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Kieferorthopädie

Kieferfehlstellungen: Ursachen, Symptome und Behandlung

Seitenprofile mit verschiedenen Kieferfehlstellungen – Klasse II und Klasse III
In diesem Artikel 8
  1. Welche Arten von Kieferfehlstellungen gibt es?
  2. Ursachen: Genetik und Gewohnheiten
  3. Welche Symptome hat eine Kieferfehlstellung?
  4. Welche kieferorthopädischen Behandlungsoptionen gibt es?
  5. In welchen Fällen ist eine Operation nötig?
  6. Warum ist eine frühe Diagnose wichtig?
  7. Beurteilung von Kiefer und Biss in Ankara
  8. Häufig gestellte Fragen

Kurze Antwort: Eine Kieferfehlstellung bedeutet, dass Unter- und Oberkiefer in Größe, Lage oder Symmetrie nicht zueinander passen. Am häufigsten sind ein zurück- oder vorliegender Kiefer, der offene Biss und der Kreuzbiss. Zu den Ursachen gehören genetische Veranlagung und in der Kindheit beibehaltene Gewohnheiten. Im Wachstumsalter wird mit kieferorthopädischen Apparaturen gelenkt, nach abgeschlossenem Wachstum kommen Kieferorthopädie und bei Bedarf Kieferchirurgie zum Einsatz.

Manche Probleme der Zahnstellung gehen allein auf die Position der Zähne zurück, bei anderen liegt die Ursache in der Struktur der Kieferknochen. Eine Kieferfehlstellung bezeichnet ein Missverhältnis von Unter- und Oberkiefer in Größe, Lage oder Symmetrie und wird in der Medizin auch als skelettale Kieferanomalie (Dysgnathie) bezeichnet. Sie kann nicht nur das Aussehen, sondern auch Abbeißen, Kauen, Sprechen und manchmal die Atmung beeinflussen. Im Folgenden behandeln wir in Grundzügen die Arten von Kieferfehlstellungen, ihre möglichen Ursachen, Symptome und Behandlungsoptionen.

Welche Arten von Kieferfehlstellungen gibt es?

Kieferfehlstellungen werden in der Regel nach dem Verhältnis der Kiefer in sagittaler, vertikaler und transversaler Richtung eingeteilt. Die in der Kieferorthopädie am häufigsten verwendete Klassifikation beruht auf dem sagittalen Verhältnis zwischen Ober- und Unterkiefer.

Klasse II: zurückliegender Unterkiefer oder vorstehender Oberkiefer

Bei diesem Typ liegt der Unterkiefer im Verhältnis zum Oberkiefer zu weit hinten oder der Oberkiefer ist nach vorne zu stark entwickelt. Im Profil kann das Kinn zurückliegend wirken, und die oberen Frontzähne können deutlich vorstehen. Häufig geht dieses Bild mit einem Tiefbiss einher, bei dem die oberen Frontzähne die unteren zu stark überdecken.

Klasse III: vorstehender Unterkiefer oder zurückliegender Oberkiefer

Bei diesem Typ liegt der Unterkiefer im Verhältnis zum Oberkiefer zu weit vorne oder der Oberkiefer ist nicht ausreichend entwickelt. Beim Schließen des Mundes können die unteren Frontzähne vor den oberen stehen; umgangssprachlich spricht man vom „umgekehrten Biss“ oder Vorbiss. Das Gesichtsprofil kann konkav wirken.

Vertikale und transversale Fehlstellungen

Beim offenen Biss berühren sich die Frontzähne nicht, obwohl die Seitenzähne Kontakt haben; beim Tiefbiss überdecken sich die Frontzähne dagegen übermäßig. Beim Kreuzbiss beißt ein Teil der oberen Zähne auf die Innenseite der unteren Zähne; dies hängt häufig mit einem schmalen Oberkiefer zusammen. Bei manchen Menschen kann eine Gesichtsasymmetrie auftreten, weil sich eine Kieferseite anders entwickelt als die andere. Oft liegen mehrere dieser Typen gleichzeitig vor.

Ursachen: Genetik und Gewohnheiten

Bei einem großen Teil der Kieferfehlstellungen ist die genetische Veranlagung entscheidend. Dass eine ähnliche Kieferform in derselben Familie vorkommt, ist besonders beim vorstehenden Unterkiefer häufig. Wachstumsgeschwindigkeit, -richtung und Größe der Kieferknochen werden weitgehend durch Vererbung geprägt.

Daneben können auch Umweltfaktoren die Kieferentwicklung lenken. Langes Daumen- oder Schnullerlutschen in der Kindheit, das Pressen der Zunge zwischen die Zähne beim Schlucken und ständige Mundatmung können insbesondere zur Entstehung eines offenen Bisses und eines schmalen Oberkiefers beitragen. Eine verstopfte Nase durch vergrößerte Rachen- oder Gaumenmandeln kann die Mundatmung dauerhaft machen. Der vorzeitige Verlust von Milchzähnen, Schläge auf den Kieferbereich und manche Syndrome gehören zu den weiteren möglichen Ursachen.

