Kurze Antwort: Die Pedodontie (Kinderzahnheilkunde) ist das zahnmedizinische Fachgebiet, das die Mund- und Zahngesundheit von Kindern vom Säuglingsalter bis zum Ende der Pubertät schützt und behandelt. Sie umfasst vorbeugende Maßnahmen wie Fluoridlack, Fissurenversiegelung, Ernährungs- und Mundpflegeberatung sowie Füllungen, Wurzelbehandlungen an Milchzähnen, Lückenhalter und die Behandlung von Zahnunfällen. Der erste Besuch wird beim Durchbruch des ersten Zahns oder um den ersten Geburtstag empfohlen.
Mundstrukturen, Verhalten und Bedürfnisse von Kindern unterscheiden sich deutlich von denen Erwachsener. Milchzähne haben einen dünneren Zahnschmelz, die Kieferknochen wachsen noch, und wie sich das Kind in der Praxis fühlt, beeinflusst den Behandlungsverlauf unmittelbar. Die Pedodontie, also die Kinderzahnheilkunde, ist genau das Fachgebiet, das sich auf diese Unterschiede konzentriert. In diesem Beitrag erklären wir, was die Kinderzahnheilkunde umfasst, wie sich Kinderzahnärztinnen und -zahnärzte von allgemeinen Zahnärzten unterscheiden, welche vorbeugenden und behandelnden Maßnahmen es gibt und wie Sie Ihrem Kind die Gewöhnung an die Praxis erleichtern können.
Was ist Pedodontie?
Die Pedodontie ist das zahnmedizinische Fachgebiet, das die Mund- und Zahngesundheit von Kindern vom Säuglingsalter bis zum Ende der Pubertät schützt, ihre Entwicklung begleitet und Probleme behandelt. Dieses Gebiet befasst sich nicht nur mit Milchzähnen; es umfasst auch den Übergang von den Milch- zu den bleibenden Zähnen, den Schutz frisch durchgebrochener bleibender Zähne und die gesunde Entwicklung der Kiefer.
Die wichtigsten Ziele der Kinderzahnheilkunde lassen sich so zusammenfassen:
- Karies und Zahnfleischerkrankungen vorbeugen, bevor sie entstehen
- Auftretende Probleme frühzeitig und mit altersgerechten Methoden behandeln
- Durch die Beobachtung der Zahn- und Kieferentwicklung kieferorthopädische Probleme rechtzeitig erkennen
- Dem Kind helfen, eine vertrauensvolle, positive Beziehung zur Zahnärztin bzw. zum Zahnarzt aufzubauen
- Eltern über Ernährung, Mundpflege und Gewohnheiten informieren
Milchzähne werden manchmal nach dem Motto „Die fallen ja sowieso aus“ vernachlässigt. Dabei übernehmen sie wichtige Aufgaben beim Kauen, beim Sprechen, für die Gesichtsentwicklung und als Platzhalter für die bleibenden Zähne. Manche Milchbackenzähne bleiben bis zum Alter von 11–12 Jahren im Mund; sie gesund zu erhalten, ist daher eine langfristige Investition.
Unterschied zwischen Kinderzahnärztin und allgemeiner Zahnärztin
Eine Kinderzahnärztin bzw. ein Kinderzahnarzt (Pedodontist) hat nach dem Zahnmedizinstudium zusätzlich eine Fachweiterbildung in Kinderzahnheilkunde absolviert. Auch allgemeine Zahnärztinnen und Zahnärzte können bei Kindern viele Grundbehandlungen durchführen; der Unterschied liegt in der Tiefe und Erfahrung, die die Fachweiterbildung bei kinderspezifischen Themen vermittelt.
Bereiche, auf die sich Kinderzahnärztinnen und -zahnärzte besonders konzentrieren:
- Kinderpsychologie und Verhaltensführung: Kommunikationstechniken für ängstliche, verunsicherte oder wenig kooperative Kinder.
- Wachstum und Entwicklung: Zahndurchbruchszeiten, Kieferentwicklung und die frühe Erkennung von Abweichungen.
- Milchzahnspezifische Behandlungen: Wurzelbehandlungen an Milchzähnen, konfektionierte Kronen und Lückenhalter.
- Kinder mit besonderen Bedürfnissen: Zahnbehandlung von Kindern mit Allgemeinerkrankungen, Entwicklungsbesonderheiten oder Behinderungen.
- Behandlung unter Sedierung und Vollnarkose: Bei Bedarf gemeinsam mit dem Anästhesieteam geplante Behandlungen.
