Kurze Antwort: Ein Aligner-Transfer ist die Übergabe einer laufenden kieferorthopädischen Behandlung an eine neue Behandlerin bzw. einen neuen Behandler, etwa wegen eines Umzugs. Bei einer Invisalign-Behandlung erfolgt dies, indem die bisherige und die neue Praxis den Behandlungsfall über das Invisalign-System übertragen. Die neue Kieferorthopädin bzw. der neue Kieferorthopäde untersucht den Mund, erstellt einen digitalen Scan, aktualisiert den Plan bei Bedarf, und die Behandlung wird dort fortgesetzt, wo sie unterbrochen wurde.
Eine kieferorthopädische Behandlung dauert oft ein Jahr oder länger, und in dieser Zeit steht das Leben nicht still: Der Job wechselt, das Studium beginnt in einer anderen Stadt, die Familie zieht um. In solchen Situationen lautet die häufigste Frage, was mit der begonnenen Behandlung geschieht. Der Aligner-Transfer ist genau der Prozess, der diesem Bedarf entspricht und es ermöglicht, dass eine laufende Behandlung von einer neuen Praxis übernommen wird. Gut geplant, lässt sich die Behandlung weitgehend dort fortsetzen, wo sie aufgehört hat; dafür müssen jedoch bestimmte Unterlagen und die Kommunikation vollständig sein.
In diesem Beitrag erklären wir, wann ein Transfer infrage kommt, welche Unterlagen vorher vorbereitet werden sollten, wie die neue Praxis die Behandlung übernimmt und welche Stolpersteine häufig auftreten. Wenn Sie sich für den allgemeinen Behandlungsablauf interessieren, lesen Sie zunächst auch unsere Seite zum Ablauf der Aligner-Behandlung.
Was ist ein Aligner-Transfer und wann ist er nötig?
Bei einem Behandlungstransfer geht die Verantwortung für die kieferorthopädische Behandlung einer Patientin bzw. eines Patienten offiziell und dokumentiert von einer Behandlerin bzw. einem Behandler auf eine andere bzw. einen anderen über. Bei Alignern bedeutet das nicht nur, dass Sie Ihre Schienen nehmen und in eine andere Praxis gehen; auch Behandlungsplan, digitale Modelle und Fertigungsunterlagen werden an die neue Praxis übergeben.
Ein Transfer ist vor allem in folgenden Situationen nötig:
- Dauerhafter Umzug in eine andere Stadt oder ein anderes Land
- Studium, Wehrdienst oder längere berufliche Entsendung
- Ruhestand der Behandlerin bzw. des Behandlers oder Praxiswechsel
- Wunsch der Patientin bzw. des Patienten, die Behandlung bei einer anderen Kieferorthopädin bzw. einem anderen Kieferorthopäden fortzusetzen
Für kurze Reisen ist ein Transfer in der Regel nicht nötig. Ihre Kieferorthopädin bzw. Ihr Kieferorthopäde kann Ihnen mehrere Schienensätze mitgeben und eine Betreuung aus der Ferne planen. Steht ein Umzug fest, erleichtert es die Sache, den Transfer nicht auf die letzte Woche zu verschieben, sondern ihn möglichst einige Wochen im Voraus anzusprechen.
Welche Unterlagen werden vor dem Transfer benötigt?
Damit die neue Praxis die Behandlung richtig beurteilen kann, werden vor dem Transfer Unterlagen benötigt, die den Ausgangs- und den aktuellen Stand der Behandlung zeigen. Je vollständiger diese Unterlagen sind, desto reibungsloser verläuft die Übernahme.
Was Sie bei Ihrer bisherigen Praxis anfordern sollten
- Ausgangsunterlagen: Intraorale und Gesichtsfotos vor der Behandlung, Panorama- und gegebenenfalls Fernröntgenaufnahmen (FRS)
- Zusammenfassung des Behandlungsplans: Geplante Zahnbewegungen, Gesamtzahl der Schienen und die Nummer der Schiene, die Sie gerade tragen
- Zusätzliche Maßnahmen: Position der auf die Zähne geklebten Attachments, gegebenenfalls Umfang der approximalen Schmelzreduktion (IPR) und verwendete Gummizüge
- Allgemeine Gesundheits- und Zahnvorgeschichte: Wichtige Angaben wie Füllungen, Wurzelkanalbehandlungen oder Extraktionen
Was Sie selbst mitbringen sollten
Noch nicht getragene Schienen, die aktuell getragene Schiene und die vorherige Schiene sollten Sie unbedingt aufbewahren. Geht eine Schiene verloren oder bricht sie, kann vorübergehend der vorherige Satz getragen werden. Die Nummern auf den Schienenboxen helfen der neuen Praxis außerdem, rasch zu erkennen, in welcher Phase Sie sich befinden.
