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Kieferorthopädie

Arthrozentese (Kiefergelenkspülung): Was ist das und für wen ist sie geeignet?

Ärztin untersucht das Kiefergelenk einer Patientin vor einer Arthrozentese
In diesem Artikel 7
  1. Was ist eine Arthrozentese?
  2. Bei welchen Gelenkproblemen wird sie angewendet?
  3. Wie läuft der Eingriff ab?
  4. Heilung nach dem Eingriff
  5. Alternative Behandlungen
  6. Wann sollten Sie bei Kiefergelenkbeschwerden eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen?
  7. Häufig gestellte Fragen

Kurze Antwort: Bei der Arthrozentese wird der Gelenkspalt des Kiefergelenks unter örtlicher Betäubung mit feinen Nadeln punktiert und mit einer sterilen Flüssigkeit gespült. Sie kommt meist bei Schmerzen, geschlossener Kiefersperre und eingeschränkter Mundöffnung infrage, die auf konservative Behandlungen nicht ansprechen. Ziel ist es, entzündliche Substanzen zu entfernen und die Gelenkbewegung zu erleichtern. Ob sie geeignet ist, entscheidet die Ärztin bzw. der Arzt nach einer gründlichen Untersuchung und gegebenenfalls bildgebender Diagnostik.

Stellen Sie sich vor, Ihr Kiefer hakt beim Öffnen des Mundes an einer Stelle, Sie spüren Schmerzen vor dem Ohr oder ein Blockieren. Die meisten Kiefergelenkbeschwerden lassen sich mit einfachen Maßnahmen lindern; in manchen Fällen reichen diese jedoch nicht aus. Genau dann kann eine Methode ins Spiel kommen: die Arthrozentese, also die Spülung des Kiefergelenks mit einer sterilen Flüssigkeit. Der umgangssprachlich auch als „Kiefergelenk-Injektion“ bezeichnete Eingriff ist im Vergleich zu einer Operation deutlich begrenzter. In diesem Beitrag erklären wir, was eine Arthrozentese ist, wann sie in Betracht kommt und was Sie danach erwarten können.

Was ist eine Arthrozentese?

Die Arthrozentese ist ein Eingriff unter örtlicher Betäubung, bei dem der Gelenkspalt des Kiefergelenks (Temporomandibulargelenk) mit feinen Nadeln punktiert und das Gelenk mit einer sterilen Flüssigkeit gespült wird. Ziel ist es, im Gelenk angesammelte Entzündungsstoffe und schmerzfördernde Abbauprodukte zu entfernen, den Druck im Gelenk zu verringern und das Gleiten der Gelenkflächen zu erleichtern.

Das Kiefergelenk liegt direkt vor dem Ohr und verbindet den Unterkiefer mit dem Schädel. Im Inneren des Gelenks befindet sich zwischen den beiden Knochenflächen eine Scheibe (Diskus), die als Puffer dient. Verschiebt sich dieser Diskus, entzündet sich das Gelenk oder verschlechtert sich die Qualität der Gelenkflüssigkeit, können Beschwerden wie Schmerzen, Geräusche, eingeschränkte Mundöffnung und Blockaden auftreten.

Bei einer Arthrozentese können nach der Spülung manchmal zusätzlich gleitfähig machende Substanzen wie Hyaluronsäure in das Gelenk eingebracht werden. Deshalb wird der Eingriff umgangssprachlich auch „Kiefergelenk-Injektion“ genannt. Welche Substanz verwendet wird und ob überhaupt eine nötig ist, entscheidet die behandelnde Ärztin bzw. der behandelnde Arzt je nach den Besonderheiten des Falls.

Bei welchen Gelenkproblemen wird sie angewendet?

Eine Arthrozentese kommt in der Regel bei Kiefergelenkproblemen in Betracht, die sich trotz mindestens mehrwöchiger konservativer Behandlung nicht bessern. Der erste Schritt sind meist nicht-chirurgische Methoden; die Arthrozentese steht als zweite Stufe dann an, wenn diese nicht ausreichen.

Die wichtigsten Anwendungsbereiche sind:

  • Geschlossene Kiefersperre: Ist der Diskus nach vorn verrutscht und springt nicht zurück, kann die Mundöffnung deutlich eingeschränkt sein. In diesem Fall ist die Arthrozentese eine häufig gewählte Methode, um die Mundöffnung zu vergrößern.
  • Hartnäckige Gelenkschmerzen: Bei vom Gelenk ausgehenden Schmerzen, die auf Methoden wie Aufbissschiene, Medikamente und Übungen nicht ansprechen.
  • Gelenkentzündung und degenerative Veränderungen: Zur Linderung der Beschwerden bei Zuständen mit Abnutzung der Gelenkflächen und Entzündung.
  • Plötzlich eingeschränkte Mundöffnung: Bei Einschränkungen, die nach einem bestimmten Ereignis auftreten und sich nicht von selbst bessern.