An wen man sich wendet, hängt meist vom Bedarf des Kindes ab. Für Routinekontrollen und einfache Behandlungen kann die allgemeine Zahnärztin bzw. der allgemeine Zahnarzt ausreichen; sehr kleine, stark ängstliche oder umfangreich behandlungsbedürftige Kinder können an eine Kinderzahnärztin bzw. einen Kinderzahnarzt überwiesen werden.
Vorbeugende Maßnahmen
Der wichtigste Teil der Kinderzahnheilkunde sind vorbeugende Maßnahmen, bevor Probleme entstehen. Internationale Fachgesellschaften für Kinderzahnheilkunde empfehlen den ersten Zahnarztbesuch mit dem Durchbruch des ersten Zahns oder spätestens um den ersten Geburtstag. Diese frühen Besuche dienen vor allem dem Kennenlernen, der Information und der Risikoeinschätzung.
Die wichtigsten vorbeugenden Maßnahmen:
- Fluoridlack: Hochkonzentriertes Fluorid, das auf die Zahnoberfläche aufgetragen wird, stärkt den Zahnschmelz und erhöht die Widerstandskraft gegen Karies. Wie oft er aufgetragen wird, richtet sich nach dem Kariesrisiko des Kindes.
- Fissurenversiegelung: Die tiefen Furchen auf der Kaufläche der Backenzähne werden mit einem fließfähigen Material verschlossen, wodurch sich weniger Speisereste und Bakterien ansammeln. Sie wird in der Regel nach dem Durchbruch der bleibenden Backenzähne durchgeführt.
- Anleitung zur Mundpflege: Altersgerechte Zahnbürste, Zahnpastamenge und Putztechnik werden erklärt. Bei kleinen Kindern wird empfohlen, dass die Eltern das Putzen übernehmen oder beaufsichtigen.
- Ernährungsberatung: Häufigkeit zuckerhaltiger Speisen und Getränke, nächtliches Fläschchen und Zwischenmahlzeiten werden beurteilt.
- Beobachtung von Gewohnheiten: Die Auswirkungen von Daumenlutschen, längerem Schnullergebrauch, Mundatmung und Zungenpressen auf die Zahn- und Kieferentwicklung werden verfolgt.
- Mundschutz: Für Kinder, die Sport treiben, kann ein individuell angefertigter Mundschutz empfohlen werden, um die Zähne vor Stößen zu schützen.
Der Erfolg vorbeugender Maßnahmen hängt nicht nur von dem ab, was in der Praxis geschieht, sondern ebenso von den Gewohnheiten zu Hause. Zweimal täglich mit fluoridhaltiger Zahnpasta putzen, zuckerhaltige Snacks auf die Hauptmahlzeiten beschränken, nach dem abendlichen Zähneputzen nur noch Wasser trinken und regelmäßige Kontrollen nicht versäumen – das sind allgemein anerkannte Grundschritte zur Vorbeugung von Karies im Kindesalter. Das Kontrollintervall ist nicht für jedes Kind gleich; bei Kindern mit hohem Kariesrisiko können häufigere Termine geplant werden.
Behandelnde Maßnahmen
Treten trotz Vorsorge Probleme auf, bietet die Kinderzahnheilkunde Behandlungsoptionen, die dem Alter des Kindes und dem Zustand des Zahns entsprechen. Die wichtigsten sind:
- Füllungen: Die Karies wird entfernt und der Zahn mit zahnfarbenen oder fluoridfreisetzenden Materialien gefüllt.
- Wurzelbehandlung an Milchzähnen: Hat die Karies den Nerv erreicht, wird versucht, den Zahn mit Verfahren wie Pulpotomie oder Pulpektomie zu erhalten.
- Konfektionierte Kronen: Milchbackenzähne mit großem Substanzverlust können mit vorgefertigten Kronen überkront und geschützt werden.
- Zahnentfernung und Lückenhalter: Nicht erhaltungsfähige Zähne werden entfernt; bei Bedarf wird die Lücke mit einem Lückenhalter freigehalten.
- Behandlung von Zahnunfällen: Nach Stürzen und Stößen abgebrochene, gelockerte oder herausgeschlagene Zähne werden notfallmäßig versorgt.
- Entwicklungsstörungen des Zahnschmelzes: Bei Zähnen mit schwachem oder fleckigem Schmelz werden Maßnahmen ergriffen, um die Empfindlichkeit zu verringern und den Zahn zu schützen.
Erkennt die Kinderzahnärztin bzw. der Kinderzahnarzt ein kieferorthopädisches Problem in der Zahn- und Kieferentwicklung, erfolgt auch eine Überweisung an die Kieferorthopädie. Diese Zusammenarbeit ist wichtig, weil sich manche Probleme während des Wachstums leichter lenken lassen. In welchem Alter und mit welchen Methoden eine kieferorthopädische Behandlung geplant werden kann, haben wir in unserem Beitrag Ab welchem Alter werden Aligner eingesetzt? erklärt.
