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Kieferorthopädie

Was sind funktionskieferorthopädische Geräte? Das Kieferwachstum bei Kindern lenken

Kind mit herausnehmbarem funktionskieferorthopädischem Gerät
In diesem Artikel 10
  1. Was ist ein funktionskieferorthopädisches Gerät?
  2. Warum wirken funktionskieferorthopädische Geräte in der Wachstumsphase?
  3. Welche Arten funktionskieferorthopädischer Geräte gibt es?
  4. Bei welchen Problemen werden sie eingesetzt?
  5. Wie lange dauert die Behandlung?
  6. Wie werden funktionskieferorthopädische Geräte im Alltag getragen?
  7. Wo liegen die Grenzen funktionskieferorthopädischer Geräte?
  8. Unterschied zwischen funktionskieferorthopädischem Gerät und Invisalign First
  9. Wann sollten Sie mit Ihrem Kind zur Kieferorthopädin gehen?
  10. Häufig gestellte Fragen

Kurze Antwort: Funktionskieferorthopädische Geräte sind kieferorthopädische Apparaturen, die die natürliche Kraft des Kiefers und der umgebenden Muskulatur nutzen, um bei Kindern im Wachstum eine harmonische Entwicklung von Ober- und Unterkiefer zu unterstützen. Die wichtigsten Typen sind Aktivator, Fränkel-Gerät und Twin Block. Sie können besonders dann sinnvoll sein, wenn sie während des noch andauernden Knochenwachstums eingesetzt werden. Welches Gerät geeignet ist und wann begonnen wird, wird durch eine kieferorthopädische Untersuchung festgelegt.

Bei Kindern ist die Entwicklung der Kieferknochen ebenso wichtig wie die Stellung der Zähne, und diese Entwicklung lässt sich während der Wachstumsphase unter Umständen lenken. Funktionskieferorthopädische Geräte sind kieferorthopädische Apparaturen, die die natürliche Kraft der Kau-, Schluck- und Kiefermuskulatur nutzen, um ein aufeinander abgestimmtes Wachstum von Ober- und Unterkiefer zu unterstützen. In diesem Beitrag erklären wir das Prinzip der funktionellen Kieferorthopädie, die wichtigsten Gerätetypen, bei welchen Problemen sie eingesetzt werden und wie die Behandlung verläuft.

Was ist ein funktionskieferorthopädisches Gerät?

Ein funktionskieferorthopädisches Gerät ist eine Apparatur im Mund, die ohne eigene zahnbewegende Drähte oder Brackets die Kieferentwicklung unterstützt, indem sie den Druck der Kiefermuskulatur und der umgebenden Gewebe wie Lippen, Wangen und Zunge lenkt. Es besteht meist aus Kunststoff- und Drahtteilen, die meisten sind herausnehmbar.

Während eine klassische feste Zahnspange die Zähne direkt bewegt, wirkt ein funktionskieferorthopädisches Gerät indirekt, indem es die Haltung des Kiefers und den Biss verändert. Beispiele für diesen Ansatz sind das Vorverlagern des Unterkiefers, das Begrenzen des Oberkieferwachstums oder der Ausgleich der Kieferbreite. Einen allgemeinen Überblick über kieferorthopädische Apparaturen gibt unser Beitrag Was ist eine kieferorthopädische Apparatur?; die Liste aller Typen finden Sie auf unserer Seite kieferorthopädische Apparaturen.

Warum wirken funktionskieferorthopädische Geräte in der Wachstumsphase?

Funktionskieferorthopädische Geräte können aussagekräftigere Ergebnisse erzielen, wenn sie in der Kindheit und frühen Pubertät eingesetzt werden, wenn die Kieferknochen noch wachsen und die Gewebe leichter auf eine Lenkung ansprechen. Ist die Knochenentwicklung abgeschlossen, nimmt der skelettale Effekt zunehmend ab, und die Zahnbewegung tritt in den Vordergrund.

