Kurze Antwort: Ist das Taubheitsgefühl nach einer Zahnextraktion auf die örtliche Betäubung zurückzuführen, verschwindet es in der Regel innerhalb weniger Stunden. Hält die Taubheit an Lippe, Kinn oder Zunge länger als einen Tag an, liegt meist – vor allem nach der Entfernung unterer Weisheitszähne – eine Beeinträchtigung eines benachbarten Nervs vor. Die Untersuchung erfolgt mit einer Sensibilitätskartierung, Gefühlstests und bei Bedarf einer DVT (dreidimensionale Röntgenaufnahme). In vielen Fällen kehrt das Gefühl innerhalb von Wochen bis Monaten zurück; regelmäßige Kontrollen und gegebenenfalls eine Überweisung an Fachärzte sind wichtig.
Ein Taubheitsgefühl an Lippe, Zunge oder Kinn nach dem Zahnziehen ist meist eine Folge der örtlichen Betäubung und verschwindet innerhalb weniger Stunden. Bei manchen Menschen kehrt das Gefühl jedoch auch nach Tagen oder sogar Wochen nicht vollständig zurück. Hält das Taubheitsgefühl nach der Extraktion länger an, deutet das in den meisten Fällen darauf hin, dass ein in der Nähe der Extraktionsstelle verlaufender Nerv beeinträchtigt wurde. Auch wenn diese Situation beunruhigend ist, bessert sie sich in vielen Fällen mit der Zeit. In diesem Beitrag erklären wir, wie lange die Taubheit normalerweise anhält, welche Ursachen ein anhaltender Gefühlsverlust hat, wie er untersucht wird, welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt und was Sie hinsichtlich der Heilung erwarten können.
Wie lange sollte das Taubheitsgefühl anhalten?
Die durch die örtliche Betäubung beim Zahnziehen verursachte Taubheit vergeht in der Regel innerhalb weniger Stunden, bei den meisten Menschen zwei bis fünf Stunden nach dem Eingriff. Je nach Art und Menge des verwendeten Betäubungsmittels und dem Injektionsort kann es etwas länger dauern; bei einer Leitungsanästhesie im Unterkiefer kehrt das Gefühl später zurück als im Oberkiefer.
Dauert die Taubheit länger als einen Tag oder besteht am Tag nach der Extraktion noch ein deutlicher Gefühlsverlust an Lippe, Kinn, Zunge oder Wange, kann dies eher mit einer Nervenbeeinträchtigung als mit der Betäubung zusammenhängen und sollte der Zahnärztin oder dem Zahnarzt mitgeteilt werden. Eine frühe Meldung ist wichtig, damit die Situation richtig eingeschätzt und bei Bedarf rechtzeitig eingegriffen werden kann.
Was sind die Ursachen eines anhaltenden Taubheitsgefühls?
Ein anhaltendes Taubheitsgefühl entsteht meist dadurch, dass sensible Nerven in der Nähe der Extraktionsstelle während oder nach dem Eingriff gedrückt, gedehnt oder verletzt werden. In der medizinischen Fachliteratur spricht man von Parästhesie oder Nervenverletzung; am häufigsten tritt sie nach der Entfernung unterer Weisheitszähne auf.
Die am häufigsten betroffenen Nerven
- Unterkiefernerv (Nervus alveolaris inferior): Er verläuft im Inneren des Unterkieferknochens und versorgt Unterlippe, Kinn und die unteren Zähne mit Gefühl. Die Wurzeln unterer Weisheitszähne können sehr nah an diesem Nerv liegen.
- Zungennerv (Nervus lingualis): Er verläuft an der Innenseite des Unterkiefers direkt unter dem Zahnfleisch. Ist er betroffen, können Gefühlsverlust im vorderen Teil der Zunge und Geschmacksveränderungen auftreten.
- Kinnnerv (Nervus mentalis): Er tritt im Bereich der unteren kleinen Backenzähne aus dem Knochen aus und kann nach Eingriffen in dieser Region beeinträchtigt werden.
Situationen, die zu einer Nervenbeeinträchtigung führen können
- Die Zahnwurzeln liegen sehr nah am Nervkanal oder scheinen mit ihm zu überlappen
- Knochenabtragungen, die bei der Entfernung verlagerter oder quer liegender Zähne nötig sind
- Schwellung und Entzündung nach der Extraktion, die Druck auf den Nerv ausüben
- In seltenen Fällen ein Kontakt der Injektionsnadel mit dem Nerv
Eine vorübergehende Gefühlsveränderung nach der Entfernung unterer Weisheitszähne ist zwar unwahrscheinlich, aber ein bekanntes Risiko; ein dauerhafter Gefühlsverlust ist noch deutlich seltener. Deshalb wird bei risikoreichen Fällen vor dem Eingriff eine detaillierte Bildgebung durchgeführt und die Patientin bzw. der Patient über mögliche Risiken aufgeklärt.
