstadium nur als matte, weiße Flecken am Zahnfleischrand. Werden diese Flecken bemerkt, lässt sich das Fortschreiten der Karies durch frühes Eingreifen stoppen.
Wie beeinflussen Ernährung und Zucker die Kariesentstehung?
Der wichtigste ernährungsbedingte Faktor für das Kariesrisiko ist weniger die Gesamtmenge des verzehrten Zuckers als vielmehr die Häufigkeit, mit der er aufgenommen wird. Nach jedem süßen Snack bleibt das Mundmilieu eine Weile sauer; häufiges Naschen über den Tag gibt dem Zahn keine Gelegenheit, sich zu regenerieren.
Praktische Empfehlungen für zu Hause:
- Feste Mahlzeiten einführen: Süßes und zuckerhaltige Speisen sind weniger schädlich, wenn sie direkt nach den Hauptmahlzeiten statt als eigene Zwischenmahlzeit gegeben werden.
- Wasser als Hauptgetränk: Gegen Durst sollte Wasser statt Fruchtsaft, Limonade und gesüßter Milchprodukte bevorzugt werden.
- Die Nuckelflasche in der Nacht abgewöhnen: Ein Kind mit einer Flasche voll Milch oder Fruchtsaft einschlafen zu lassen, kann zu ausgedehnter Karies führen, die als „Nuckelflaschenkaries“ bekannt ist.
- Auf versteckten Zucker achten: Fertig-Fruchtjoghurts, Kekse, Frühstücksflocken und manche abgepackten „gesunden“ Snacks können mehr Zucker enthalten als erwartet.
- Klebrige Lebensmittel begrenzen: Lebensmittel, die an den Zähnen haften, wie Lokum, Karamell und Trockenobst, bleiben länger im Mund.
Lebensmittel wie Käse, Gemüse, Eier und Vollkornprodukte sind sowohl für die allgemeine Gesundheit als auch für die Zahngesundheit geeignetere Snack-Optionen.
Leicht übersehen werden auch zuckerhaltige Säfte (Sirupe) als Medikamente, die über längere Zeit eingenommen werden, sowie Sportgetränke. Nimmt Ihr Kind regelmäßig einen Sirup ein, kann es – ohne das ärztlich verordnete Medikament abzusetzen – helfen, den Mund nach der Einnahme mit Wasser ausspülen zu lassen und den Sirup möglichst vor dem abendlichen Putzen zu geben. Sportgetränke sind für Kinder, die keinen intensiven Sport treiben, in der Regel unnötig; Wasser reicht in den meisten Fällen aus.
Warum sind Zähneputzen und Fluorid wichtig?
Zweimal tägliches Putzen mit fluoridhaltiger Zahnpasta ist die wirksamste und einfachste Methode, um Karies bei Kindern vorzubeugen. Fluorid macht den Zahnschmelz widerstandsfähiger gegen Säuren und hilft, Mineralverluste im Frühstadium auszugleichen.
Zahnpastamenge nach Alter
- Vom ersten Zahn bis 3 Jahre: Eine reiskorngroße Menge, also ein dünner Hauch fluoridhaltiger Zahnpasta
- 3–6 Jahre: Eine erbsengroße Menge Zahnpasta
- Über 6 Jahre: Eine erbsengroße Menge altersgerechter, fluoridhaltiger Zahnpasta
Richtige Putzgewohnheiten
- Putzen Sie morgens nach dem Frühstück und abends vor dem Schlafengehen jeweils etwa zwei Minuten.
- Nach dem Putzen genügt es, die Zahnpasta auszuspucken; kräftiges Ausspülen mit viel Wasser kann die Wirkung des Fluorids verringern.
- Nach dem abendlichen Putzen sollte außer Wasser nichts mehr gegessen oder getrunken werden.
- Kinder können ihre Zähne meist erst mit 7–8 Jahren allein ausreichend reinigen; bis dahin wird empfohlen, dass ein Erwachsener das Putzen übernimmt oder kontrolliert.
- Sobald sich die Zähne berühren, kann auf zahnärztliche Empfehlung Zahnseide zur Reinigung der Zwischenräume verwendet werden.
Der in der Praxis aufgetragene Fluoridlack ist eine konzentrierte Schutzschicht, die auf die Zahnoberflächen aufgebracht wird. Wie häufig er angewendet wird, legt die Zahnärztin bzw. der Zahnarzt nach dem Kariesrisiko des Kindes fest.
Was ist eine Fissurenversiegelung und für wen ist sie geeignet?
Eine Fissurenversiegelung ist ein dünnes, fließfähiges Schutzmaterial, das die tiefen Furchen und Grübchen auf der Kaufläche der Backenzähne verschließt. Diese Furchen werden von den Borsten der Zahnbürste nicht vollständig erreicht, und hier beginnt Karies am häufigsten.