Nicht jeder Kieferschmerz geht vom Gelenk aus. Bei Schmerzen der Kaumuskulatur, bei Beschwerden durch Zähnepressen und -knirschen oder bei Schmerzen, die von den Zähnen ausgehen, ist eine Arthrozentese möglicherweise keine geeignete Option. Deshalb erfolgt vor dem Eingriff eine gründliche Untersuchung; bei Bedarf wird das Gelenk mittels Magnetresonanztomographie (MRT) oder Computertomographie dargestellt.

Wie läuft der Eingriff ab?

Die Arthrozentese wird von einer in der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie erfahrenen Ärztin bzw. einem erfahrenen Arzt unter örtlicher Betäubung durchgeführt und ist meist innerhalb von einer halben bis einer Stunde abgeschlossen. In groben Zügen verläuft der Eingriff in folgenden Schritten:

  1. Vorbereitung: Der Bereich vor dem Ohr wird gereinigt und markiert. Rund um das Gelenk wird eine örtliche Betäubung gesetzt.
  2. Platzieren der Nadeln: In den oberen Gelenkspalt werden in der Regel zwei feine Nadeln eingeführt – eine für den Zufluss, eine für den Abfluss der Flüssigkeit.
  3. Spülung: Sterile Kochsalzlösung oder eine ähnliche Lösung wird durch den Gelenkspalt geleitet. Dabei kann die Ärztin bzw. der Arzt den Kiefer der Patientin oder des Patienten behutsam bewegen, um das Öffnen des Gelenks zu unterstützen.
  4. Zusätzliche Anwendung: Falls erforderlich, wird am Ende der Spülung eine gleitfähig machende oder entzündungshemmende Substanz in das Gelenk gegeben.
  5. Abschluss: Die Nadeln werden entfernt und die Einstichstellen abgedeckt. Eine Naht ist in der Regel nicht nötig.

Dank der Betäubung wird Schmerzempfinden während des Eingriffs weitgehend verhindert; ein Druck- oder Völlegefühl kann auftreten. Durch die örtliche Betäubung kann es in den Stunden nach dem Eingriff zu einem vorübergehenden Taubheitsgefühl der Gesichtsmuskulatur auf derselben Seite oder zu einer leichten Schwäche des Augenlids kommen. Diese Wirkung verschwindet, sobald die Betäubung nachlässt.

Heilung nach dem Eingriff

Nach einer Arthrozentese können die meisten Patientinnen und Patienten noch am selben Tag nach Hause gehen; die Heilung schreitet meist innerhalb weniger Tage deutlich voran. Leichte Schwellung, Empfindlichkeit und ein Völlegefühl im behandelten Bereich sind in den ersten Tagen normal.

In der Heilungsphase werden in der Regel folgende Empfehlungen gegeben:

  • Weiche Kost: In den ersten Tagen werden Speisen bevorzugt, die kein oder wenig Kauen erfordern; harte, klebrige Lebensmittel und große Bissen werden vermieden.
  • Schonung des Kiefers: Belastende Bewegungen wie übermäßig weites Öffnen des Mundes, Kaugummikauen und langes Sprechen werden vermieden.
  • Kälte und Wärme: Nach ärztlicher Empfehlung können anfangs kalte und später lauwarme Kompressen Linderung verschaffen.
  • Übungen: Zum Erhalt der Mundöffnung werden einfache, von der Ärztin bzw. dem Arzt oder der Physiotherapie empfohlene Kieferübungen durchgeführt.
  • Medikamente: Bei Bedarf kann die Ärztin bzw. der Arzt Schmerzmittel oder entzündungshemmende Medikamente empfehlen; diese sollten nur wie verordnet eingenommen werden.

Viele Patientinnen und Patienten bemerken kurz nach dem Eingriff eine größere Mundöffnung und weniger Schmerzen. Jeder reagiert jedoch unterschiedlich; bei manchen muss der Eingriff wiederholt oder durch andere Behandlungen ergänzt werden. Bei zunehmender Schwellung, Fieber, deutlicher Veränderung des Hörvermögens oder lange anhaltendem Taubheitsgefühl im Gesicht sollten Sie umgehend ärztlichen Rat einholen.

Alternative Behandlungen

Bei Kiefergelenkbeschwerden gibt es zahlreiche nicht-chirurgische Methoden, die vor oder zusammen mit einer Arthrozentese angewendet werden können, und ein erheblicher Teil der Fälle lässt sich damit unter Kontrolle bringen. Die wichtigsten sind:

