Kurze Antwort: Die Kieferorthopädie ist das zahnmedizinische Fachgebiet, das Fehlstellungen der Zähne, Störungen des Bisses und Abweichungen in der Lage der Kiefer zueinander diagnostiziert, vorbeugt und behandelt. Engstand, Zahnlücken, Vor- oder Rückbiss, offener Biss und Kreuzbiss gehören zu den am häufigsten behandelten Befunden. Die Behandlung erfolgt mit fester Zahnspange, Alignern oder – im Wachstumsalter – mit Apparaturen, die das Kieferwachstum lenken; anschließend wird ein Retainer verwendet, um das Ergebnis zu sichern.
Bei der Frage „Was ist Kieferorthopädie?“ denken die meisten zuerst an eine Zahnspange. Die Kieferorthopädie ist jedoch nicht nur eine Methode, um schiefe Zähne zu begradigen, sondern ein zahnmedizinisches Fachgebiet, das das Zusammenspiel von Zähnen, Kiefern und Gesichtsstruktur als Ganzes betrachtet. Die Ärztinnen und Ärzte in diesem Bereich erwerben nach dem Zahnmedizinstudium in einer mehrjährigen Weiterbildung den Titel Fachzahnarzt bzw. Fachzahnärztin für Kieferorthopädie. In diesem Beitrag erklären wir in groben Zügen, womit sich die Kieferorthopädie befasst, wann eine Behandlung notwendig ist, welche Methoden eingesetzt werden und wie die Behandlung abläuft.
Womit befasst sich die Kieferorthopädie?
Die Kieferorthopädie untersucht die Position der Zähne im Kieferknochen sowie die Beziehung zwischen Ober- und Unterkiefer; ihr Ziel ist ein gesunder Biss, ein ausgewogenes Lächeln und eine Zahnstellung, die langfristig stabil bleibt. Deshalb berücksichtigt die kieferorthopädische Untersuchung nicht nur die Zähne, sondern auch die Lippen, das Gesichtsprofil, die Atmung sowie Schluck- und Kaugewohnheiten.
Die Kieferorthopädie hat zwei grundlegende Arbeitsbereiche. Der erste ist die Bewegung der Zähne: Eine kontrollierte, kontinuierliche Kraft auf den Zahn führt dazu, dass der umgebende Knochen auf einer Seite abgebaut und auf der anderen Seite neu aufgebaut wird, sodass der Zahn langsam in seine neue Position wandert. Der zweite ist die Steuerung des Kieferwachstums bei Kindern im Wachstumsalter. Diese beiden Bereiche bilden die Grundlage für die Unterscheidung zwischen „dentalen“ und „skelettalen“ Problemen.
Welche Befunde erfordern eine kieferorthopädische Behandlung?
Eine kieferorthopädische Behandlung wird in Betracht gezogen, wenn die Stellung der Zähne oder Kiefer die Ästhetik, das Kauen, das Sprechen oder die Mundgesundheit beeinträchtigt. Die häufigsten Befunde sind:
- Engstand: Die Zähne finden im Kiefer nicht genügend Platz und überlappen sich. Da die Reinigung erschwert ist, kann das Risiko für Karies und Zahnfleischerkrankungen steigen.
- Zahnlücken (Diastema): Zwischen den Zähnen bleiben Lücken.
- Vorbiss (Distalbiss): Die oberen Schneidezähne stehen deutlich vor den unteren Schneidezähnen.
- Umgekehrter Biss (Progenie): Die unteren Schneidezähne beißen vor die oberen Zähne.
- Tiefbiss: Die oberen Schneidezähne überdecken die unteren übermäßig stark.
- Offener Biss: Beim Zusammenbeißen der Seitenzähne bleibt zwischen den Frontzähnen ein senkrechter Spalt.
- Kreuzbiss: Die oberen Zähne beißen in einem oder mehreren Bereichen auf die Innenseite der unteren Zähne.
- Verlagerte oder falsch durchgebrochene Zähne: Insbesondere Eckzähne, die nicht an ihren Platz durchbrechen können.
