Kurze Antwort: Zahnschmuck ist ein kleiner dekorativer Stein, der meist mit einem zahnmedizinischen Kleber auf die Oberfläche eines Frontzahns geklebt wird. Er wird ohne Bohren oder Abtragen von Zahnsubstanz und ohne Betäubung angebracht und kann bei Bedarf wieder entfernt werden. Fachgerecht angebracht schadet er dem Zahn nicht dauerhaft; die Umgebung des Steins muss jedoch gründlich gereinigt werden. Je nach Person und Bedingungen kann der Stein einige Monate bis einige Jahre halten.
Zahnschmuck gehört zu den Anwendungen, über die in den letzten Jahren häufig gesprochen wird, wenn es darum geht, dem Lächeln eine kleine persönliche Note zu verleihen. Dabei wird ein wenige Millimeter großer glänzender Stein auf die Zahnoberfläche geklebt; Ziel ist ein ästhetisches Detail ohne dauerhafte Veränderung. Auch wenn Zahnschmuck meist als harmloses Accessoire gilt, kann er bei unsachgemäßer Anwendung die Zahnoberfläche und die Mundgesundheit beeinträchtigen. In diesem Beitrag erklären wir, was Zahnschmuck ist, wie er angebracht wird, ob er dem Zahn schadet, wie lange er hält und wie er entfernt wird.
Was ist Zahnschmuck?
Zahnschmuck ist ein dekorativer Stein mit einem Durchmesser von wenigen Millimetern, der meist mit einem speziellen zahnmedizinischen Kleber auf der Außenfläche eines Frontzahns befestigt wird. Umgangssprachlich spricht man auch von Zahnsteinchen, Zahnkristall oder Zahnjuwel. Das Wort „Zahnsteinchen“ sollte dabei nicht mit Zahnstein verwechselt werden, also mit verhärteter Plaque, die sich auf der Zahnoberfläche ablagert.
Die verwendeten Materialien sind vielfältig:
- Kristallsteine: Die häufigste Variante. Es handelt sich um glänzend geschliffene Glaskristalle, deren Unterseite zum Kleben vorbereitet ist.
- Edelsteine: Auch echte Diamanten oder andere Edelsteine können verwendet werden; sie werden meist in einer dünnen Metallfassung angebracht.
- Gold- oder Metallmotive: Auch dünne Metallformen wie Sterne oder Herzen können auf dieselbe Weise aufgeklebt werden.
Zahnschmuck wird meist im Oberkiefer an einem seitlichen Schneidezahn oder Eckzahn angebracht, der beim Lächeln gut sichtbar ist. Die Stelle wird gemeinsam anhand der Lachlinie und der Oberflächenform des Zahns ausgewählt. Es handelt sich um eine rein ästhetische Anwendung ohne jegliche therapeutische Funktion.
Wie wird Zahnschmuck angebracht?
Zahnschmuck wird ohne Bohren oder Abtragen von Zahnsubstanz auf die Zahnoberfläche geklebt, ähnlich wie bei den Techniken, die beim Legen von Füllungen und beim Aufkleben von Brackets angewendet werden. Der Eingriff erfordert keine Betäubung und dauert in der Regel nicht lange.
- Kontrolle: Es wird geprüft, ob der Zahn, auf den der Stein geklebt werden soll, gesund ist. Liegen Karies, Risse, eine große Füllung oder eine Zahnfleischentzündung vor, sollten diese zuerst behandelt werden.
- Auswahl der Stelle: Die Position des Steins wird vor dem Spiegel gemeinsam mit Ihnen festgelegt. Wird er nicht zu nah am Zahnfleischrand platziert, ist die Reinigung einfacher.
- Reinigung der Oberfläche: Die Zahnoberfläche wird von Plaque und Verfärbungen befreit.
- Vorbereitung der Oberfläche: Auf die kleine Fläche, auf die der Stein kommt, wird kurz ein saures Gel aufgetragen, danach wird abgespült und getrocknet. Dadurch kann der Kleber am Zahnschmelz haften.
- Kleben: Ein Haftvermittler und eine kleine Menge fließfähiges Komposit werden aufgetragen; der Stein wird auf dieses Material gesetzt.