Übernahme der Behandlung durch die neue Praxis
Bevor die neue Kieferorthopädin bzw. der neue Kieferorthopäde die Behandlung übernimmt, erfolgt immer eine eigene Untersuchung, denn nun liegt die Verantwortung für die Behandlung bei ihr bzw. ihm. Dabei werden der Sitz der Schienen auf den Zähnen, der feste Halt der Attachments, die Gesundheit von Zahnfleisch und Knochen sowie der Fortschritt des Plans beurteilt.
Bei einer Invisalign-Behandlung ist der Transfer ein Prozess innerhalb des Invisalign-Systems. Die bisherige Praxis gibt den Fall zur Übertragung frei, die neue Praxis übernimmt ihn in ihr eigenes Konto und erhält Zugriff auf den digitalen Behandlungsplan. So kann die neue Behandlerin bzw. der neue Behandler die ursprünglichen digitalen Modelle und die geplanten Bewegungen einsehen und darauf aufbauend entscheiden. Ob der Transfer angenommen wird und unter welchen Bedingungen die Behandlung fortgesetzt wird, wird nach der Untersuchung gemeinsam besprochen.
In dieser Phase sollten Ihnen folgende Punkte klar erläutert werden:
- Ob die Fortsetzung mit dem bestehenden Plan geeignet ist
- Ob zusätzliche Schienen oder eine Planrevision nötig sind
- Kontrollhäufigkeit und Terminrhythmus
- Kosten; diese werden Ihnen nach Untersuchung und Planung schriftlich mitgeteilt
Schienenfertigung und Aktualisierung des Plans
Nach dem Transfer wird der Plan meist entweder unverändert fortgeführt oder an die aktuelle Situation angepasst. Haben sich die Zähne planmäßig bewegt, kann mit den restlichen Schienen weitergemacht werden. Wurden die Schienen während des Umzugs jedoch unregelmäßig getragen, können sich einige Zähne von der erwarteten Position entfernt haben; dann sitzen die Schienen nicht richtig oder liegen nicht vollständig am Zahn an.
Wird eine solche Abweichung festgestellt, erstellt die neue Praxis mit einem Intraoralscanner eine aktuelle digitale Abformung. Auf dieser Grundlage wird der Plan neu angepasst, und neue Schienen werden gefertigt. Sind Attachments abgefallen oder müssen sie versetzt werden, werden sie neu angebracht. Eine solche Zwischenkorrektur ist in der Kieferorthopädie ein üblicher Schritt und bedeutet nicht, dass die Behandlung gescheitert ist.
Eine Aktualisierung des Plans kann die Gesamtbehandlungsdauer etwas verlängern. Um wie viel, ist individuell verschieden und wird nach der Untersuchung von der Kieferorthopädin bzw. dem Kieferorthopäden abgeschätzt.
Häufige Probleme beim Transfer
Die häufigsten Probleme beim Transfer sind unvollständige Unterlagen, unregelmäßiges Tragen der Schienen und Kommunikationslücken. Die meisten davon lassen sich durch vorausschauende Planung vermeiden.
- Verspätete Unterlagen: Verzögert sich die Kommunikation mit der bisherigen Praxis, muss die neue Praxis unter Umständen neue Unterlagen erstellen. Kopien bereits vor dem Umzug anzufordern, verringert dieses Risiko.
- Schienen nicht tragen: Wer im Umzugsstress die Schienen einige Wochen nicht trägt, riskiert, dass sich die Zähne zurückbewegen. Die Regel von 20–22 Stunden Tragezeit pro Tag gilt auch während des Umzugs.
- Verlust von Schienen: Vertauschte oder verlorene Boxen kommen häufig vor. Es hilft, die Schienen in einer separaten, beschrifteten Tasche zu transportieren.
- Unterschiedliche Erwartungen: Jede Kieferorthopädin und jeder Kieferorthopäde geht etwas anders vor. Es ist wichtig, kleine Änderungsvorschläge der neuen Praxis offen zu erfragen und zu verstehen.