Bei Kindern im Wachstum hat die Knochenstruktur die Fähigkeit, sich an die Kräfte der umgebenden Muskulatur anzupassen. Das Ausmaß der Wirkung funktionskieferorthopädischer Geräte auf den Knochen ist jedoch individuell verschieden, und Studien zeigen, dass ein erheblicher Teil der Korrektur auf Zahn- und Zahnhalteapparat-Effekte zurückgehen kann. Die realistische Erwartung für Familien sollte daher nicht „der Kiefer verändert sich vollständig“ lauten, sondern „ein Eingriff zum richtigen Zeitpunkt kann die spätere Behandlung erleichtern“. Den Zeitpunkt des Behandlungsbeginns legt die Kieferorthopädin bzw. der Kieferorthopäde anhand von Alter, Knochenreife und Gebissentwicklung des Kindes fest.

Welche Arten funktionskieferorthopädischer Geräte gibt es?

Es gibt viele Arten funktionskieferorthopädischer Geräte, die alle das Ziel haben, die Beziehung zwischen den Kiefern zu korrigieren; sie unterscheiden sich in Design und Anwendung. Die am häufigsten genannten Typen sind:

  • Aktivator: ein herausnehmbares Kunststoffgerät, das obere und untere Zähne in einem Stück umfasst; es wird meist nachts und zu Hause getragen und lenkt den Unterkiefer nach vorn.
  • Fränkel-Gerät (Funktionsregler): ein Gerät mit großen Kunststoffschilden und Drähten, das den Druck der Wangen- und Lippenmuskulatur abhält und so Raum für die Kieferentwicklung schaffen soll.
  • Twin Block: besteht aus zwei getrennten Kunststoffplatten für Ober- und Unterkiefer; es kann den ganzen Tag getragen werden und lenkt in einen Biss, der den Unterkiefer nach vorn bringt. Diesem bei Rücklage des Unterkiefers häufig eingesetzten Gerät widmen wir einen eigenen Beitrag.
  • Bionator und ähnliche Geräte: filigraner gestaltete herausnehmbare Geräte, die auf ein ausgewogenes Zusammenspiel von Zungen- und Wangenmuskulatur abzielen.
  • Festsitzende funktionelle Geräte: an den Zähnen befestigte Mechanismen, die eingesetzt werden, wenn man sich auf die Mitarbeit des Kindes nicht verlassen kann.

Welches Gerät geeignet ist, wird gemeinsam mit der Kieferorthopädin bzw. dem Kieferorthopäden nach Alter, Kieferstruktur, Gebissphase des Kindes und den Möglichkeiten der Familie zur Nachsorge festgelegt.

Bei welchen Problemen werden sie eingesetzt?

Funktionskieferorthopädische Geräte kommen vor allem infrage, wenn der Unterkiefer zurückliegt oder der Oberkiefer vorsteht, die oberen Frontzähne deutlich nach vorn ragen und noch Wachstumspotenzial besteht. Auch bei manchen Fällen von Tiefbiss und bestimmten Kieferfehlstellungen können sie hilfreich sein.

In folgenden Situationen reichen sie dagegen allein möglicherweise nicht aus oder erfordern einen anderen Plan:

  • bei ausgeprägtem Engstand oder Platzmangel für die Zähne.
  • bei einem zu schmalen Oberkiefer; zunächst kann eine Erweiterung nötig sein.
  • bei Jugendlichen, deren Wachstum weitgehend abgeschlossen ist.
  • wenn das Kind das Gerät nicht regelmäßig tragen kann.

Bei umgekehrter Kieferbeziehung, also wenn der Unterkiefer vorn liegt, wird meist ein anderer Ansatz verfolgt; unser Beitrag zur kieferorthopädischen Gesichtsmaske geht auf dieses Thema ein.

Wie lange dauert die Behandlung?

Die Phase mit dem funktionskieferorthopädischen Gerät dauert bei den meisten Kindern zwischen sechs Monaten und anderthalb Jahren; danach kann eine zweite Phase zur Ausrichtung der Zähne oder zur Stabilisierung nötig sein. Dieser Zeitraum ist keine feste Dauer und wird durch die Untersuchung bestimmt.

Die wichtigsten Einflussfaktoren auf die Dauer sind die Wachstumsgeschwindigkeit des Kindes, die tägliche Tragezeit des Geräts, der Schweregrad des Problems und das Einhalten der regelmäßigen Kontrolltermine. Bei herausnehmbaren Geräten beeinflusst das Einhalten der Tragezeit den Behandlungsverlauf unmittelbar. In den ersten Wochen der Behandlung können leichte Veränderungen beim Sprechen und Kauen, Empfindlichkeit der Zähne und vermehrter Speichelfluss auftreten; diese Beschwerden lassen meist rasch nach. Nach der ersten Phase im Wachstumsalter kann nach Durchbruch aller bleibenden Zähne eine zweite Behandlungsphase geplant werden; dieser zweiphasige Ansatz ist in der Kieferorthopädie verbreitet.