Welche Symptome hat eine Kieferfehlstellung?

Das deutlichste Zeichen einer Kieferfehlstellung ist, dass obere und untere Zähne bei geschlossenem Mund nicht wie üblich aufeinandertreffen. Daneben können folgende Symptome auf den Bedarf einer Beurteilung hinweisen:

  • Schwierigkeiten beim Abbeißen mit den Frontzähnen oder beim Kauen mit den Seitenzähnen
  • Schwierigkeiten bei der Bildung bestimmter Laute oder Lispeln
  • Die Lippen lassen sich nicht ohne Anstrengung schließen, ständige Mundatmung
  • Ein im Profil deutlich zurück- oder vorstehendes Kinn
  • Gesichtsasymmetrie, ein Abweichen des Kiefers zu einer Seite beim Lächeln
  • Ungleichmäßige Abnutzung einzelner Zähne, Geräusche oder ein Belastungsgefühl im Kiefergelenk

Das Vorhandensein dieser Symptome allein bedeutet noch keine Diagnose; ähnliche Befunde können auch nur von der Zahnstellung herrühren. Ob das Problem skelettal oder dental bedingt ist, stellt die Behandlerin bzw. der Behandler anhand von intraoraler Untersuchung und Unterlagen wie der Fernröntgenaufnahme fest.

Welche kieferorthopädischen Behandlungsoptionen gibt es?

Die Art der kieferorthopädischen Behandlung hängt weitgehend davon ab, ob sich die Patientin bzw. der Patient im Wachstum befindet. Behandlungen, die durchgeführt werden, während die Kieferknochen noch wachsen, können Richtung und Ausmaß des Wachstums in gewissem Maß beeinflussen. Deshalb empfehlen Organisationen wie die Türkische Gesellschaft für Kieferorthopädie und die American Association of Orthodontists, die erste kieferorthopädische Beurteilung von Kindern um das 7. Lebensjahr durchzuführen. Informationen zu frühen kieferorthopädischen Ansätzen finden Sie auch in unserem Beitrag ab welchem Alter Aligner möglich sind.

Die wichtigsten Methoden bei Kindern im Wachstum sind:

  • Apparaturen zur schnellen Gaumennahterweiterung: Nutzen die Wachstumsfuge in der Gaumenmitte, um einen schmalen Oberkiefer und den damit verbundenen Kreuzbiss zu korrigieren.
  • Funktionskieferorthopädische Geräte: Halten den Unterkiefer in einer vorderen Position, um die Vorwärtsentwicklung eines zurückliegenden Unterkiefers zu unterstützen.
  • Gesichtsmaske und extraorale Apparaturen: Werden eingesetzt, um das Wachstum des Oberkiefers zu lenken oder zu begrenzen.

Bei Patientinnen und Patienten mit abgeschlossenem oder fast abgeschlossenem Wachstum dient die kieferorthopädische Behandlung oft der „Kamouflage“. Bei diesem Ansatz werden die Kieferknochen selbst nicht verändert; die Position der Zähne wird so angepasst, dass sie das knöcherne Missverhältnis ausgleicht. Bei leichten und mittleren skelettalen Problemen lassen sich mit dieser Methode funktionell wie ästhetisch zufriedenstellende Ergebnisse erzielen. In geeigneten Fällen ist diese Korrektur auch mit Alignern möglich; man sollte jedoch wissen, dass Aligner die Knochenstruktur nicht verändern. Dieses Thema haben wir in unserem Beitrag korrigieren Aligner die Kieferstruktur? ausführlich behandelt.

In welchen Fällen ist eine Operation nötig?

Ist das Missverhältnis zwischen den Kiefern bei Menschen mit abgeschlossenem Wachstum ausgeprägt, kann für ein dauerhaftes und ausgewogenes Ergebnis eine orthognathe Chirurgie, also eine Kieferoperation, infrage kommen. In solchen Fällen kann eine reine Zahnbewegung die Grenzen der Zähne im Knochen überschreiten und die gewünschte Harmonie des Gesichts nicht herstellen.

Die orthognathe Chirurgie ist ein Ablauf, den Kieferorthopädin bzw. Kieferorthopäde und Kieferchirurgin bzw. Kieferchirurg gemeinsam planen. In den meisten Fällen werden die Zähne zunächst durch eine präoperative kieferorthopädische Behandlung in die richtige Position zu den Kieferknochen gebracht. Anschließend werden in einer Operation in Vollnarkose Oberkiefer, Unterkiefer oder beide in die geplante Position verlagert. In der Zeit nach der Operation erfolgt die Feineinstellung des Bisses durch kieferorthopädische Behandlung. Der Zeitpunkt der Operation richtet sich in der Regel nach dem Abschluss des Gesichtswachstums; dieser unterscheidet sich bei Mädchen und Jungen und erfordert eine individuelle Beurteilung.