Gewöhnung von Kindern an die Praxis
Wie gut sich ein Kind an den Zahnarzt gewöhnt, hängt weitgehend davon ab, ob seine ersten Erfahrungen positiv verlaufen, und von der Vorbereitung zu Hause. Beginnen die Zahnarztbesuche erst, wenn bereits ein schmerzhaftes Problem besteht, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass das Kind die Praxis mit einem schmerzhaften Eingriff verbindet. Deshalb erleichtert es die Gewöhnung, wenn die ersten Besuche stattfinden, solange kein Problem vorliegt.
Was Eltern in diesem Prozess tun können:
- Sprechen Sie natürlich und ruhig über den Zahnarztbesuch; vermeiden Sie übertriebenes Lob ebenso wie angsteinflößende Formulierungen.
- Sie können Ihrem Kind Bilderbücher über den Zahnarzt vorlesen und mit Spielzeug „Zahnarzt“ spielen.
- Planen Sie den Termin zu einer Uhrzeit, zu der Ihr Kind weder müde noch hungrig ist.
- Lassen Sie in der Praxis Raum, damit die Zahnärztin bzw. der Zahnarzt direkt mit Ihrem Kind kommunizieren kann.
- Würdigen Sie nach der Behandlung den Mut Ihres Kindes; bieten Sie eine Belohnung nicht als „Bestechung“ für die Behandlung an, sondern als Anerkennung für seine Mühe.
Zu den in der Praxis angewandten Techniken der Verhaltensführung gehören „Tell-Show-Do“ (Erklären-Zeigen-Durchführen), positive Verstärkung, Ablenkung und die Steuerung der Stimmlage. Ziel dieser Techniken ist nicht, das Kind zu zwingen, sondern ihm eine vertrauensvolle Teilnahme an der Behandlung zu ermöglichen. Bei Kindern, bei denen trotz aller Methoden keine Mitarbeit möglich ist oder eine umfangreiche Behandlung nötig ist, können Sedierung oder Vollnarkose in Betracht gezogen werden.
Der erste Zahnarztbesuch Ihres Kindes in Ankara
Wenn der erste Zahn Ihres Kindes durchgebrochen ist, Ihnen Verfärbungen an seinen Zähnen auffallen oder Sie eine Gewohnheit wie Daumenlutschen beschäftigt, ist ein Kontrolltermin ein guter Anfang. In unserer Poliklinik im Park Oran Ofis neben dem Panora Einkaufszentrum in Oran, Çankaya, werden Kinderzahnheilkunde und Kieferorthopädie unter einem Dach angeboten; Antworten auf Ihre Fragen finden Sie auch auf unserer Seite Häufig gestellte Fragen.
Häufig gestellte Fragen
In welchem Alter sollte ein Kind zum ersten Mal zum Zahnarzt?
Allgemein wird empfohlen, den ersten Zahnarztbesuch beim Durchbruch des ersten Zahns oder spätestens um den ersten Geburtstag durchzuführen. Dieser Besuch dient meist dem Kennenlernen, einer Kontrolle im Mund und der Information der Eltern. Früh beginnende regelmäßige Kontrollen helfen, Probleme zu erkennen, solange sie klein sind.
Ist eine Fluoridbehandlung bei Kindern sicher?
Ein Fluoridlack, der von der Zahnärztin bzw. dem Zahnarzt in einer dem Alter und dem Kariesrisiko des Kindes angemessenen Menge aufgetragen wird, ist eine von nationalen und internationalen zahnmedizinischen Fachgesellschaften empfohlene Vorsorgemaßnahme. Der Lack wird in geringer Menge verwendet und wirkt, indem er am Zahn haftet. Auch die Menge der Zahnpasta für zu Hause wird altersgerecht erklärt.
Wie lange hält eine Fissurenversiegelung?
Fissurenversiegelungen können in der Regel mehrere Jahre auf der Zahnoberfläche verbleiben. Durch die Kaukräfte können sie jedoch mit der Zeit abgenutzt werden oder sich teilweise lösen. Deshalb wird ihr Zustand bei regelmäßigen Kontrollen überprüft und bei Bedarf erneuert.
Schadet Daumenlutschen den Zähnen?
Kurzzeitiges Daumenlutschen im Kleinkindalter hinterlässt meist keine bleibenden Probleme. Hält die Gewohnheit jedoch bis zum Durchbruch der bleibenden Zähne an, kann sie zu einem offenen Biss im Frontzahnbereich und zu Veränderungen der Kieferentwicklung führen. Die Zahnärztin bzw. der Zahnarzt kann Eltern dabei unterstützen, ihrem Kind das Abgewöhnen zu erleichtern.



