Kurze Antwort: Zahnfleischkrebs ist die Form von Mundkrebs, die sich am Zahnfleisch entwickelt, und meist ein Plattenepithelkarzinom. Die wichtigsten Risikofaktoren sind Tabak- und Alkoholkonsum. Eine Wunde, die nicht innerhalb von zwei bis drei Wochen abheilt, weiße oder rote Flecken, unerklärliche Schwellungen, Blutungen und lockere Zähne sind Anzeichen, auf die man achten sollte. Die sichere Diagnose wird durch eine Biopsie gestellt; die Behandlung kann Operation, Strahlentherapie und medikamentöse Therapien umfassen.
Zahnfleischkrebs ist die Form von Mundkrebs, die am Zahnfleisch auftritt; in den allermeisten Fällen handelt es sich um ein Plattenepithelkarzinom, das von den Oberflächenzellen der Mundschleimhaut ausgeht. Da die ersten Anzeichen oft mit einer Zahnfleischentzündung, einer Druckstelle durch Zahnersatz oder einer einfachen Aphthe verwechselt werden, wird er häufig spät erkannt. Bei Mundkrebs beeinflusst eine frühe Diagnose jedoch die Behandlungsmöglichkeiten und die Ergebnisse erheblich. In diesem Beitrag geben wir allgemeine Informationen zu Anzeichen, Risikofaktoren, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten von Zahnfleischkrebs; diese Informationen ersetzen keine Diagnose.
Was ist Zahnfleischkrebs?
Bei Zahnfleischkrebs vermehren sich Zellen des Zahnfleischgewebes unkontrolliert und bilden ein bösartiges Gewebe; er gehört zur Gruppe der Krebserkrankungen der Mundhöhle. Mundkrebs kann an Zunge, Mundboden, Wangeninnenseite, Gaumen, Lippen und Zahnfleisch auftreten. Tumoren am Zahnfleisch liegen nah am darunterliegenden Kieferknochen und können bei Fortschreiten auch den Knochen befallen; das kann zu Anzeichen wie lockeren Zähnen führen.
Mundkrebs tritt in der Regel häufiger im mittleren und höheren Lebensalter auf, kann je nach Risikofaktoren aber auch in jüngeren Jahren entstehen. Die große Mehrheit der Veränderungen im Mund ist gutartig. Manche weißen oder roten Flecken können jedoch Veränderungen enthalten, die Krebsvorstufen sein können, und müssen beobachtet werden.
Risikofaktoren
Die wichtigsten Risikofaktoren für Mund- und Zahnfleischkrebs sind jede Form von Tabakkonsum und Alkoholkonsum; beides zusammen erhöht das Risiko deutlich.
- Tabakprodukte: Zigaretten, Zigarren, Pfeife, Wasserpfeife und rauchlose Tabakprodukte schädigen das Mundgewebe direkt. An Zahnfleisch und Wange, wo rauchloser Tabak gehalten wird, steigt das Risiko für Veränderungen.
- Alkohol: Regelmäßiger und hoher Alkoholkonsum ist ein eigenständiger Risikofaktor; zusammen mit Tabak vervielfacht sich seine Wirkung.
- Kauen von Betel und Arekanuss: Diese in manchen Regionen verbreitete Gewohnheit ist ein bedeutender Risikofaktor.
- HPV-Infektion: Vor allem bestimmte HPV-Typen stehen mit Oropharynxkarzinomen in Verbindung, die eher den Zungengrund und die Mandelregion betreffen.
- Höheres Lebensalter
- Geschwächtes Immunsystem: Medikamente nach einer Organtransplantation oder Erkrankungen, die die Abwehr schwächen, können das Risiko erhöhen.
- Sonnenlicht: Langfristige ungeschützte Sonneneinstrahlung ist vor allem für Lippenkrebs ein Risiko.
- Ernährung: Eine Ernährung mit wenig Obst und Gemüse wird mit einem erhöhten Risiko in Verbindung gebracht.
- Chronische Reizung: Das ständige Reiben scharfer Zahnkanten oder schlecht sitzender Prothesen an derselben Stelle gilt allein nicht als starke Ursache, gehört aber zu den untersuchten Faktoren, und es wird empfohlen, solche Reizungen zu beseitigen.
