Kurze Antwort: Eine Implantatbehandlung besteht aus der Planung mit Untersuchung und DVT, dem Einsetzen des Implantats in den Kieferknochen unter örtlicher Betäubung, der Einheilzeit für das Verwachsen mit dem Knochen und der Eingliederung des endgültigen Zahns nach einer Abformung. Die Einheilzeit beträgt im Unterkiefer in der Regel 2–3 Monate, im Oberkiefer 3–6 Monate. In Fällen ohne zusätzliche Eingriffe dauert die Behandlung insgesamt meist 3–6 Monate, mit Knochenaufbau länger.
Ein Zahnimplantat ist eine künstliche Wurzel in Form einer kleinen Schraube, meist aus Titan, die anstelle der Wurzel des verlorenen Zahns in den Kieferknochen eingesetzt wird. Zusammen mit der darauf gefertigten Krone, Brücke oder Prothese soll es sowohl die Funktion als auch das Aussehen des fehlenden Zahns wiederherstellen. Doch wie wird ein Implantat gesetzt und wie lange dauert es? Die Antwort darauf ist nicht ein einziger Termin; die Implantatbehandlung ist ein geplanter Prozess, der Geduld erfordert und bei dem jeder Schritt auf dem vorherigen aufbaut. Den größten Teil der Zeit macht nicht der chirurgische Eingriff aus, sondern die Wartezeit, in der der Knochen heilt. In diesem Beitrag beschreiben wir die Schritte der Implantatbehandlung von der Untersuchung bis zum endgültigen Zahn der Reihe nach und mit ihrer voraussichtlichen Dauer.
Untersuchung und DVT
Der erste Schritt der Implantatbehandlung ist eine gründliche Planung mit Untersuchung im Mund, Beurteilung der Krankengeschichte und Aufnahmen, die die Knochenstruktur dreidimensional zeigen. Dieser Schritt bildet die Grundlage für einen sicheren und vorhersagbaren Behandlungsverlauf.
- Krankengeschichte: Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Medikamente gegen Osteoporose, Blutverdünner, Rauchen und eine frühere Strahlentherapie im Kopf-Hals-Bereich können den Behandlungsplan beeinflussen. Bei Bedarf erfolgt eine Rücksprache mit der behandelnden Ärztin.
- Untersuchung im Mund: Zahnfleischgesundheit, Zustand der Nachbarzähne, Zusammenbiss und Pressgewohnheiten werden beurteilt. Liegen eine aktive Zahnfleischerkrankung oder Karies vor, werden sie vor dem Implantat behandelt.
- Panoramaröntgen: Es gibt einen Überblick über den gesamten Kiefer.
- Digitale Volumentomographie (DVT): Höhe, Breite und Dichte des Knochens sowie die Lage wichtiger anatomischer Strukturen wie Nervkanal und Kieferhöhle werden dreidimensional untersucht.
- Digitale Planung: In manchen Fällen werden Neigung und Tiefe des Implantats am Computer geplant und bei Bedarf eine Bohrschablone angefertigt.
Am Ende dieser Beurteilung stehen Anzahl und Größe der Implantate fest, ebenso, ob ein zusätzlicher Knochenaufbau nötig ist, und welche Art von Suprakonstruktion gewählt wird. Auch die Behandlungskosten werden nach dieser Planung schriftlich mitgeteilt.
Chirurgischer Eingriff: Einsetzen des Implantats
Beim chirurgischen Eingriff wird unter örtlicher Betäubung das Zahnfleisch geöffnet, im Kieferknochen mit speziellen Bohrern kontrolliert ein Implantatbett vorbereitet und das Implantat darin eingesetzt. Anschließend wird das Implantat entweder mit einer Verschlussschraube abgedeckt und das Zahnfleisch vernäht, oder es wird ein Gingivaformer aufgesetzt, der durch das Zahnfleisch nach außen ragt.
Das Einsetzen eines einzelnen Implantats ist unter günstigen Bedingungen meist in einer kurzen Sitzung abgeschlossen. Reicht das Knochenvolumen nicht aus, kann in derselben Sitzung oder vorher ein Knochenaufbau erfolgen. Ist die Knochenhöhe im hinteren Oberkiefer wegen der Kieferhöhle gering, kann eine Anhebung des Kieferhöhlenbodens (Sinuslift) nötig sein. Diese zusätzlichen Eingriffe verlängern die Gesamtdauer der Behandlung.