- Vergessene Retentionsphase: Auch der Plan für die Retainer, die nach Behandlungsende getragen werden, sollte als Teil des Transfers besprochen werden.
Allgemeine Fragen zum Transfer beantworten wir auch auf unserer Seite mit häufig gestellten Fragen.
Wie sollten Sie sich vor dem Umzug vorbereiten?
Das Hilfreichste vor einem Umzug ist ein offenes Planungsgespräch mit Ihrer bisherigen Kieferorthopädin bzw. Ihrem bisherigen Kieferorthopäden. Dabei erfahren Sie, in welcher Phase sich Ihre Behandlung befindet, wie viele Schienen noch übrig sind und innerhalb welcher Frist Sie sich in der neuen Stadt untersuchen lassen sollten.
Eine kurze Checkliste zur Vorbereitung könnte so aussehen:
- Planen Sie den letzten Kontrolltermin einige Wochen vor dem Umzugstermin.
- Fordern Sie digitale Kopien Ihrer Unterlagen an und bewahren Sie sie sicher auf.
- Vereinbaren Sie in der neuen Stadt rechtzeitig einen Termin bei einer Kieferorthopädin bzw. einem Kieferorthopäden, die bzw. der mit Invisalign arbeitet.
- Verpacken Sie Ihre Schienen in der richtigen Reihenfolge und beschriftet; werfen Sie die vorherige Schiene nicht weg.
- Notieren Sie, an wen Sie sich bei einem abgefallenen Attachment, einer gebrochenen Schiene oder Schmerzen wenden können.
Diese Schritte helfen, die Übergangszeit zwischen zwei Praxen ohne Lücke zu überbrücken. Da Schule und Umzug vor allem bei jugendlichen Patientinnen und Patienten das Tragen der Schienen beeinträchtigen können, ist es sinnvoll, dass die Familie in dieser Zeit etwas genauer darauf achtet.
Was sollten Sie tun, wenn Sie nach Ankara ziehen?
Wenn Sie während Ihrer Behandlung nach Ankara gezogen sind oder Ankara verlassen müssen, ist es ein guter Anfang, mit Ihren Schienen und Unterlagen einen kieferorthopädischen Untersuchungstermin zu vereinbaren. In unserer Praxis im Park Oran Ofis in Oran, Çankaya, wird für die Übernahme laufender Invisalign-Behandlungen zunächst der aktuelle Stand untersucht; anschließend besprechen wir gemeinsam den weiteren Plan. Wenn Sie sich über die Möglichkeiten in der Region informieren möchten, besuchen Sie unsere Seite Aligner in Ankara.
Häufig gestellte Fragen
Bleibt meine Aligner-Behandlung unvollendet, wenn ich in eine andere Stadt ziehe?
Nein, in den meisten Fällen kann die Behandlung durch Übergabe an eine neue Praxis fortgesetzt werden. Bei einer Invisalign-Behandlung wird der Behandlungsfall an die neue Praxis übertragen, und die neue Kieferorthopädin bzw. der neue Kieferorthopäde übernimmt den Plan nach der Untersuchung. Rechtzeitig vorbereitete Unterlagen erleichtern den Ablauf.
Darf ich während des Transfers eine Pause beim Tragen der Schienen machen?
Eine Pause wird nicht empfohlen. Werden die Schienen nicht 20–22 Stunden täglich getragen, können sich die Zähne von der geplanten Position entfernen, und die folgenden Schienen passen möglicherweise nicht mehr. Bis zur neuen Untersuchung mit der Schiene weiterzumachen, die Ihnen Ihre Kieferorthopädin bzw. Ihr Kieferorthopäde genannt hat, ist der sicherste Weg.
Kann die neue Praxis den Behandlungsplan ändern?
Ja, bei Bedarf. Die neue Kieferorthopädin bzw. der neue Kieferorthopäde untersucht den aktuellen Stand; ist der Plan passend, wird er unverändert fortgeführt, andernfalls wird nach einer neuen digitalen Abformung eine Planrevision vorgenommen. Diese Entscheidung richtet sich nach den intraoralen Befunden.
Wie werden die Kosten bei einem Transfer festgelegt?
Die Kosten hängen vom verbleibenden Behandlungsbedarf und davon ab, ob der Plan aktualisiert wird. Deshalb werden sie Ihnen nach Untersuchung und Planung schriftlich mitgeteilt.