Ein vorhandener Risikofaktor bedeutet nicht, dass Krebs entstehen wird; auch Menschen ohne Risikofaktoren können erkranken. Deshalb ist es für alle wichtig, auf Veränderungen im Mund zu achten.
Frühe Anzeichen
Zu den frühen Anzeichen von Zahnfleischkrebs gehören eine Wunde, die nicht innerhalb von zwei bis drei Wochen abheilt, weiße oder rote Flecken am Zahnfleisch, eine unerklärliche Schwellung oder Verdickung, Blutungen und unerklärlich lockere Zähne. Die meisten dieser Anzeichen können auch andere, einfachere Ursachen haben; eine anhaltende Veränderung sollte jedoch unbedingt ärztlich oder zahnärztlich beurteilt werden.
- Eine Wunde am Zahnfleisch oder im Mund, die nicht innerhalb von zwei bis drei Wochen abheilt
- Nicht abwischbare weiße Flecken (Leukoplakie) oder rote, samtartige Flecken (Erythroplakie)
- Verdickung, Verhärtung, Erhebung oder Wucherung mit unregelmäßiger Oberfläche am Zahnfleisch
- Unerklärliche Blutungen beim Zähneputzen oder spontan
- Lockere oder wandernde Zähne ohne Zahnfleischerkrankung
- Eine Extraktionswunde, die nach dem Ziehen eines Zahns nicht abheilt
- Eine Prothese, die bisher gut saß, passt plötzlich nicht mehr
- Taubheitsgefühl an Lippe, Kinn oder Zunge
- Schwierigkeiten beim Kauen, Schlucken oder Sprechen
- Eine tastbare, anhaltende Schwellung am Hals
In frühen Stadien sind Schmerzen meist nicht ausgeprägt. Dass etwas nicht schmerzt, bedeutet nicht, dass die Veränderung harmlos ist. Einmal im Monat bei gutem Licht vor dem Spiegel Lippen, Zahnfleisch, Wangeninnenseiten, Ober- und Seitenflächen der Zunge sowie den Mundboden zu kontrollieren, kann helfen, Veränderungen früh zu bemerken.
Diagnose
Die sichere Diagnose von Zahnfleischkrebs wird durch eine Biopsie gestellt, bei der eine Gewebeprobe aus dem verdächtigen Bereich unter dem Mikroskop untersucht wird; Untersuchung und bildgebende Verfahren unterstützen diesen Prozess.
- Untersuchung der Mundhöhle: Bei Routinekontrollen untersucht die Zahnärztin oder der Zahnarzt alle Weichgewebe im Mund. Größe, Farbe, Konsistenz und Begrenzung einer verdächtigen Veränderung werden beurteilt; die Lymphknoten am Hals werden abgetastet.
- Beobachtung oder Überweisung: Bei einer Wunde, die vermutlich durch Reizung entstanden ist, kann die Ursache beseitigt und kurzfristig erneut kontrolliert werden. Heilt die Veränderung nicht ab oder weist sie verdächtige Merkmale auf, erfolgt eine Überweisung an die Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, die Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde oder das entsprechende Fachgebiet.
- Biopsie: Unter örtlicher Betäubung wird eine kleine Gewebeprobe entnommen und pathologisch untersucht.
- Bildgebung: Wird eine Diagnose gestellt, können Röntgen, Computertomografie, Magnetresonanztomografie oder PET angeordnet werden, um die Ausdehnung der Erkrankung zu bestimmen.
Dieser Ablauf ermöglicht es, das Stadium der Erkrankung zu bestimmen, um die individuell geeignete Behandlung zu planen.
Behandlungsmöglichkeiten
Die Behandlung von Zahnfleischkrebs wird je nach Größe und Ausbreitung des Tumors, einer möglichen Beteiligung des Knochens und dem allgemeinen Gesundheitszustand mit Operation, Strahlentherapie und medikamentösen Therapien – einzeln oder kombiniert – geplant. Sie erfolgt durch Teams, in denen Fachgebiete wie Kopf-Hals-Chirurgie, Strahlentherapie und internistische Onkologie zusammenarbeiten.