In den ersten Tagen nach dem Eingriff sind leichte Schmerzen, Schwellungen und Sickerblutungen zu erwarten. Die Zahnärztin gibt Anweisungen zur Kühlung, Ernährung und Mundpflege; die Fäden werden in der Regel nach 7–14 Tagen gezogen.
Einheilzeit
Nach dem Einsetzen des Implantats wartet man, bis das Knochengewebe mit der Implantatoberfläche verwachsen ist (Osseointegration) – im Unterkiefer meist etwa 2–3 Monate, im Oberkiefer 3–6 Monate. Diese Zeiten hängen von der Knochenqualität, einem eventuellen Knochenaufbau und der individuellen Heilungsgeschwindigkeit ab; die genaue Dauer legt die Zahnärztin anhand der Kontrollbefunde fest.
Während der Einheilzeit kann im Frontzahnbereich ein Provisorium getragen werden, damit keine ästhetischen Probleme entstehen. In dieser Zeit sind der Verzicht aufs Rauchen, keine übermäßige Belastung des Heilungsbereichs und eine sorgfältige Mundhygiene wichtig, damit das Implantat gut einheilt.
Ist eine Sofortbelastung möglich?
Sind Knochenqualität und Primärstabilität des Implantats ausreichend, kann in manchen Fällen noch am Tag des Einsetzens oder innerhalb weniger Tage ein provisorischer Zahn darauf befestigt werden. Dieser Ansatz ist nicht für jeden geeignet, und der provisorische Zahn muss vor Kaukräften geschützt werden. Ob er infrage kommt, beurteilt die Zahnärztin anhand der beim Eingriff gemessenen Implantatstabilität.
Abformung und prothetische Versorgung
Nach abgeschlossener Einheilung wird auf das Implantat ein Verbindungsteil (Abutment) gesetzt, eine Abformung genommen und die im Labor angefertigte endgültige Krone, Brücke oder Prothese auf dem Implantat befestigt.
- Gingivaformer: Wurde das Implantat unter dem Zahnfleisch verschlossen, wird es mit einem kleinen Eingriff freigelegt und ein Gingivaformer aufgesetzt, damit das Zahnfleisch richtig ausheilt. Diese Phase dauert meist 1–3 Wochen.
- Abformung: Die Abformung erfolgt mit herkömmlichen Abformmaterialien oder digital mit einem Intraoralscanner. Die Zahnfarbe wird passend zu den Nachbarzähnen bestimmt.
- Anprobe: Bei Bedarf werden Gerüst und Krone anprobiert und Passform, Zusammenbiss und Ästhetik kontrolliert.
- Eingliederung: Die endgültige Krone wird verschraubt oder mit einem speziellen Zement auf dem Implantat befestigt und der Zusammenbiss eingestellt.
Fehlen mehrere Zähne, können implantatgetragene Brücken geplant werden, bei völliger Zahnlosigkeit festsitzende oder herausnehmbare implantatgetragene Prothesen. Die prothetische Phase kann je nach Umfang des Falls einige Wochen dauern.
Wann kommt nach einer Zahnentfernung ein Implantat?
Wann nach einer Zahnentfernung das Implantat gesetzt wird, lässt sich je nach Knochenzustand im Entfernungsbereich, einer vorhandenen Infektion und den ästhetischen Erwartungen zu drei verschiedenen Zeitpunkten planen.
- In derselben Sitzung wie die Entfernung (Sofortimplantat): Liegt im Entfernungsbereich keine aktive, ausgedehnte Infektion vor und sind die Knochenwände intakt, kann das Implantat am selben Tag wie die Entfernung gesetzt werden. Dieses Vorgehen kann die Gesamtbehandlungsdauer verkürzen.
- Früher Zeitpunkt: Damit das Zahnfleisch abheilen kann, kann das Implantat etwa 4–8 Wochen nach der Entfernung gesetzt werden.