- Aushärten: Das Komposit wird mit einer Polymerisationslampe ausgehärtet. Überschüsse um den Stein werden entfernt und die Ränder geglättet.
Nach dem Eingriff können Sie in der Regel sofort essen und trinken; am ersten Tag nicht mit diesem Zahn in sehr harte Lebensmittel zu beißen, kann jedoch helfen, dass die Klebung gut hält.
Für wen ist Zahnschmuck nicht geeignet?
An Zähnen mit Kronen, Veneers oder großen Füllungen kann die Klebung schwächer sein als auf Zahnschmelz, und das Risiko, dass der Stein abfällt, steigt. Bei unzureichender Mundhygiene, aktiver Karies oder Zahnfleischerkrankungen sollte die Anwendung verschoben werden, bis diese Probleme behoben sind. Auch für kleine Kinder, deren Milchzähne noch nicht gewechselt sind und deren Schmelzentwicklung noch nicht abgeschlossen ist, wird sie nicht empfohlen.
Schadet Zahnschmuck dem Zahn?
Fachgerecht mit Klebetechnik angebrachter Zahnschmuck schadet der Zahnstruktur in der Regel nicht dauerhaft, da dabei keine Zahnsubstanz abgetragen wird und der Stein bei Bedarf entfernt werden kann. Dennoch gibt es einige Risiken, die man nicht außer Acht lassen sollte.
- Plaqueansammlung: Die Ränder um den Stein bilden eine kleine Fläche, an der sich Plaque festsetzen kann. Wird diese Stelle nicht sorgfältig geputzt, steigt das Risiko für Verfärbungen, weiße Flecken auf dem Zahnschmelz und Karies.
- Zahnfleischreizung: Wird der Stein zu nah am Zahnfleisch platziert, kann er eine Zahnfleischentzündung auslösen.
- Reibung an der Lippe: Manche Menschen spüren an der Lippeninnenseite eine leichte Reibung, bis sie sich an den Stein gewöhnt haben.
- Verschlucken oder Einatmen: Ein gelockerter Stein kann unbemerkt verschluckt werden; sehr selten ist auch ein Einatmen in die Atemwege möglich. Spüren Sie, dass sich der Stein bewegt, sollten Sie daher ohne Verzögerung die Zahnarztpraxis aufsuchen.
- Unsachgemäße Anwendungen: Wird der Zahn ausgehöhlt, um den Stein darin zu versenken, wird der Zahnschmelz irreversibel geschädigt. Zudem können Kleber, die keine zahnmedizinischen Materialien sind, das Gewebe im Mund reizen.
Aus diesen Gründen wird empfohlen, Zahnschmuck von einer Zahnärztin oder einem Zahnarzt nach Beurteilung der Mundgesundheit und mit zahnmedizinischen Materialien anbringen zu lassen.
Wie lange hält Zahnschmuck?
Zahnschmuck kann je nach Anwendungstechnik, Art des Steins, Zahnoberfläche und persönlichen Gewohnheiten einige Monate bis einige Jahre halten. Eine genaue Dauer lässt sich nicht angeben.
Die wichtigsten Faktoren, die die Haltbarkeit beeinflussen, sind:
- ob die Klebefläche natürlicher Zahnschmelz ist
- die Größe des Steins und ob seine Unterseite zum Kleben geeignet ist
- Gewohnheiten wie das Abbeißen harter Lebensmittel mit den Frontzähnen oder Kauen auf Stiften oder Fingernägeln
- Zähnepressen und Zähneknirschen
- Putzen mit harter Bürste und starkem Druck auf den Stein
Damit der Stein lange problemlos hält, ist es hilfreich, die Stelle mit einer weichen Bürste und sanften Bewegungen sorgfältig zu reinigen, regelmäßig zur Kontrolle zu gehen und Verfärbungen rund um den Stein zahnärztlich begutachten zu lassen.
Wie wird Zahnschmuck entfernt?
Zahnschmuck wird in der Zahnarztpraxis entfernt, indem das Komposit um den Stein vorsichtig abgetragen und die Zahnoberfläche anschließend poliert wird; der Eingriff dauert meist nicht lange und hinterlässt keine dauerhaften Spuren am Zahn.
- Der Stein wird mit geeigneten Instrumenten gelöst.
