Kurze Antwort: All-on-4 ist ein Behandlungskonzept, bei dem in einem zahnlosen Kiefer eine festsitzende Zahnbrücke auf vier Implantaten verankert wird. Durch die schräge Insertion der hinteren Implantate kann bei Knochenmangel häufig ohne zusätzlichen Knochenaufbau behandelt werden. Bei All-on-6 werden sechs Implantate verwendet. In geeigneten Fällen können noch am selben Tag oder innerhalb weniger Tage provisorische festsitzende Zähne eingesetzt werden; ob die Behandlung infrage kommt, wird durch eine Tomografie (DVT) und eine Untersuchung festgestellt.
Für viele Menschen, die alle Zähne verloren haben oder kurz davor stehen, waren herausnehmbare Vollprothesen über Jahrzehnte die wichtigste Option. Eine wackelnde Prothese, ein durch die Gaumenabdeckung vermindertes Geschmacksempfinden und Kaubeschwierigkeiten können die Lebensqualität jedoch deutlich beeinträchtigen. Das All-on-4-Konzept (umgangssprachlich „All on Four“) und seine Variante mit mehr Implantaten, All-on-6, sind moderne Ansätze, mit denen in zahnlosen Kiefern eine festsitzende Zahnreihe auf wenigen Implantaten gefertigt werden kann. In diesem Beitrag erklären wir verständlich, was die Methode ist, für wen sie geeignet ist und wo ihre Grenzen liegen.
Was ist All-on-4?
All-on-4 ist ein Behandlungskonzept, das darauf beruht, auf vier in einen zahnlosen Kiefer eingesetzten Implantaten eine festsitzende Prothese (Zahnreihe) anzufertigen, die der Patient nicht herausnehmen kann. Zwei dieser vier Implantate werden senkrecht im vorderen Kieferbereich, zwei schräg im hinteren Bereich gesetzt.
Diese Neigung der hinteren Implantate ist das zentrale Merkmal der Methode. Sie ermöglicht es, längere Implantate zu verwenden, ohne im Oberkiefer der Kieferhöhle und im Unterkiefer dem Kiefernerv zu nahe zu kommen, und den vorhandenen Knochen effizienter zu nutzen. So lässt sich bei vielen Patienten mit begrenztem Knochenangebot eine Behandlung planen, ohne dass zusätzliche Operationen wie ein Sinuslift oder ein umfangreicher Knochenaufbau nötig sind.
Was diesen Ansatz von implantatgetragenen herausnehmbaren Prothesen unterscheidet, ist, dass der Patient die Prothese nicht herausnimmt. Bei herausnehmbaren Prothesen auf Implantaten wird die Prothese mit druckknopfähnlichen Elementen an den Implantaten gehalten und vom Patienten zur Reinigung herausgenommen. Die All-on-4-Prothese hingegen wird mit den Implantaten verschraubt und kann nur von der Zahnärztin bzw. dem Zahnarzt zur Kontrolle und Pflege abgenommen werden. Welcher Prothesentyp geeignet ist, wird gemeinsam anhand der Knochenstruktur, der Fingerfertigkeit und der Erwartungen der Person beurteilt.
Was ist der Unterschied zwischen All-on-4 und All-on-6?
Der wesentliche Unterschied zwischen All-on-4 und All-on-6 ist die Anzahl der Implantate, die die Prothese tragen: Beim einen sind es vier, beim anderen sechs. Dieser Unterschied wirkt sich direkt auf die Kraftverteilung und die Planung aus.
- All-on-4: Kann mit weniger Implantaten auch bei begrenztem Knochenvolumen eingesetzt werden. Operationsdauer und Heilungsbelastung sind vergleichsweise geringer.
- All-on-6: Die Kaukräfte verteilen sich auf mehr Implantate. Kann bei Patienten mit ausreichendem Knochenvolumen, hohen Kaukräften oder einer Neigung zum Zähnepressen bevorzugt werden. Tritt an einem Implantat ein Problem auf, bleibt die Abstützung der Prothese eher erhalten.
Welche Option geeignet ist, wird unter Berücksichtigung von Knochenmenge und -qualität, dem Zustand der Zähne im Gegenkiefer, den Kaukräften und dem allgemeinen Gesundheitszustand entschieden. Bei manchen Patienten kommen auch andere Planungen mit einer anderen Anzahl von Implantaten infrage.