- Später Zeitpunkt: Damit der Knochen vollständig heilt, wartet man nach der Entfernung in der Regel 3–6 Monate. Bei größerem Knochenverlust kann die Lücke bei der Entfernung mit Knochenersatzmaterial gefüllt und so der Bereich erhalten werden.
Nach einer Zahnentfernung zu lange zu warten, kann zu Knochenabbau führen, der vor allem in den ersten Monaten deutlich wird. Das kann später einen zusätzlichen Knochenaufbau erforderlich machen. Deshalb ist es sinnvoll, bei der Entscheidung für eine Zahnentfernung auch gleich die Implantatplanung zu besprechen.
Gesamtdauer
Eine Implantatbehandlung ist bei geeigneter Knochenstruktur und ohne zusätzliche Eingriffe in der Regel innerhalb von 3–6 Monaten abgeschlossen; sind Knochenaufbau, Sinuslift oder eine Heilungsphase nach der Entfernung nötig, kann sie sich auf 6–12 Monate verlängern.
Die wichtigsten Faktoren, die die Dauer beeinflussen, sind:
- Ob das Implantat im Unter- oder Oberkiefer gesetzt wird
- Knochenvolumen und -dichte
- Bedarf an Knochenaufbau oder Sinuslift
- Zeitabstand zwischen Entfernung und Implantat
- Heilungsbeeinflussende Faktoren wie Diabetes oder Rauchen
- Art und Umfang des Zahnersatzes
Nach Abschluss der Behandlung sind regelmäßige Mundpflege und Kontrollen unerlässlich, damit das Implantat lange hält. Damit sich am Zahnfleisch um das Implantat keine Entzündung (Periimplantitis) entwickelt, sollten Zähneputzen, Reinigung der Zwischenräume und professionelle Kontrollen in den von der Zahnärztin empfohlenen Abständen erfolgen. Wer nachts mit den Zähnen presst, dem kann eine schützende Nachtschiene empfohlen werden. Weitere Fragen zur Implantatbehandlung beantworten wir auf unserer Seite Häufig gestellte Fragen.
Untersuchung zur Implantatplanung in Ankara
Wenn Ihnen ein Zahn fehlt oder bald ein Zahn entfernt werden muss, klären Untersuchung und Aufnahmen, ob ein Implantat für Sie infrage kommt und wie der Ablauf aussehen wird. In unserer Poliklinik im Park Oran Ofis in Oran, Çankaya, wird Ihnen jeder Schritt der Planung ausführlich erklärt. Für einen Termin erreichen Sie uns über unsere Seite Kontakt.
Häufig gestellte Fragen
Kann ein Implantat an einem Tag gesetzt werden?
Sind Knochenqualität und Primärstabilität des Implantats ausreichend, kann in manchen Fällen am selben Tag wie das Implantat ein provisorischer Zahn befestigt werden. Für die Eingliederung des endgültigen Zahns wird jedoch abgewartet, bis das Implantat mit dem Knochen verwachsen ist. Ob dies infrage kommt, hängt von Untersuchungs- und OP-Befunden ab.
Wie lange nach einer Zahnentfernung wird das Implantat gesetzt?
Sind die Voraussetzungen gegeben, kann das Implantat in derselben Sitzung wie die Entfernung, nach 4–8 Wochen zur Heilung des Zahnfleischs oder nach 3–6 Monaten zur vollständigen Knochenheilung gesetzt werden. Den Zeitpunkt plant die Zahnärztin je nach Knochen- und Infektionszustand im Entfernungsbereich.
Ist für ein Implantat eine DVT zwingend nötig?
Um das Knochenvolumen und die Lage von Strukturen wie Nervkanal und Kieferhöhle dreidimensional zu sehen, wird in den meisten Fällen eine digitale Volumentomographie empfohlen. Sie hilft, das Implantat in einer sicheren Position zu setzen.
Bin ich während der Einheilzeit ohne Zähne?
Vor allem im Frontzahnbereich kann während der Einheilzeit ein Provisorium getragen werden. In geeigneten Fällen kann auch ein provisorischer Zahn auf dem Implantat befestigt werden. Die Möglichkeiten werden in der Planungsphase besprochen.