- Kleberreste auf der Zahnoberfläche werden kontrolliert mit Instrumenten entfernt, die den Zahnschmelz nicht beschädigen.
- Die Stelle wird poliert, sodass der natürliche Glanz des Zahns wiederhergestellt wird.
Wer versucht, den Stein zu Hause selbst zu entfernen, kann den Zahnschmelz zerkratzen oder absplittern lassen. Fällt der Stein von selbst ab, sollten auch die auf der Zahnoberfläche verbliebenen Kompositreste in der Praxis entfernt werden; sonst kann sich dort Plaque festsetzen und Verfärbungen verursachen. An der Stelle, an der der Stein saß, kann ein leichter Farbunterschied sichtbar sein, weil sie lange vor Licht geschützt war; dieser Unterschied nimmt meist mit der Zeit ab. Antworten auf weitere häufige Fragen zu ästhetischen Behandlungen finden Sie auf unserer Seite mit häufig gestellten Fragen.
Wie pflegt man Zähne mit Zahnschmuck?
Die Pflegeroutine mit Zahnschmuck unterscheidet sich nicht von der üblichen Mundpflege, außer dass die Umgebung des Steins etwas mehr Aufmerksamkeit braucht. Zweimal täglich sollte weiterhin mit fluoridhaltiger Zahnpasta geputzt werden; die Ränder des Steins reinigen Sie mit einer weichen Bürste und kleinen Bewegungen. Auch die Zwischenräume des Zahns mit dem Stein sollten regelmäßig mit Zahnseide gereinigt werden. Bei halbjährlichen Kontrollen können der Halt des Steins und die umgebende Schmelzoberfläche beurteilt werden; so lassen sich früh bemerkte Verfärbungen oder Lockerungen leicht beheben.
Wann sollten Sie sich untersuchen lassen, wenn Sie über Zahnschmuck nachdenken?
Eine kurze Untersuchung vor dem Anbringen von Zahnschmuck, um sicherzustellen, dass Zähne und Zahnfleisch gesund sind, trägt dazu bei, dass der Stein länger hält und mögliche Probleme vermieden werden. Auch wenn Sie bei einem vorhandenen Stein eine Lockerung, Verfärbungen in der Umgebung oder Empfindlichkeit am Zahnfleisch bemerken, wird eine Kontrolle empfohlen. In unserer Poliklinik in Çankaya Oran besprechen wir die Stelle und die Art des Steins gemeinsam mit Ihnen; Anbringen und Entfernen erfolgen so, dass die Zahnoberfläche geschont wird.
Häufig gestellte Fragen
Wird beim Anbringen von Zahnschmuck in den Zahn gebohrt?
Nein, Zahnschmuck wird aufgeklebt, und es wird weder gebohrt noch Zahnsubstanz abgetragen. Die Zahnoberfläche wird nur kurz mit einem Gel vorbereitet, damit der Kleber haftet. Den Zahn auszuhöhlen, um den Stein darin zu versenken, schädigt den Zahnschmelz und wird nicht empfohlen.
Was soll ich tun, wenn der Zahnschmuck abfällt?
Bewahren Sie den Stein auf und wenden Sie sich an Ihre Zahnarztpraxis. Die Entfernung der Kleberreste auf der Zahnoberfläche beugt Verfärbungen vor. Wurde der Stein verschluckt und treten Beschwerden wie Atemnot oder Husten auf, sollten Sie ohne Verzögerung eine medizinische Einrichtung aufsuchen.
Kann Zahnschmuck auf einen überkronten Zahn geklebt werden?
Auf Kronen- oder Veneeroberflächen kann die Klebung schwächer sein als auf natürlichem Zahnschmelz, und das Risiko, dass der Stein abfällt, steigt. In manchen Fällen ist eine Anwendung mit spezieller Oberflächenvorbereitung möglich. Ob dies infrage kommt, wird bei der Untersuchung beurteilt.
Erschwert Zahnschmuck das Zähneputzen?
Da sich rund um den Stein leichter Plaque ansammelt, muss diese Stelle sorgfältig mit einer weichen Bürste gereinigt werden. Wer beim Putzen keinen starken Druck auf den Stein ausübt, verlängert die Haltbarkeit der Klebung.