- Operation: Der Tumor wird mit einem Saum gesunden Gewebes entfernt. Ist der Kieferknochen betroffen, kann die Entfernung eines Teils des Knochens mit anschließender Rekonstruktion notwendig sein. Auch die Lymphknoten am Hals werden beurteilt.
- Strahlentherapie: Sie kann allein oder als ergänzende Behandlung nach einer Operation eingesetzt werden.
- Medikamentöse Therapien: Chemotherapie, zielgerichtete Therapien und Immuntherapien können je nach Stadium Teil des Plans sein.
- Rehabilitation: Zur Wiederherstellung von Sprechen, Schlucken und Kauen können unterstützende Therapien und eine prothetische Rehabilitation erfolgen.
Die Rolle der Zahnärztin oder des Zahnarztes
Bei Patientinnen und Patienten, bei denen eine Strahlentherapie im Kopf-Hals-Bereich geplant ist, ist es wichtig, vorab die Mund- und Zahngesundheit zu beurteilen und notwendige Zahnbehandlungen abzuschließen. Nach einer Strahlentherapie können Mundtrockenheit, ein erhöhtes Kariesrisiko und Heilungsprobleme am Kieferknochen auftreten. Deshalb wird die regelmäßige zahnärztliche Betreuung während und nach der Behandlung entsprechend den Empfehlungen des onkologischen Teams fortgesetzt.
Vorbeugung und die Bedeutung regelmäßiger Kontrollen
Die wirksamsten Wege, das Mundkrebsrisiko zu senken, sind der Verzicht auf Tabak, ein eingeschränkter Alkoholkonsum, Sonnenschutz für die Lippen, eine an Obst und Gemüse reiche Ernährung und regelmäßige zahnärztliche Kontrollen. Routineuntersuchungen sind eine Gelegenheit, nicht nur die Zähne, sondern alle Weichgewebe im Mund zu beurteilen. Es wird außerdem empfohlen, Quellen chronischer Reizung wie scharfe Zahnkanten oder schlecht sitzende Prothesen zu beseitigen. Antworten auf weitere Fragen finden Sie auf unserer Seite mit häufig gestellten Fragen.
Was tun, wenn eine Veränderung im Mund nicht verschwindet?
Wenn Sie eine Wunde, Farbveränderung oder Schwellung bemerkt haben, die nicht innerhalb von zwei bis drei Wochen abheilt, empfiehlt es sich, sie ohne Aufschub einer Zahnärztin oder einem Zahnarzt zu zeigen. In unserer Poliklinik im Park Oran Ofis in Oran, Çankaya, wird eine Untersuchung der Weichgewebe im Mund durchgeführt; wenn nötig, überweisen wir Sie an das entsprechende Fachgebiet. Für einen Termin können Sie uns kontaktieren.
Häufig gestellte Fragen
Verursacht Zahnfleischkrebs Schmerzen?
In frühen Stadien treten oft keine deutlichen Schmerzen auf. Dass keine Schmerzen bestehen, bedeutet daher nicht, dass eine Veränderung harmlos ist. Jede Veränderung, die nicht innerhalb von zwei bis drei Wochen abheilt, sollte ärztlich oder zahnärztlich beurteilt werden.
Ist ein weißer Fleck im Mund Krebs?
Die große Mehrheit weißer Flecken im Mund ist gutartig und kann durch Reizung oder eine Pilzinfektion entstehen. Weiße Flecken, die sich nicht abwischen lassen und nicht verschwinden, können jedoch Krebsvorstufen enthalten; sie sollten untersucht und bei Bedarf biopsiert werden.
Wie wird Zahnfleischkrebs diagnostiziert?
Die sichere Diagnose wird durch die pathologische Untersuchung einer Gewebeprobe aus dem verdächtigen Bereich, also durch eine Biopsie, gestellt. Nach der Diagnose können verschiedene bildgebende Verfahren eingesetzt werden, um die Ausdehnung der Erkrankung zu bestimmen.
Kann man Zahnfleischkrebs vorbeugen?
Um das Risiko zu senken, wird empfohlen, auf Tabak zu verzichten, Alkohol einzuschränken, die Lippen vor der Sonne zu schützen und sich reich an Obst und Gemüse zu ernähren. Regelmäßige zahnärztliche Kontrollen helfen, Veränderungen im Mund früh zu erkennen.




