Kurze Antwort: Ja, ein Zahnröntgen kann in der Schwangerschaft angefertigt werden, wenn es nötig ist. Nach Angaben der ADA und des ACOG ist die Strahlendosis eines Zahnröntgens sehr gering, und da der Strahl auf den Mundbereich gerichtet ist, ist die Dosis, die die Gebärmutter erreicht, vernachlässigbar. Bei der Aufnahme werden Bleischürze und Schilddrüsenschutz verwendet; aufschiebbare Röntgenaufnahmen werden auf die Zeit nach der Geburt verlegt. Wenn Sie ohne Wissen um die Schwangerschaft geröntgt wurden und Bedenken haben, sprechen Sie mit Ihrer Frauenärztin bzw. Ihrem Frauenarzt.
Wenn bei der zahnärztlichen Untersuchung ein Röntgenbild angeordnet wird, lautet die erste Frage schwangerer Patientinnen meist gleich: Darf in der Schwangerschaft ein Zahnröntgen gemacht werden, und hat es eine Wirkung auf das Baby? Die kurze Antwort: Wenn es nötig ist und geeignete Schutzmaßnahmen getroffen werden, ist es möglich. Zahnröntgenaufnahmen gehören zu den bildgebenden Verfahren mit der niedrigsten Dosis in der Medizin, und der Strahl wird weit von der Gebärmutter entfernt auf den Mundbereich gerichtet. In diesem Beitrag vergleichen wir die Strahlendosis mit Beispielen aus dem Alltag, beantworten die Fragen derer, die ohne Wissen um die Schwangerschaft geröntgt wurden, und gehen auch auf die Stillzeit ein.
Darf in der Schwangerschaft ein Zahnröntgen gemacht werden?
Ja, in der Schwangerschaft kann ein Zahnröntgen angefertigt werden, wenn es für Diagnose oder Behandlung nötig ist. Die American Dental Association (ADA) und das American College of Obstetricians and Gynecologists (ACOG) geben an, dass eine Schwangerschaft allein kein Grund ist, notwendige Zahnröntgenaufnahmen aufzuschieben. Das Schlüsselwort ist hier „notwendig“. Routinemäßige, aufschiebbare Röntgenaufnahmen zur Kontrolle werden in der Schwangerschaft meist auf die Zeit nach der Geburt verlegt; bei Schmerzen, Schwellung, Verdacht auf einen Abszess oder einer Zahnentfernung kann eine Bildgebung jedoch für die richtige Diagnose nötig sein.
Eine Behandlung ohne Röntgenbild kann in manchen Fällen dazu führen, dass das Problem übersehen oder ein umfassenderer Eingriff als nötig durchgeführt wird. Die Entscheidung ist deshalb eine Abwägung von Nutzen und möglichem Risiko. Einen Überblick über Zahnbehandlungen in der Schwangerschaft finden Sie auch in unserem Beitrag Zahnbehandlung in der Schwangerschaft.
Wie hoch ist die Strahlendosis eines Zahnröntgens?
Die Strahlendosis eines Zahnröntgens ist sehr gering, und die Menge, die die Gebärmutter erreicht, ist vernachlässigbar. Die Strahlendosis wird meist in Mikrosievert (µSv) angegeben. Die in der Literatur genannten ungefähren Werte lauten:
- Ein einzelner Zahnfilm (periapikal) oder Bissflügelfilm (Bitewing): Bei digitalen Systemen etwa 5 µSv und weniger.
- Panoramaröntgen: Je nach Gerät unterschiedlich, etwa 10–25 µSv.
- Natürliche Hintergrundstrahlung: Die Dosis, die jeder Mensch allein aus seiner Umgebung aufnimmt, liegt bei etwa 6–8 µSv pro Tag.
- Ein langer Flug: Die bei einem Flug von einigen Stunden aufgenommene Dosis kann der von einigen Zahnfilmen entsprechen.
Diese Zahlen sind ungefähre Werte und unterscheiden sich je nach Gerät, Einstellungen und Aufnahmetechnik. Der entscheidende Punkt: Die Strahlungsniveaus, die in der Schwangerschaft für das Baby bedenklich sind, liegen weit über den bei Zahnröntgenaufnahmen gemessenen Werten. Zudem bleibt der größte Teil dieser Dosis im Kopf- und Halsbereich; da die Gebärmutter außerhalb des Strahlenfelds liegt, ist die dorthin gelangende Streustrahlung kaum messbar gering.
Wenn Sie ohne Wissen um die Schwangerschaft geröntgt wurden
Wenn Sie ein Zahnröntgen machen ließen, ohne zu wissen, dass Sie schwanger sind, gibt es nach allgemein anerkannten Erkenntnissen höchstwahrscheinlich keinen Grund zur Sorge. Das kommt recht häufig vor; die ersten Wochen einer Schwangerschaft vergehen oft unbemerkt. Ein Zahnröntgen ist auf den Mundbereich gerichtet, und die Dosis, die die Gebärmutter erreicht, liegt weit unter den Werten, von denen bekannt ist, dass sie für das Baby ein Risiko darstellen.