Manche dieser Befunde sind lediglich ein ästhetisches Anliegen, andere können zu ungleichmäßigem Zahnabrieb, Zahnfleischrückgang oder einer Belastung des Kiefergelenks führen. Für Kinder wird eine erste kieferorthopädische Kontrolle etwa im Alter von 7 Jahren empfohlen; in dieser Phase lassen sich manche Probleme früh erkennen und mit einfacheren Maßnahmen lenken.
Behandlungsmöglichkeiten in der Kieferorthopädie: feste Zahnspange, Aligner, Apparatur
Die drei wichtigsten Hilfsmittel in der kieferorthopädischen Behandlung sind feste Zahnspangen, Aligner und Apparaturen, die das Kieferwachstum lenken. Welches gewählt wird, hängt von der Art des Problems, dem Alter und den Erwartungen der Patientin bzw. des Patienten ab.
Feste Zahnspange
Die Kraft wird über Brackets, die auf die Zahnoberfläche geklebt werden, und einen durch sie verlaufenden Draht übertragen. Es gibt Brackets aus Metall und zahnfarbener Keramik; in manchen Fällen können die Brackets auch auf die Innenseite der Zähne geklebt werden. Feste Zahnspangen werden nach wie vor häufig eingesetzt, weil sie unabhängig von der Mitarbeit der Patientin bzw. des Patienten wirken und bei komplexen Zahnbewegungen eine umfassende Kontrolle ermöglichen.
Aligner
Sie bestehen aus einer Serie digital geplanter, transparenter Schienen, von denen jede die Zähne um einen kleinen Schritt weiterbewegt. Da sie herausnehmbar sind, sind Essen und Mundpflege unkompliziert; sie müssen jedoch etwa 20–22 Stunden am Tag getragen werden. In unserer Praxis wird die Aligner-Behandlung ausschließlich mit dem Invisalign-System durchgeführt. Einzelheiten zur Methode finden Sie auf unserer Seite Was sind Aligner?.
Kieferorthopädische Apparaturen
Diese bei Kindern im Wachstumsalter eingesetzten Geräte zielen weniger auf die Zähne als auf die Entwicklung der Kiefer. Apparaturen zur Erweiterung eines schmalen Oberkiefers, funktionskieferorthopädische Geräte, die das Vorwachstum des Unterkiefers unterstützen, und Gesichtsmasken, die das Wachstum des Oberkiefers lenken, sind Beispiele für diese Gruppe. Lückenhalter dienen dazu, den Platz vorzeitig verlorener Milchzähne freizuhalten.
Nach welchen Kriterien Sie zwischen fester Zahnspange und Alignern entscheiden sollten, haben wir in unserem Beitrag Aligner oder feste Zahnspange? vergleichend dargestellt.
Wie verläuft eine kieferorthopädische Behandlung und wie lange dauert sie?
Eine kieferorthopädische Behandlung besteht aus Untersuchung und Befunderhebung, Planung, aktiver Behandlung und Retention. Die Gesamtdauer hängt vom Einzelfall ab; die aktive Behandlung dauert in den meisten Fällen zwischen einigen Monaten und zwei bis drei Jahren.
- Untersuchung und Unterlagen: Mund und Gesicht werden untersucht; Panorama- und Fernröntgenaufnahmen, Fotos sowie ein intraoraler Scan oder Abdruck werden angefertigt.
- Diagnose und Planung: Es wird festgestellt, ob das Problem dental oder skelettal ist, und die Behandlungsoptionen sowie die voraussichtliche Dauer werden mit der Patientin bzw. dem Patienten besprochen. Auch die Kosteninformation wird nach dieser Planung schriftlich mitgeteilt.
- Vorbereitung: Bestehende Probleme wie Karies oder Zahnfleischentzündung werden zuerst behandelt.
- Aktive Behandlung: Zahnspange, Aligner oder Apparatur werden eingesetzt, und der Fortschritt wird durch regelmäßige Kontrollen überwacht.
- Retention: Damit die Zähne ihre neue Position halten, folgt die Phase mit dem Retainer.
Die wichtigsten Faktoren für die Behandlungsdauer sind der Schweregrad des Problems, das Alter, die Knochenstruktur, das regelmäßige Wahrnehmen der Kontrolltermine und – vor allem bei herausnehmbaren Apparaturen und Alignern – das Einhalten der Tragezeit. Auch bei Erwachsenen ist eine kieferorthopädische Behandlung möglich; solange Zahnfleisch und Knochen gesund sind, ist das Alter allein kein Hindernis.