Wie werden funktionskieferorthopädische Geräte im Alltag getragen?

Herausnehmbare funktionskieferorthopädische Geräte wirken, wenn sie während der von der Kieferorthopädin bzw. dem Kieferorthopäden festgelegten Zeit regelmäßig getragen werden; bei den meisten Kindern umfasst diese Zeit bestimmte Stunden am Tag sowie die Nacht. In den ersten Tagen fühlt sich das Gerät wie ein Fremdkörper an; eine schrittweise Steigerung der Tragezeit erleichtert die Gewöhnung.

  • Das Gerät sollte täglich mit Wasser und einer weichen Bürste gereinigt und nicht heißem oder kochendem Wasser ausgesetzt werden.
  • Wenn es herausgenommen wird, sollte es immer in seiner Dose aufbewahrt werden; in eine Serviette gewickelte Geräte landen häufig im Müll.
  • Zähneputzen ist der wichtigste Schritt vor dem Einsetzen des Geräts; andernfalls sammeln sich zwischen Plaque und Kunststoff Bakterien an.
  • Wenn das Gerät bricht, Risse bekommt oder zu drücken beginnt, versuchen Sie nicht, es selbst zu richten, sondern rufen Sie die Praxis an.
  • Ein Kind nicht mit Strafen, sondern mit kleinen Zielen und Tragekalendern zu motivieren, verbessert die Mitarbeit.

Kontrolltermine finden in der Regel alle vier bis sechs Wochen statt. Dabei prüft die Kieferorthopädin bzw. der Kieferorthopäde den Sitz des Geräts, die Position des Kiefers und den Zahndurchbruch und passt das Gerät bei Bedarf an.

Wo liegen die Grenzen funktionskieferorthopädischer Geräte?

Funktionskieferorthopädische Geräte lösen nicht jedes Kieferproblem; ihre eigentliche Stärke liegt im Einsatz beim geeigneten Kind zum geeigneten Zeitpunkt. Wenn die Zähne selbst eng stehen, die Kieferknochen deutlich disharmonisch sind oder das Wachstum längst abgeschlossen ist, reichen sie allein möglicherweise nicht aus. Dann bespricht die Kieferorthopädin bzw. der Kieferorthopäde Optionen wie eine feste Zahnspange, Gummizüge, Minischrauben oder bei sehr ausgeprägten skelettalen Unterschieden eine Kieferchirurgie.

Zudem hängt der Erfolg bei herausnehmbaren Geräten stark von der Mitarbeit des Kindes ab. Deshalb wird vor Behandlungsbeginn auch besprochen, ob Kind und Familie in der Lage sind, das Gerät regelmäßig zu nutzen. Bei Bedarf werden Methoden bevorzugt, die weniger Mitarbeit erfordern. Für begrenztere Ziele wie das Freihalten von Platz nach dem Verlust eines Milchzahns lesen Sie unseren Beitrag zum Lückenhalter.

Unterschied zwischen funktionskieferorthopädischem Gerät und Invisalign First

Ein funktionskieferorthopädisches Gerät soll die Position der Kiefer zueinander und ihr Wachstum lenken; Invisalign First ist dagegen ein Alignersystem, das bei Kindern im Wechselgebiss die Ausrichtung der Zähne und die Erweiterung des Zahnbogens unterstützt. Beide dienen nicht demselben Zweck und gelten daher nicht als direkte Alternative zueinander.

Wenn bei einem Kind das vorrangige Problem nur die Zahnstellung und der Platzmangel ist, kann ein Ansatz mit Alignern besprochen werden; bei einer deutlichen Kieferfehlstellung kann ein funktionskieferorthopädisches oder festsitzendes Gerät besser geeignet sein. Bei manchen Kindern werden beide Methoden schrittweise kombiniert geplant. Einzelheiten finden Sie auf unserer Seite Invisalign First für Kinder; wann in späteren Jahren eine kieferorthopädische Behandlung mit Invisalign infrage kommt, erfahren Sie auf der Seite Ab welchem Alter sind Aligner möglich?.