Für wen ist die Behandlung geeignet?
Eine Implantatversorgung des gesamten Kiefers kann für Erwachsene in Betracht gezogen werden, die alle Zähne verloren haben oder deren verbliebene Zähne nicht mehr zu erhalten sind und die festsitzende Zähne wünschen. Sie kann insbesondere in folgenden Situationen eine geeignete Option sein:
- Personen, die eine herausnehmbare Vollprothese tragen und über deren Wackeln klagen
- Personen, die aufgrund einer fortgeschrittenen Zahnfleischerkrankung den Großteil ihrer Zähne zu verlieren drohen
- Patienten, bei denen wegen Knochenabbaus das Setzen vieler Implantate schwierig ist
- Personen, die langwierige Knochenaufbauverfahren vermeiden möchten und deren Anatomie dies zulässt
Einige Umstände erfordern jedoch eine sorgfältige Beurteilung oder können eine Verschiebung der Behandlung notwendig machen: nicht eingestellter Diabetes, starkes Rauchen, eine Strahlentherapie im Kopf-Hals-Bereich in der Vorgeschichte, die Einnahme bestimmter Medikamente, die den Knochenstoffwechsel beeinflussen, sowie Umstände, die eine konsequente Mundhygiene erschweren. Daher wird vor der Behandlung eine ausführliche Anamnese erhoben und bei Bedarf Rücksprache mit den behandelnden Ärzten gehalten.
Behandlungsablauf und Zähne am selben Tag
Die All-on-4-Behandlung verläuft in vier Hauptphasen: Planung, chirurgischer Eingriff, provisorische Prothese und definitive Prothese. In geeigneten Fällen können nach dem Setzen der Implantate am selben Tag oder innerhalb weniger Tage provisorische festsitzende Zähne eingesetzt werden; dies wird als „Sofortbelastung“ bezeichnet.
- Untersuchung und Planung: Mit einer intraoralen Untersuchung, einer dentalen Tomografie (DVT) und digitalen Abformungen werden Knochenvolumen sowie die Lage von Kieferhöhle und Nerven beurteilt. Position und Neigung der Implantate werden anhand dieser Daten geplant.
- Chirurgische Phase: Falls nötig, werden die verbliebenen Zähne entfernt und die Implantate unter örtlicher Betäubung gesetzt. Bei ängstlichen Patienten kann auch eine Sedierung in Betracht gezogen werden.
- Provisorische festsitzende Prothese: Haben die Implantate eine ausreichende Primärstabilität erreicht, wird eine leichte provisorische Zahnreihe auf den Implantaten befestigt. In dieser Zeit ist weiche Kost wichtig.
- Definitive Prothese: Das Einheilen der Implantate in den Knochen dauert in der Regel einige Monate. Danach wird die definitive Prothese aus widerstandsfähigeren Materialien eingesetzt.
Provisorische Zähne am selben Tag sind nicht bei jedem Patienten möglich. Ist die Primärstabilität der Implantate nicht ausreichend, kann während der Einheilphase eine andere provisorische Lösung gewählt werden. Dauer und Kosten der Behandlung werden nach der Tomografie und der Planung schriftlich mitgeteilt.
Welche Vorteile und Grenzen gibt es?
Die Konzepte All-on-4 und All-on-6 bieten beim richtigen Patienten wichtige Vorteile; wie jede Methode hat jedoch auch dieser Ansatz seine Grenzen. Für eine fundierte Entscheidung sollte man beides kennen.
Vorteile
- Sie ermöglichen eine festsitzende Zahnreihe, die der Patient nicht herausnimmt.
- Da im Oberkiefer der Gaumen nicht abgedeckt wird, bleiben Geschmacks- und Temperaturempfinden erhalten.
- Bei Knochenmangel verringern sie häufig den Bedarf an zusätzlichen Operationen.
- In geeigneten Fällen erhält man in kurzer Zeit provisorische festsitzende Zähne.
- Beim Kauen und Sprechen können sie im Vergleich zu einer herausnehmbaren Prothese mehr Sicherheit vermitteln.
Grenzen
- Es handelt sich um einen chirurgischen Eingriff, der einen geeigneten allgemeinen Gesundheitszustand voraussetzt.