Welche Arten von Gefühlsverlust gibt es?
Eine Nervenbeeinträchtigung wird nicht von allen Patienten gleich empfunden. Manche haben einen vollständigen Gefühlsverlust, andere spüren Kribbeln, Stechen oder ein stromschlagartiges Gefühl. Medizinisch werden diese Bilder wie folgt eingeteilt:
- Hypästhesie: Vermindertes Gefühl
- Anästhesie: Vollständiger Gefühlsverlust
- Parästhesie: Ungewöhnliche Empfindungen wie Kribbeln, Taubheit oder Stechen
- Dysästhesie: Schmerzhafte oder unangenehme Empfindungen bei Berührung
Die Art der Gefühlsveränderung gibt Hinweise darauf, wie stark der Nerv betroffen ist, und hilft bei der Festlegung des Kontrollplans.
Wie erfolgen Diagnose und Untersuchung?
Bei anhaltender Taubheit zielt die Untersuchung darauf ab, Ort, Ausdehnung und Art des Gefühlsverlusts zu bestimmen und den Zustand des Nervs bildlich darzustellen. Diese Untersuchung dient zugleich als Ausgangspunkt, um die Heilung zu verfolgen.
- Ausführliche Anamnese: Es wird erfragt, wann die Taubheit begonnen hat, wie sie sich anfühlt und ob sie sich im Laufe der Zeit verändert hat.
- Sensibilitätskartierung: Der betroffene Bereich wird durch leichte Berührung ermittelt, markiert und fotografiert. Diese Karte ermöglicht bei späteren Kontrollen einen Vergleich.
- Gefühlstests: Mit einfachen Tests wie leichter Berührung, Zwei-Punkt-Unterscheidung, Warm-Kalt- und Spitz-Empfinden wird die Nervenfunktion beurteilt.
- Bildgebung: Wenn nötig, wird mit einer Panoramaröntgenaufnahme oder einer dreidimensionalen DVT die Beziehung der Extraktionswunde zum Nervkanal untersucht.
Ist der Zungennerv betroffen, wird auch nach Veränderungen des Geschmackssinns gefragt. Je nach Ergebnis wird die Patientin bzw. der Patient in regelmäßigen Abständen kontrolliert oder an eine Fachzahnärztin bzw. einen Facharzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie überwiesen.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Die Behandlung einer Nervenbeeinträchtigung nach einer Extraktion richtet sich danach, wie stark der Nerv geschädigt ist, wie ausgeprägt die Beschwerden sind und wie lange sie schon bestehen. Da sich der Nerv in vielen Fällen mit der Zeit selbst regeneriert, ist eine engmaschige Kontrolle der wichtigste Ansatz.
- Regelmäßige Kontrolle: Die Sensibilitätskartierung wird in bestimmten Abständen wiederholt, um den Heilungsverlauf zu verfolgen.
- Medikamentöse Behandlung: In der frühen Phase kann die Ärztin oder der Arzt geeignete Medikamente verordnen, um den Druck der Schwellung auf den Nerv zu verringern oder die Nervenheilung zu unterstützen. Art und Dauer der Einnahme dürfen nur ärztlich festgelegt werden.
- Umgang mit schmerzhaften Gefühlsveränderungen: Bestehen unangenehme Beschwerden wie eine Dysästhesie, kann für deren Behandlung mit den entsprechenden Fachrichtungen zusammengearbeitet werden.
- Chirurgische Abklärung: In manchen Fällen, in denen sich innerhalb eines bestimmten Zeitraums keine Besserung zeigt oder die Bildgebung eine deutliche Nervenschädigung erkennen lässt, können mikrochirurgische Möglichkeiten zur Nervenrekonstruktion durch eine Fachärztin bzw. einen Facharzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie geprüft werden. Da der Zeitpunkt solcher Eingriffe das Ergebnis beeinflussen kann, ist es wichtig, Kontrolltermine nicht zu versäumen.
Wie sind die Heilungsaussichten?
Ein großer Teil der Nervenbeeinträchtigungen nach einer Extraktion ist vorübergehend; das Gefühl kehrt in den meisten Fällen innerhalb von Wochen bis Monaten teilweise oder vollständig zurück. Die Heilung verläuft in der Regel langsam und schrittweise; wenn die Taubheit zunächst einem Kribbeln weicht, kann dies ein Zeichen dafür sein, dass sich der Nerv zu erholen beginnt.