Dass trotzdem ein Fragezeichen bleibt, ist verständlich. Am richtigsten ist es dann, mit Ihrer Frauenärztin bzw. Ihrem Frauenarzt zu sprechen und anzugeben, welche Art von Röntgenaufnahme angefertigt wurde (Einzelfilm, Panorama oder Tomografie). Bei Bedarf können Sie bei der Praxis, die geröntgt hat, Informationen zur Aufnahmeart erfragen. Ihre Ärztin bzw. Ihr Arzt wird Ihre Fragen für Ihre persönliche Situation beantworten. Voreilige, von Sorge getriebene Entscheidungen zu vermeiden und die Informationen direkt bei der Ärztin bzw. dem Arzt einzuholen, ist der gesündeste Weg.
Welche Schutzmaßnahmen werden getroffen?
Beim Zahnröntgen in der Schwangerschaft gilt der Grundsatz, das Notwendige mit der niedrigstmöglichen Dosis und mit Schutzmaßnahmen anzufertigen. In der Praxis stehen diese Schritte im Vordergrund:
- Beurteilung der Notwendigkeit: Die Zahnärztin bzw. der Zahnarzt entscheidet, ob das Röntgenbild zur Diagnose oder Behandlung wirklich beiträgt; aufschiebbare Aufnahmen werden aufgeschoben.
- Bleischürze: Es wird eine Schutzschürze verwendet, die Bauch und Becken abdeckt.
- Schilddrüsenschutz: Am Hals wird ein Kragen getragen, der die Schilddrüse schützt. Die Schilddrüse gehört bei Aufnahmen von Kopf und Hals zu den empfindlichen Organen, die dem Strahlenfeld am nächsten liegen.
- Digitaler Sensor und passende Einstellung: Digitale Röntgensysteme erfordern oft eine geringere Dosis als frühere Filmsysteme.
- Nur der nötige Bereich: Statt des gesamten Mundes wird, wenn möglich, ein einzelner Film bevorzugt, der auf den betroffenen Zahn ausgerichtet ist.
Sagen Sie vor dem Röntgen unbedingt, dass Sie schwanger sind, und nennen Sie Ihre Schwangerschaftswoche. Diese Information beeinflusst direkt, welche Art der Bildgebung die Zahnärztin bzw. der Zahnarzt wählt und wann sie erfolgt.
Unterschied zwischen Panoramaröntgen und Tomografie
Ein Panoramaröntgen zeigt den gesamten Kiefer in einem Bild und hat eine niedrige Dosis; die dentale Tomografie (digitale Volumentomografie, Kegelstrahl-Computertomografie) liefert dagegen dreidimensionale Bilder und hat eine höhere Dosis. Dieser Unterschied bestimmt, welches Verfahren in der Schwangerschaft gewählt wird.
Panoramaröntgen in der Schwangerschaft
Ein Panoramaröntgen liefert vor allem bei verlagerten Weisheitszähnen, Verdacht auf eine ausgedehnte Infektion oder Problemen, die mehrere Zähne betreffen, Informationen. Wenn es nötig erscheint, kann es in der Schwangerschaft mit Schutzmaßnahmen angefertigt werden. Handelt es sich jedoch um ein Problem an einem einzelnen Zahn, bevorzugen Zahnärztinnen und Zahnärzte meist den kleineren periapikalen Film, der einen kleineren Bereich zeigt.
Dentale Tomografie
Die Tomografie wird bei Eingriffen eingesetzt, die detaillierte dreidimensionale Informationen brauchen, etwa bei der Implantatplanung oder komplexen chirurgischen Situationen. Da solche Eingriffe in der Schwangerschaft meist als elektiv gelten, wird die Tomografie oft auf die Zeit nach der Geburt gelegt. Gibt es eine dringende und besondere Notwendigkeit, treffen Ihre Frauenärztin bzw. Ihr Frauenarzt und Ihre Zahnärztin bzw. Ihr Zahnarzt die Entscheidung gemeinsam.
Wenn Sie wissen möchten, welche Rolle das Röntgen bei Fällen spielt, die eine Zahnentfernung in der Schwangerschaft erfordern, lesen Sie unseren Beitrag Zahnentfernung in der Schwangerschaft. Für Fragen zur Bildgebung wie MRT und Röntgen während einer kieferorthopädischen Behandlung gibt Ihnen unser Beitrag Zahnspange bei MRT und Röntgen eine Orientierung. Eine kieferorthopädische Behandlung in der Schwangerschaft ist ein eigenes Beurteilungsthema; Einzelheiten stehen im Beitrag Zahnspange und Aligner in der Schwangerschaft.