Eine Fissurenversiegelung wird in der Regel in folgenden Fällen empfohlen:
- bei den ersten bleibenden Backenzähnen, die um das 6. Lebensjahr durchbrechen
- bei den zweiten bleibenden Backenzähnen, die um das 12. Lebensjahr durchbrechen
- bei Kindern mit hohem Kariesrisiko an manchen Milchbackenzähnen mit ausgeprägten Furchen
Der Eingriff erfordert weder eine Betäubung noch ein Beschleifen des Zahnes. Nachdem die Zahnoberfläche gereinigt und getrocknet wurde, wird das Material aufgetragen und mit einem speziellen Licht ausgehärtet. Da sich Versiegelungen mit der Zeit abnutzen können, wird ihr Zustand bei den Kontrollterminen überprüft und bei Bedarf erneuert. Eine Fissurenversiegelung ersetzt nicht das Zähneputzen; sie bietet lediglich eine zusätzliche Schutzschicht.
Wie oft sollten regelmäßige Kontrollen stattfinden?
Der erste Zahnarztbesuch des Kindes sollte beim Durchbruch des ersten Zahnes oder spätestens bis zum ersten Geburtstag erfolgen; danach sollten die Kontrollen in der Regel alle 6 Monate fortgesetzt werden. Bei Kindern mit hohem Kariesrisiko kann die Zahnärztin bzw. der Zahnarzt häufigere Kontrollen empfehlen.
Regelmäßige Kontrollen, die früh beginnen, haben folgende Vorteile:
- Beginnende Karies wird erkannt, bevor eine Füllung nötig ist
- Die Familie erhält eine altersgerechte Anleitung zur Mundpflege des Kindes
- Der Bedarf an Fluoridlack und Fissurenversiegelung wird festgestellt
- Probleme bei Zahnentwicklung und Zahnstellung werden früh sichtbar
- Das Kind gewöhnt sich an die Praxisumgebung, und die Angst vor dem Zahnarzt nimmt ab
Bei den Kontrollen werden auch Zahnstellung und Kieferentwicklung beobachtet. Wenn nötig, erfolgt in späteren Jahren eine Überweisung zur kieferorthopädischen Beurteilung. Zu weiteren häufigen Fragen rund um die Zahngesundheit und Behandlungen bei Kindern können Sie unsere Seite mit häufig gestellten Fragen besuchen.
Sollte Karies an Milchzähnen behandelt werden?
Ja; Karies sollte nicht vernachlässigt werden, nur weil Milchzähne ohnehin ausfallen. Unbehandelte Karies kann Schmerzen, Abszesse und Infektionen verursachen und die Entwicklung des darunterliegenden bleibenden Zahnes beeinträchtigen. Milchzähne, die vorzeitig gezogen werden müssen, können zudem zur Wanderung der Nachbarzähne und später zu Platzproblemen führen. Je nach Ausmaß der Karies kommen eine Füllung, eine Wurzelbehandlung am Milchzahn oder eine Krone infrage.
Zahngesundheitskontrolle für Kinder in Ankara
Wenn Sie an den Zähnen Ihres Kindes Verfärbungen, weiße Flecken, Empfindlichkeit gegenüber Heißem und Kaltem oder Unruhe beim Essen bemerkt haben, ist es gut, eine Untersuchung zu planen, ohne die nächste Routinekontrolle abzuwarten. In unserer Praxis im Park Oran Ofis in Oran, Çankaya, wird die Mundgesundheit Ihres Kindes beurteilt, und die vorbeugenden Schritte für zu Hause werden gemeinsam mit der Familie geplant.
Häufig gestellte Fragen
Wann sollte man bei Babys mit dem Zähneputzen beginnen?
Mit dem Putzen sollte begonnen werden, sobald der erste Milchzahn im Mund sichtbar wird. In dieser Phase genügen eine weiche Babyzahnbürste und eine reiskorngroße Menge fluoridhaltiger Zahnpasta. Geputzt werden sollte zweimal täglich, und zwar von einem Erwachsenen.
Ist es schädlich, wenn mein Kind die Zahnpasta verschluckt?
Wird eine altersgerechte Menge verwendet – bei kleinen Kindern reiskorngroß, ab 3 Jahren erbsengroß –, ist gelegentliches Verschlucken in der Regel unproblematisch. Das Putzen sollte unter Aufsicht eines Erwachsenen erfolgen, und die Zahnpasta sollte außerhalb der Reichweite des Kindes aufbewahrt werden.
Wie lange hält eine Fissurenversiegelung?
Fissurenversiegelungen können in den meisten Fällen mehrere Jahre am Zahn verbleiben, sich durch die Kaukräfte aber mit der Zeit abnutzen oder teilweise lösen. Deshalb wird ihr Zustand bei Routinekontrollen überprüft und bei Bedarf erneuert.
Beeinflusst Karies an einem Milchzahn den bleibenden Zahn?
Das ist möglich. Fortgeschrittene Milchzahnkaries kann zu Infektionen führen und die Struktur des darunter heranwachsenden bleibenden Zahnes beeinträchtigen. Zudem kann der frühe Verlust eines Milchzahnes die Stellung der bleibenden Zähne stören. Deshalb wird empfohlen, auch Karies an Milchzähnen zu behandeln.