  • Aufklärung und Änderung von Gewohnheiten: Einfache Schritte wie auf Kaugummi verzichten, nicht an Fingernägeln oder Stiften kauen und tagsüber das Zähnepressen bewusst wahrnehmen und ablegen können die Beschwerden deutlich verringern.
  • Okklusionsschiene (Nachtschiene): Besonders wenn Zähnepressen und -knirschen hinzukommen, kann eine individuell angefertigte harte Schiene helfen, die Belastung von Gelenk und Muskulatur zu verringern.
  • Physiotherapie und Übungen: Muskelentspannende Übungen, Wärmeanwendungen und physiotherapeutische Methoden.
  • Medikamentöse Behandlung: Falls ärztlich für nötig erachtet, kurzzeitig Schmerzmittel oder muskelentspannende Medikamente.
  • Anwendungen in die Muskulatur: Bei Beschwerden durch Überaktivität der Kaumuskulatur können nach ärztlicher Beurteilung verschiedene Injektionsverfahren infrage kommen.
  • Arthroskopie und offene Operation: In fortgeschrittenen Fällen, die auf andere Methoden einschließlich der Arthrozentese nicht ansprechen, kann eine Arthroskopie (Gelenkspiegelung mit Kamera) oder eine offene Operation erwogen werden.

Der Zusammenhang zwischen Bissfehlstellungen und Kiefergelenkbeschwerden ist wissenschaftlich nach wie vor umstritten. Eine kieferorthopädische Behandlung wird daher nicht als alleinige Therapie des Gelenkproblems betrachtet, sondern nur dann als Teil eines umfassenden Plans, wenn sie bei der Untersuchung für notwendig befunden wird. Weitere häufige Fragen zum Kiefergelenk und zu den entsprechenden Behandlungen finden Sie auf unserer Seite Häufig gestellte Fragen.

Wann sollten Sie bei Kiefergelenkbeschwerden eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen?

Wenn sich Ihre Mundöffnung plötzlich eingeschränkt hat, Ihre Kieferschmerzen seit einigen Wochen nicht abklingen oder Sie beim Kauen und Sprechen deutliche Schwierigkeiten haben, ist eine Untersuchung empfehlenswert. In unserer Poliklinik im Park Oran Ofis nahe dem Panora Einkaufszentrum in Çankaya werden Kiefergelenkbeschwerden untersucht; bei Bedarf wird der Behandlungsplan gemeinsam mit den jeweiligen Fachbereichen erstellt.

Häufig gestellte Fragen

Ist eine Arthrozentese schmerzhaft?

Da der Eingriff unter örtlicher Betäubung erfolgt, spürt man währenddessen meist keinen Schmerz, sondern Druck oder ein Völlegefühl. Nach Abklingen der Betäubung können einige Tage lang Empfindlichkeit und eine leichte Schwellung bestehen. Diese Beschwerden lassen sich in den meisten Fällen mit den ärztlich empfohlenen Maßnahmen gut kontrollieren.

Wie oft kann eine Arthrozentese durchgeführt werden?

Bei vielen Patientinnen und Patienten kann ein einziger Eingriff ausreichen. In manchen Fällen, wenn das Ansprechen unzureichend ist oder die Beschwerden wiederkehren, kann der Eingriff in bestimmten Abständen wiederholt werden. Ob eine Wiederholung nötig ist, entscheidet die Ärztin bzw. der Arzt anhand der Untersuchungsbefunde.

Wann kann ich nach einer Arthrozentese wieder arbeiten?

Die meisten Menschen mit Bürotätigkeit können ein bis zwei Tage nach dem Eingriff zu ihrem Alltag zurückkehren. Bei Tätigkeiten, die langes Sprechen erfordern, sollte man in den ersten Tagen darauf achten, den Kiefer nicht zu überlasten. Den individuellen Zeitraum legt die behandelnde Ärztin bzw. der behandelnde Arzt fest.

Muss ein Knacken im Kiefergelenk allein behandelt werden?

Ein reines Knacken beim Öffnen des Mundes ohne Schmerzen oder Bewegungseinschränkung erfordert für sich genommen meist keine invasive Behandlung. Tritt das Geräusch jedoch zusammen mit Schmerzen, Blockaden oder einer verringerten Mundöffnung auf, ist eine Untersuchung empfehlenswert.

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Information und Untersuchung in Ankara

Für eine persönliche Einschätzung zu Arthrozentese (Kiefergelenkspülung): Was ist das und für wen ist sie geeignet? können Sie einen Untersuchungstermin in der Zahnpoliklinik Funda Sarıkaya vereinbaren.

Die Poliklinik liegt im Park Oran Ofis, Oran, Çankaya, Ankara – neben der Panora Mall, gegenüber der One Tower Mall.

Angeboten werden allgemeine Zahnmedizin, Kieferorthopädie und Behandlung von Kiefer- und Muskelbeschwerden.

Praxis
Funda Sarıkaya Zahnpoliklinik
Adresse
Park Oran Ofis, Laden Nr. 70, Kudüs Cd., Oran, Çankaya / Ankara
Orientierung
Neben der Panora Mall, gegenüber der One Tower Mall
Öffnungszeiten
Montag–Samstag 09:00–20:00
Telefon
+90 312 911 60 36
Sprachen
Türkisch, Englisch, Deutsch, Russisch

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information; für Diagnose und Behandlungsentscheidung ist eine Untersuchung nötig. Dieser Artikel wurde aus dem Türkischen übersetzt.

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