Ist eine Behandlung ohne Röntgen möglich?
In manchen Fällen ja; ein Röntgenbild ist nicht für jede Behandlung zwingend, und die Zahnärztin bzw. der Zahnarzt kann sich mit der klinischen Untersuchung begnügen. Bei einer oberflächlichen Karies, einer Zahnfleischentzündung oder einer Zahnsteinentfernung ist eine Bildgebung oft nicht nötig. Bei Verdacht auf eine Infektion an der Wurzelspitze, eine Wurzelfraktur oder einen verlagerten Zahn dagegen wird es ohne Röntgenbild schwer, die richtige Entscheidung zu treffen. In einem solchen Fall kann der Verzicht auf das Röntgen zu einer verspäteten Diagnose und zum Fortschreiten der Infektion führen; das ist in der Schwangerschaft ein unerwünschtes Bild. Ihre Zahnärztin bzw. Ihr Zahnarzt wird Ihnen erklären, warum eine Bildgebung nötig ist; scheuen Sie sich nicht, vor der Aufnahme jede Frage zu stellen, die Ihnen durch den Kopf geht.
Darf man in der Stillzeit ein Zahnröntgen machen lassen?
Ja, in der Stillzeit kann ein Zahnröntgen angefertigt werden, und das Stillen muss nicht unterbrochen werden. Röntgenstrahlen reichern sich nicht im Körper an, gehen nicht in die Muttermilch über, und nach der Aufnahme bleibt keine Strahlung im Körper zurück. Das gilt neben Zahnröntgenaufnahmen auch für die meisten medizinischen Röntgenaufnahmen.
In der Stillzeit können nur bei besonderen Untersuchungen, bei denen radioaktive Substanzen verabreicht werden, etwa manchen nuklearmedizinischen Tests, zusätzliche Vorkehrungen nötig sein; das in der Zahnmedizin verwendete Röntgen und die Tomografie fallen nicht darunter. Für stillende Mütter lässt sich der größte Teil der Zahnbehandlungen, einschließlich lokaler Betäubung, problemlos planen. Dennoch ist es eine gute Gewohnheit, Ihrer Zahnärztin bzw. Ihrem Zahnarzt zu sagen, welche Medikamente Sie nehmen und dass Sie stillen.
Untersuchung und Entscheidung zur Bildgebung in Ankara
Wenn Sie in der Schwangerschaft Zahnschmerzen, eine Schwellung oder einen Bruch haben, sollte Ihre Zurückhaltung beim Röntgen den Gang zur Zahnärztin oder zum Zahnarzt nicht verzögern. In unserer Zahnpoliklinik im Park Oran Ofis in Çankaya erfolgt zuerst eine klinische Untersuchung; eine Bildgebung wird nur geplant, wenn sie nötig erscheint, mit Schutzmaßnahmen und nach Erklärung an Sie. Für einen Termin erreichen Sie uns über unsere Kontaktseite.
Häufig gestellte Fragen
Ich habe ohne Wissen um meine Schwangerschaft einen Zahnfilm machen lassen, was soll ich tun?
Ein Zahnröntgen ist auf den Mundbereich gerichtet, und die Dosis, die die Gebärmutter erreicht, ist vernachlässigbar; nach allgemein anerkannten Erkenntnissen gibt dies höchstwahrscheinlich keinen Grund zur Sorge. Wenn Sie trotzdem unruhig sind, sprechen Sie mit Ihrer Frauenärztin bzw. Ihrem Frauenarzt und geben Sie an, welche Art von Röntgenaufnahme angefertigt wurde.
Darf in der Schwangerschaft ein Panoramaröntgen gemacht werden?
Wenn es nötig erscheint, kann es mit Bleischürze und Schilddrüsenschutz angefertigt werden. Ist das Problem auf einen einzelnen Zahn beschränkt, bevorzugen Zahnärztinnen und Zahnärzte meist einen einzelnen Film, der einen kleineren Bereich zeigt. Die Entscheidung fällt bei der Untersuchung.
Ist die Bleischürze wirklich nötig?
Die Dosis, die beim Zahnröntgen die Gebärmutter erreicht, ist ohnehin sehr gering; dennoch ist die Verwendung von Bleischürze und besonders Schilddrüsenschutz in der Schwangerschaft eine empfohlene zusätzliche Vorkehrung. Sie beruhigt die werdende Mutter und senkt die Dosis noch weiter.
Muss ich nach einem Zahnröntgen in der Stillzeit die Milch abpumpen und wegschütten?
Nein. Röntgenstrahlen reichern sich nicht im Körper an und gehen nicht in die Muttermilch über. Nach einem Zahnröntgen können Sie wie gewohnt weiterstillen.




