Kurze Antwort: Invisalign First kann im Wechselgebiss dazu beitragen, den Zahnbogen leicht zu erweitern; dabei handelt es sich jedoch im Wesentlichen um eine dentale Wirkung. Bei einer skelettalen Enge, also einer Enge in der Knochenstruktur des Oberkiefers, reichen Aligner allein unter Umständen nicht aus, und eine klassische Dehnapparatur kann nötig sein. Die geeignete Methode ergibt sich aus der kieferorthopädischen Untersuchung und den Befunden.
Eine häufige Frage von Eltern lautet, ob Invisalign First zur Kieferdehnung eingesetzt werden kann. Die kurze Antwort: teilweise ja, aber nicht jeder schmale Kiefer lässt sich mit Alignern lösen. Die im Wechselgebiss verwendeten Aligner können zu einer leichten Erweiterung des Bogens beitragen, in dem die Zähne stehen (Zahnbogen); eine Enge in der Knochenstruktur des Kiefers kann jedoch eine klassische Dehnapparatur erfordern. In diesem Beitrag betrachten wir ehrlich, was die Methode leisten kann, wo ihre Grenzen liegen und für welche Kinder sie infrage kommt. Einen allgemeinen Überblick bietet auch unsere Seite zu Invisalign First bei Kindern.
Kann man mit Invisalign First den Kiefer dehnen?
Invisalign First ist ein Alignersystem, das für Kinder in der Übergangsphase von den Milchzähnen zu den bleibenden Zähnen entwickelt wurde, und kann den Zahnbogen in gewissem Umfang erweitern. Diese Wirkung entsteht, indem die Aligner kontrollierte Kräfte auf die Zähne ausüben und diese seitlich neigen und positionieren; es handelt sich also im Wesentlichen um eine dentale Dehnung.
Der Mechanismus ist nicht derselbe wie bei einer klassischen Dehnapparatur, die die skelettale Struktur des Kiefers – also die Verbindung in der Mittellinie des Gaumenknochens – öffnet. Deshalb kann die Formulierung „Kieferdehnung mit Alignern“ mitunter falsche Erwartungen wecken. Aligner können wirksam sein, um einen Engstand zwischen den Zähnen aufzulösen und den Bogen leicht breiter zu halten; ist die Enge jedoch knöchern bedingt, reichen sie allein unter Umständen nicht aus. Welche Situation vorliegt, zeigen Untersuchung und Befunde.
Auch die dentale Dehnung hat Grenzen. Zähne können sich im Knochen nur innerhalb eines bestimmten Bereichs bewegen; der Versuch, den Bogen übermäßig zu erweitern, kann zu einer zu starken Kippung der Zähne oder zum Risiko eines Zahnfleischrückgangs führen. Deshalb erstellt die Ärztin bzw. der Arzt unter gemeinsamer Berücksichtigung des angestrebten Dehnungsumfangs, der Knochenstruktur des Kindes und der Zahnstellung einen begrenzten und kontrollierten Plan.
Worin unterscheidet sie sich von einer klassischen Dehnapparatur?
Der grundlegende Unterschied liegt in der Wirkungsweise: Die klassische Gaumennahterweiterung übt Kraft auf die Verbindung zwischen den beiden Hälften des Oberkiefers aus und lenkt so die Knochenstruktur, während Aligner die Zähne bewegen. Eine Dehnapparatur kann festsitzend oder herausnehmbar sein und hat in der Regel eine Schraube, die von den Eltern oder der Ärztin bzw. dem Arzt aktiviert wird. Aligner dagegen sind eine Serie aufeinanderfolgender, individuell angefertigter Schienen.
Es gibt auch praktische Unterschiede:
- Aligner können herausgenommen werden; das bietet Vorteile bei der Hygiene sowie beim Essen und Trinken, die Tragezeit darf jedoch nicht vernachlässigt werden.
- Eine festsitzende Dehnapparatur bleibt im Mund und erfordert weniger Disziplin beim Tragen, die Reinigung im Gaumenbereich verlangt aber Sorgfalt.
- Aligner sind ästhetisch unauffälliger; eine Dehnapparatur kann in den ersten Tagen das Sprechen und Schlucken beeinflussen.
- Bei Alignern erfolgt die Bewegung in vielen kleinen Schritten, bei der Apparatur wird die Schraube in bestimmten Abständen gedreht.
Einzelheiten zum klassischen Vorgehen finden Sie in unserem Beitrag über die Dehnapparatur.
Für welche Kinder ist sie geeignet, für welche nicht?