Wann sollten Sie mit Ihrem Kind zur Kieferorthopädin gehen?

Fachleute für Kieferorthopädie empfehlen, Kinder etwa im Alter von sieben Jahren erstmals kieferorthopädisch untersuchen zu lassen; diese Untersuchung bedeutet nicht, dass eine Behandlung beginnt, sondern dient nur der Beobachtung der Entwicklung. Wenn der Unterkiefer zurückliegend wirkt, die oberen Zähne vorstehen, der Zahndurchbruch verzögert ist oder Gewohnheiten wie Daumenlutschen oder Mundatmung anhalten, gewinnt diese Untersuchung noch mehr an Bedeutung. In unserer Praxis im Park Oran in Çankaya wird der Wachstumsstand Ihres Kindes bei einer fachkieferorthopädischen Untersuchung beurteilt; bei Bedarf wird eine Beobachtung empfohlen, oder Behandlungsplan und Kosteninformationen werden Ihnen schriftlich mitgeteilt. Für einen Termin nutzen Sie bitte unsere Kontaktseite.

Häufig gestellte Fragen

In welchem Alter wird ein funktionskieferorthopädisches Gerät eingesetzt?

In der Regel in der Kindheit und frühen Pubertät, während das Wachstum andauert und ein Wechselgebiss vorliegt. Den genauen Zeitpunkt bestimmt die Kieferorthopädin bzw. der Kieferorthopäde nach Alter, Knochenreife und Art des Problems.

Ist ein funktionskieferorthopädisches Gerät herausnehmbar?

Aktivator, Fränkel-Gerät und Twin Block sind herausnehmbare Typen. Festsitzende funktionelle Geräte werden dagegen an den Zähnen befestigt und von der Kieferorthopädin bzw. dem Kieferorthopäden entfernt. Welches gewählt wird, richtet sich nach der Mitarbeit des Kindes.

Ersetzt ein funktionskieferorthopädisches Gerät die feste Zahnspange?

In der Regel nicht. Das funktionskieferorthopädische Gerät zielt auf die Kieferbeziehung; für die vollständige Ausrichtung der Zähne ist bei den meisten Kindern später eine Phase mit fester Zahnspange oder Alignern nötig.

Was passiert, wenn das Gerät nicht regelmäßig getragen wird?

Unregelmäßiges Tragen verringert die lenkende Wirkung und kann die Behandlung verlängern. Fällt es dem Kind schwer, das Gerät zu tragen, sollte die Familie mit der Kieferorthopädin bzw. dem Kieferorthopäden sprechen; bei Bedarf kann ein anderes Gerät in Betracht gezogen werden.

Hat ein funktionskieferorthopädisches Gerät denselben Zweck wie Invisalign First?

Nein. Das funktionskieferorthopädische Gerät richtet sich auf die Beziehung der Kiefer zueinander, Invisalign First vor allem auf die Unterstützung der Zahnausrichtung und der Zahnbogenerweiterung. Welches geeignet ist, wird nach der Untersuchung entschieden.

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Information und Untersuchung in Ankara

Für eine persönliche Einschätzung zu Was sind funktionskieferorthopädische Geräte? Das Kieferwachstum bei Kindern lenken können Sie einen Untersuchungstermin in der Zahnpoliklinik Funda Sarıkaya vereinbaren.

Die Poliklinik liegt im Park Oran Ofis, Oran, Çankaya, Ankara – neben der Panora Mall, gegenüber der One Tower Mall.

Angeboten werden Kieferorthopädie, Invisalign-Aligner, digitaler iTero-Intraoralscan und allgemeine Zahnmedizin.

Praxis
Funda Sarıkaya Zahnpoliklinik
Adresse
Park Oran Ofis, Laden Nr. 70, Kudüs Cd., Oran, Çankaya / Ankara
Orientierung
Neben der Panora Mall, gegenüber der One Tower Mall
Öffnungszeiten
Montag–Samstag 09:00–20:00
Telefon
+90 312 911 60 36
Sprachen
Türkisch, Englisch, Deutsch, Russisch

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information; für Diagnose und Behandlungsentscheidung ist eine Untersuchung nötig. Dieser Artikel wurde aus dem Türkischen übersetzt.

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