Warum ist die Mundpflege während der Behandlung so wichtig?
Da kieferorthopädische Geräte auf der Zahnoberfläche neue Nischen für Plaqueansammlungen schaffen, erfordert die Mundhygiene während der gesamten Behandlung mehr Sorgfalt als sonst. Bei festen Zahnspangen sollte der Bereich um die Brackets mit Interdentalbürsten gereinigt werden, bei Alignern müssen die Zähne vor dem Einsetzen der Schienen unbedingt geputzt werden. Regelmäßige zahnärztliche Kontrollen und bei Bedarf Fluoridierungen helfen zu verhindern, dass am Ende der Behandlung zwar gerade, aber kariöse Zähne stehen.
Warum ist die Retention nach der Behandlung unverzichtbar?
Die Retention ist kein optionaler, sondern ein fester Bestandteil der kieferorthopädischen Behandlung, denn Zähne neigen ein Leben lang dazu, sich zu bewegen. Am Ende der Behandlung haben sich die Fasern um den Zahn und der Knochen noch nicht vollständig an die neue Position angepasst. Wird in dieser Phase keine Retention durchgeführt, können die Zähne teilweise in ihre alte Stellung zurückwandern.
Zur Retention werden zwei Arten von Geräten verwendet: dünne feste Drähte, die auf die Rückseite der Frontzähne geklebt werden, und transparente herausnehmbare Schienen, die nachts getragen werden. In vielen Fällen werden beide auch kombiniert. Anfangs wird eine längere Tragezeit empfohlen, danach reicht es in der Regel, den Retainer nur nachts zu tragen. Tragedauer und Kontrollintervalle legt die Kieferorthopädin bzw. der Kieferorthopäde individuell fest.
Wann sollten Sie sich in Ankara kieferorthopädisch untersuchen lassen?
Wenn Ihnen beim Zahndurchbruch Ihres Kindes eine Unregelmäßigkeit auffällt, wenn Sie Engstand, Lücken oder ein Bissproblem an Ihren eigenen Zähnen stört oder wenn Sie nach einer früheren Behandlung bemerken, dass sich Ihre Zähne wieder verschieben, ist eine Untersuchung sinnvoll. In unserer Praxis im Park Oran Ofis an der Kudüs Caddesi in Oran erstellt unsere Fachzahnärztin für Kieferorthopädie die nötigen Unterlagen und bespricht die Möglichkeiten gemeinsam mit Ihnen.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen einer Kieferorthopädin und einer Zahnärztin?
Eine Fachzahnärztin bzw. ein Fachzahnarzt für Kieferorthopädie hat nach dem Zahnmedizinstudium zusätzlich eine Weiterbildung im Fachgebiet Kieferorthopädie absolviert. Im Mittelpunkt dieser Weiterbildung stehen die Diagnose von Zahn- und Kieferfehlstellungen, die Wachstumsbeobachtung und komplexe kieferorthopädische Planungen.
Können Erwachsene kieferorthopädisch behandelt werden?
Ja. Solange Zahnfleisch und Kieferknochen gesund sind, lassen sich Zähne auch bei Erwachsenen sicher bewegen. Da das Wachstum abgeschlossen ist, können sich die Möglichkeiten bei skelettalen Problemen jedoch von denen bei Kindern unterscheiden.
Tut eine kieferorthopädische Behandlung weh?
In den ersten Tagen nach dem Einsetzen der Zahnspange oder dem Wechsel auf eine neue Schiene können Druck und Empfindlichkeit an den Zähnen auftreten. Dieses Gefühl lässt in der Regel rasch nach. Anhaltende, starke Schmerzen sind nicht üblich und sollten der Ärztin bzw. dem Arzt mitgeteilt werden.
Verschieben sich die Zähne nach einer kieferorthopädischen Behandlung wieder?
Wird der Retainer nicht wie empfohlen getragen, können die Zähne teilweise in ihre alte Stellung zurückwandern. Konsequente Retention und regelmäßige Kontrollen helfen, das erreichte Ergebnis langfristig zu erhalten.