In den ersten sechs Monaten ist die Besserung am deutlichsten. Bei Beschwerden, die länger als sechs Monate und vor allem länger als ein Jahr bestehen, kann die Wahrscheinlichkeit einer vollständigen Heilung sinken; bei manchen Menschen ist jedoch auch nach längerer Zeit noch eine Besserung möglich. Beim Zungennerv kann der Heilungsverlauf anders sein als beim Unterkiefernerv. Die meisten Menschen, bei denen eine dauerhafte Gefühlsveränderung bleibt, gewöhnen sich mit der Zeit daran und können ihren Alltag fortführen.
Worauf Sie während der Heilung achten sollten
- Essen Sie langsam und vorsichtig, um sich nicht auf die gefühllose Lippe oder Zunge zu beißen.
- Prüfen Sie die Temperatur heißer Getränke vor dem Trinken; im tauben Bereich werden Verbrennungen eventuell nicht bemerkt.
- Seien Sie beim Rasieren und beim Auftragen von Kosmetik im Lippenbereich vorsichtig.
- Notieren Sie Gefühlsveränderungen in einem Tagebuch; diese Notizen helfen Ihrer Zahnärztin oder Ihrem Zahnarzt bei den Kontrollterminen.
- Versäumen Sie keine Kontrolltermine.
Weitere Fragen rund um das Zahnziehen und die Zeit danach beantworten wir auf unserer Seite Häufig gestellte Fragen.
Lässt sich das Risiko vor der Extraktion verringern?
Vor allem vor der Entfernung nervnaher Zähne wie der unteren Weisheitszähne ermöglichen eine gründliche Untersuchung und bei Bedarf eine dreidimensionale Bildgebung, die Beziehung der Wurzeln zum Nerv darzustellen und das Risiko im Voraus einzuschätzen. In manchen sehr risikoreichen Fällen können statt der vollständigen Entfernung des Zahns andere chirurgische Vorgehensweisen in Betracht gezogen werden. In jedem Fall ist die Aufklärung der Patientin bzw. des Patienten über mögliche Risiken vor dem Eingriff ein wichtiger Teil der Behandlung.
Wann sollten Sie in Ankara bei anhaltender Taubheit einen Termin vereinbaren?
Besteht einen Tag nach dem Zahnziehen noch ein Gefühlsverlust an Lippe, Kinn oder Zunge, ist es wichtig, dies der Zahnärztin oder dem Zahnarzt mitzuteilen, statt abzuwarten; eine frühe Untersuchung sorgt dafür, dass Kontrollen und gegebenenfalls Überweisungen rechtzeitig erfolgen. In unserer Poliklinik in Oran, Çankaya, beurteilen wir die Ausdehnung des Gefühlsverlusts, erstellen gemeinsam mit Ihnen einen Kontrollplan und überweisen Sie bei Bedarf an die entsprechende Fachrichtung; Sie erreichen uns über unsere Seite Kontakt.
Häufig gestellte Fragen
Wann ist ein Taubheitsgefühl nach dem Zahnziehen bedenklich?
Die durch die örtliche Betäubung verursachte Taubheit vergeht in der Regel innerhalb weniger Stunden. Besteht am nächsten Tag noch ein deutlicher Gefühlsverlust, sollte dies der Zahnärztin oder dem Zahnarzt mitgeteilt werden. Eine frühe Untersuchung ermöglicht rechtzeitige Kontrollen und bei Bedarf ein rechtzeitiges Eingreifen.
Ist eine Taubheit durch Nervenbeeinträchtigung dauerhaft?
Ein großer Teil der Nervenbeeinträchtigungen nach einer Extraktion ist vorübergehend, und das Gefühl kehrt mit der Zeit zurück. Ein dauerhafter Gefühlsverlust ist selten. Wahrscheinlichkeit und Verlauf der Heilung hängen davon ab, wie stark der Nerv betroffen ist, und werden durch Kontrollen beurteilt.
Kann auch ein Geschmacksverlust an der Zunge mit der Extraktion zusammenhängen?
Ist der an der Innenseite des Unterkiefers verlaufende Zungennerv betroffen, können Gefühlsverlust und Geschmacksveränderungen im vorderen Teil der Zunge auftreten. Dies kommt meist nach der Entfernung unterer Weisheitszähne vor. Die Beschwerden sollten der Zahnärztin oder dem Zahnarzt gemeldet und abgeklärt werden.
Ist ein Kribbeln beim Abklingen der Taubheit normal?
Wenn die Taubheit einem Kribbeln oder Stechen weicht, kann dies ein Zeichen dafür sein, dass sich der Nerv zu erholen beginnt. Es ist sinnvoll, diese Veränderungen zu notieren und bei den Kontrollterminen mit Ihrer Zahnärztin oder Ihrem Zahnarzt zu besprechen. Bei schmerzhaften oder zunehmenden Empfindungen sollten Sie sich ärztlich vorstellen.