- Die Reinigung der Prothesenunterseite erfordert Sorgfalt; wird sie vernachlässigt, kann sich um die Implantate eine Entzündung entwickeln.
- An Prothesenteilen kann es mit der Zeit zu Abnutzung oder Brüchen kommen; Wartung und Reparaturen können notwendig werden.
- Bei manchen Patienten mit sehr fortgeschrittenem Knochenabbau können andere Implantatlösungen oder knochenaufbauende Verfahren erforderlich sein.
Wie lassen sich Pflege und Haltbarkeit sichern?
Ob eine All-on-4-Prothese lange problemlos genutzt werden kann, hängt in hohem Maße von der täglichen Pflege und regelmäßigen Kontrollen ab. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass diese Behandlung bei geeigneten Patienten langfristig hohe Erfolgsraten aufweist; der Erhalt des Ergebnisses hängt jedoch auch von der Pflege durch den Patienten ab.
- Tägliche Reinigung: Die Prothesenoberflächen sollten mit einer weichen Bürste, die dem Zahnfleisch zugewandte Unterseite der Prothese mit Superfloss, Interdentalbürste und Munddusche gereinigt werden.
- Kontrollen: In der Regel werden Kontrollen alle sechs Monate empfohlen. Bei Bedarf nimmt die Zahnärztin bzw. der Zahnarzt die Prothese ab und reinigt Implantate und Prothesenunterseite professionell.
- Nachtschiene: Bei Patienten, die mit den Zähnen pressen oder knirschen, kann zum Schutz der Prothese eine Aufbissschiene für die Nacht empfohlen werden.
- Rauchen: Rauchen wirkt sich ungünstig auf die Gesundheit des Gewebes um die Implantate aus; es wird empfohlen, damit aufzuhören.
Antworten auf weitere Fragen zur Implantatbehandlung finden Sie auf unserer Seite Häufig gestellte Fragen.
Wann sollten Sie sich bei Zahnlosigkeit in Ankara untersuchen lassen?
Wenn Sie mit Ihrer herausnehmbaren Prothese schlecht kauen können, Ihre Zähne aufgrund einer Zahnfleischerkrankung locker sind oder man Ihnen früher gesagt hat, dass wegen Knochenmangels kein Implantat möglich sei, kann eine erneute Beurteilung mit einer aktuellen Tomografie neue Optionen aufzeigen. In unserer Poliklinik im Park Oran Ofis in Çankaya wird die Behandlung unter gemeinsamer Berücksichtigung der Tomografieauswertung, der Beurteilung des allgemeinen Gesundheitszustands und der Prothesenplanung vorbereitet. Informationen zur Terminvereinbarung finden Sie auf unserer Seite Kontakt.
Häufig gestellte Fragen
Können mit All-on-4 am selben Tag Zähne eingesetzt werden?
In geeigneten Fällen, wenn die Implantate eine ausreichende Primärstabilität erreicht haben, können am selben Tag oder innerhalb weniger Tage provisorische festsitzende Zähne eingesetzt werden. Die definitive Prothese wird nach dem Einheilen der Implantate in den Knochen angefertigt, in der Regel nach einigen Monaten.
Kann eine All-on-4-Prothese herausgenommen werden?
Der Patient kann die Prothese nicht herausnehmen; sie ist mit den Implantaten verschraubt. Die Zahnärztin bzw. der Zahnarzt kann sie jedoch bei Bedarf zur Kontrolle und professionellen Reinigung abnehmen.
Ist All-on-4 auch bei wenig Knochen möglich?
Dank der schrägen Insertion der hinteren Implantate kann bei vielen Patienten mit begrenztem Knochenvolumen ohne zusätzlichen Knochenaufbau behandelt werden. Die Eignung wird jedoch in jedem Fall mit einer dentalen Tomografie beurteilt.
Sollte man sich für All-on-4 oder All-on-6 entscheiden?
Die Wahl richtet sich nach Knochenmenge, Kaukräften, Neigung zum Zähnepressen und dem Zustand der Zähne im Gegenkiefer. Ist ausreichend Knochen vorhanden, kann All-on-6 bevorzugt werden, da die Kräfte auf mehr Implantate verteilt werden; die Entscheidung fällt nach der Untersuchung.