Die Entscheidung für eine Operation wird stets anhand ausführlicher Unterlagen, einer Gesichtsanalyse und der Erwartungen der Patientin bzw. des Patienten getroffen. Bei vielen Menschen mit leichter Fehlstellung lässt sich ohne Operation allein durch kieferorthopädische Behandlung ein funktioneller Biss erreichen.

Warum ist eine frühe Diagnose wichtig?

Eine frühe Diagnose ist wichtig, weil sich manche Kieferfehlstellungen, die während des Wachstums erkannt werden, mit einfacheren Methoden lenken lassen und der Bedarf an umfangreicheren Behandlungen später sinken kann. Wenn Sie bei Ihrem Kind Mundatmung, anhaltendes Daumenlutschen, einen umgekehrten Biss oder deutlichen Engstand bemerken, müssen Sie mit der kieferorthopädischen Untersuchung nicht warten, bis alle bleibenden Zähne durchgebrochen sind. Um Begriffe rund um Zähne und Kiefer besser zu verstehen, können Sie einen Blick in unser zahnmedizinisches Wörterbuch werfen.

Beurteilung von Kiefer und Biss in Ankara

Wenn Sie Fragen zur Kieferform Ihres Kindes oder Ihrer eigenen haben, ist der erste Schritt eine ausführliche kieferorthopädische Untersuchung mit den nötigen Röntgenunterlagen. In unserer Praxis im Park Oran Ofis neben dem Panora Einkaufszentrum in Çankaya beurteilt unsere Kieferorthopädin, ob das Problem dental oder skelettal bedingt ist, und bespricht mit Ihnen bei Bedarf die Optionen einer gemeinsamen Planung mit der Kieferchirurgie.

Häufig gestellte Fragen

Korrigiert sich eine Kieferfehlstellung von selbst?

Skelettal bedingte Kieferfehlstellungen korrigieren sich in der Regel nicht von selbst; mit dem Wachstum können sie sogar deutlicher werden. Das frühe Ablegen von Gewohnheiten wie Daumenlutschen kann dazu beitragen, dass sich manche leichten offenen Bisse zurückbilden. Verlaufskontrolle und Behandlungsbedarf werden durch die kieferorthopädische Untersuchung bestimmt.

Kann eine Kieferfehlstellung bei Erwachsenen ohne Operation behandelt werden?

Bei leichten und mittleren Fehlstellungen lässt sich mit einer Kamouflage-Kieferorthopädie, die die Position der Zähne korrigiert, ein funktioneller Biss erreichen. Bei ausgeprägten skelettalen Fehlstellungen kann dagegen eine orthognathe Chirurgie ein ausgewogeneres Ergebnis bringen. Welche Option geeignet ist, wird nach Auswertung der Unterlagen gemeinsam mit der Behandlerin bzw. dem Behandler beurteilt.

Wann sollte ich mit meinem Kind zur Kieferorthopädin bzw. zum Kieferorthopäden gehen?

Kieferorthopädische Fachgesellschaften empfehlen eine erste Beurteilung um das 7. Lebensjahr. Nicht jedes Kind muss in diesem Alter mit einer Behandlung beginnen, aber wachstumsbedingte Probleme können früh erkannt und beobachtet werden. Bei Anzeichen wie einem umgekehrten Biss oder Mundatmung können Sie sich auch früher vorstellen.

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Information und Untersuchung in Ankara

Für eine persönliche Einschätzung zu Kieferfehlstellungen: Ursachen, Symptome und Behandlung können Sie einen Untersuchungstermin in der Zahnpoliklinik Funda Sarıkaya vereinbaren.

Die Poliklinik liegt im Park Oran Ofis, Oran, Çankaya, Ankara – neben der Panora Mall, gegenüber der One Tower Mall.

Angeboten werden Kieferorthopädie, Invisalign-Aligner, digitaler iTero-Intraoralscan und allgemeine Zahnmedizin.

Praxis
Funda Sarıkaya Zahnpoliklinik
Adresse
Park Oran Ofis, Laden Nr. 70, Kudüs Cd., Oran, Çankaya / Ankara
Orientierung
Neben der Panora Mall, gegenüber der One Tower Mall
Öffnungszeiten
Montag–Samstag 09:00–20:00
Telefon
+90 312 911 60 36
Sprachen
Türkisch, Englisch, Deutsch, Russisch

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information; für Diagnose und Behandlungsentscheidung ist eine Untersuchung nötig. Dieser Artikel wurde aus dem Türkischen übersetzt.

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