Invisalign First kommt in der Regel bei Kindern im Wechselgebiss infrage, die kooperativ sind und die Aligner regelmäßig tragen können. Sie kann bei leichten bis mäßigen Problemen wie Kreuzbiss, Engstand oder Lücken, Platzmangel und überlappenden Frontzähnen geeignet sein. Die Altersspanne richtet sich nach der Entwicklung des einzelnen Kindes; allgemeine Informationen dazu finden Sie auf der Seite Ab welchem Alter Aligner?.
In folgenden Situationen reichen Aligner allein dagegen oft nicht aus:
- Wenn die Knochenstruktur des Oberkiefers deutlich zu schmal ist
- Wenn eine Diskrepanz in Größe oder Lage der Kiefer besteht
- Wenn das Kind Schwierigkeiten hat, die Aligner den ganzen Tag zu tragen, oder nicht dazu bereit ist
- Wenn Karies oder Zahnfleischprobleme vorrangig behandelt werden müssen
In solchen Fällen kann die Ärztin bzw. der Arzt zunächst Optionen wie eine klassische Dehnung, ein funktionskieferorthopädisches Gerät oder Abwarten und Beobachten in Betracht ziehen.
Ein praktisches Kriterium für Eltern ist die Motivation des Kindes. Bei Kindern, die bereit sind, die Aligner zu tragen, sich an die tägliche Routine anpassen und regelmäßig zu den Kontrollen kommen, verläuft die Behandlung vorhersehbarer. Fehlen diese Voraussetzungen oder ist die Familie in diesem Punkt unsicher, kann ein nicht herausnehmbares Gerät sinnvoller sein. Eine solche Wahl ist kein Scheitern der Behandlung, sondern die Wahl der Methode, die zum Kind passt.
Wie läuft die Behandlung ab?
Der Ablauf beginnt mit einer umfassenden kieferorthopädischen Untersuchung und bei Bedarf mit Röntgenaufnahmen und einem Intraoralscan. Die Ärztin bzw. der Arzt erstellt den Behandlungsplan unter Berücksichtigung des Alters des Kindes, der Phase der Zahnentwicklung, der Kieferstruktur und der Erwartungen. Der Plan wird digital erstellt, und die Aligner werden als Serie gefertigt, die in bestimmten Abständen gewechselt wird.
Der allgemeine Ablauf sieht so aus: Untersuchung und Planung, Anfertigung der Aligner, Einsetzen des ersten Aligners und Anleitung zum Tragen, Wechsel der Aligner in bestimmten Abständen und Kontrolltermine. Wenn das Kind wächst und die bleibenden Zähne durchbrechen, kann der Plan angepasst werden. Ziel einer frühen kieferorthopädischen Behandlung ist oft nicht, in dieser Phase alles abzuschließen, sondern eine später nötige Behandlung zu erleichtern oder überflüssig zu machen. Bei manchen Kindern kann nach der ersten Phase eine Beobachtungsphase und nach vollständigem Durchbruch der bleibenden Zähne eine zweite Behandlungsphase geplant werden. Nach Abschluss der Behandlung ist in den meisten Fällen eine Retentionsphase nötig, um die erreichte Stellung zu halten. Die Gesamtdauer ist individuell verschieden, und es wäre nicht richtig, eine feste Dauer vorherzusagen; nach der Untersuchung nennt die Ärztin bzw. der Arzt einen Rahmen.
Tägliches Tragen und Unterstützung durch die Familie
Damit Aligner wirken, müssen sie den größten Teil des Tages in der von der Ärztin bzw. vom Arzt festgelegten Zeit getragen werden. Bei Kindern ist die Unterstützung durch die Familie sehr wichtig, um diese Routine einzuhalten. Die Aligner werden nur zum Essen, Trinken (außer Wasser) und Zähneputzen herausgenommen; danach werden die Zähne gereinigt und die Aligner wieder eingesetzt.
Einige Tipps können Familien helfen. Die Aligner stets in ihrer eigenen Box aufzubewahren, verringert das Risiko, sie zu verlieren. Eine Ersatzbox im Schulranzen kann nützlich sein. Eine Haltung, die Erfolge belohnt statt zu schimpfen, fördert die Mitarbeit des Kindes. Mit Alignern gewinnt auch die Mundpflege an Bedeutung; das Kind sollte vor dem Einsetzen die Zähne putzen, und die Aligner sollten täglich mit lauwarmem Wasser gereinigt werden. Wo nach dem Essen und Trinken kein Zähneputzen möglich ist, ist es eine gute Gewohnheit, zumindest den Mund mit Wasser auszuspülen. Zur Nachverfolgung kann ein einfacher Tragekalender angelegt werden. Bei jedem Alignerwechsel sollte auf das Wohlbefinden des Kindes geachtet und die Praxis informiert werden, wenn etwas nicht passt oder eine wunde Stelle auftritt. Wenn Sie die Unterschiede zur Behandlung bei Erwachsenen kennenlernen möchten, werfen Sie einen Blick auf die Seite Invisalign.
Auch der Erhalt der nach der Dehnung erreichten Stellung darf nicht vergessen werden. Sowohl nach einer Dehnung mit Alignern als auch mit einer Apparatur wird eine Retentionsphase geplant; Einzelheiten finden Sie in unserem Beitrag über den Retainer.
Warum kann bei einer skelettalen Enge eine Apparatur nötig sein?
Ist die Enge im Oberkiefer skelettal bedingt, ist also die Knochenstruktur selbst zu schmal, muss die Kraft die knöcherne Verbindung erreichen; das können Aligner allein nicht leisten. In diesem Fall ist eine klassische Gaumennahterweiterung das geeignetere Mittel, um die Knochenstruktur in der Wachstumsphase zu lenken.
Typische Anzeichen einer skelettalen Enge sind, dass nicht nur einzelne Zähne, sondern die Kiefer als Ganzes nicht zueinander passen, ein Kreuzbiss sowie ein hoch und schmal wirkender Gaumen. Diese Befunde lassen sich nur durch eine Untersuchung unterscheiden. Bei manchen Kindern setzt die Ärztin bzw. der Arzt zunächst eine Dehnapparatur ein und kann anschließend zum Ausrichten der Zähne auf Aligner wechseln. Die beiden Ansätze sind also keine Konkurrenten, sondern können aufeinander folgen oder sich ergänzen. Einen Überblick über die verschiedenen Apparaturen bietet die Seite kieferorthopädische Apparaturen.
Kieferorthopädische Beurteilung mit Invisalign in Ankara
Wenn Sie bei Ihrem Kind einen schmalen Kiefer, einen Kreuzbiss, Engstand oder ein mit Mundatmung verbundenes Erscheinungsbild bemerken, gibt eine frühe Beurteilung Orientierung. In unserer Praxis im Park Oran in Çankaya werden die Möglichkeit einer kieferorthopädischen Behandlung mit Invisalign und die Alternativen mit klassischen Apparaturen nach der Untersuchung gemeinsam abgewogen; Plan und Kosteninformation werden nach Untersuchung und Planung schriftlich mitgeteilt. Für einen Termin können Sie unsere Kontaktseite nutzen.
Häufig gestellte Fragen
Dehnt Invisalign First den Kiefer?
Im Wechselgebiss kann es dazu beitragen, den Zahnbogen leicht zu erweitern. Diese Wirkung ist im Wesentlichen eine dentale Dehnung. Bei einer skelettalen Enge der Knochenstruktur kann eine klassische Dehnapparatur nötig sein.
Kann man den Gaumenknochen mit Alignern dehnen?
Aligner bewegen die Zähne; sie verfügen über keinen Mechanismus, der die Verbindung in der Mittellinie des Gaumenknochens öffnet. Bei einer skelettalen Enge wird zu diesem Zweck in der Regel eine Gaumennahterweiterung bevorzugt. Die Entscheidung fällt nach der Untersuchung.
In welchem Alter werden Aligner bei Kindern eingesetzt?
In der Regel kommen sie im Wechselgebiss infrage, also in der Übergangsphase von den Milchzähnen zu den bleibenden Zähnen. Das genaue Alter hängt von der Entwicklung des einzelnen Kindes ab. Den geeigneten Zeitpunkt bestimmt die Kieferorthopädin bzw. der Kieferorthopäde.
Lässt sich ein schmaler Kiefer mit Alignern korrigieren?
Bei leichter, dental bedingter Enge können Aligner helfen. Bei einer Enge, die auf die Knochenstruktur zurückgeht, ist dagegen oft eine Dehnapparatur nötig. Welche Form vorliegt, zeigen Untersuchung und Befunde.
Was passiert, wenn das Kind die Aligner nicht trägt?
Werden die Aligner nicht lange genug getragen, verläuft die Zahnbewegung unter Umständen nicht wie geplant, und die Behandlung kann sich verlängern. Deshalb ist Disziplin beim Tragen wichtig. Bei Problemen mit der Mitarbeit sollte der Plan im Gespräch mit der Ärztin bzw. dem Arzt neu bewertet werden.




